
Carrier IQ - eine Firma, die bis vor kurzem kein Mensch gekannt hat. Dabei haben wahrscheinlich schon sehr viele unter uns hier direkt mit ihr zu tun. Leider ohne es zu wissen. Denn Carrier IQ ist der Anbieter einer ganz bestimmten Software, die unter anderem auf iPhones, aber wahrscheinlich auch auf mehreren Android-Devices eine Heimat gefunden hat. Während Huawei hier übrigens relativ klar mit Sachverhalt umgeht, warten Samsung-Kunden noch auf ein klares Statement in dieser Angelegenheit.
Carrier IQ schreibt schrieb vor kurzem auf seiner Homepage, dass die Daten nur anonymisiert erfasst und an die Carrier-IQ-Server weitergegeben werden. Und diese Daten würden nur für statistische Zwecke erhoben werden. Natürlich.
Gestern musste man dann zähneknirschend zugeben, dass das erfasste Datenvolumen dann wohl doch höher ist, als man eigentlich anfangs zugeben wollte. Ausgelöst wurde das späte Geständnis durch einen Blog namens MuckRock. Dort dachte man sich nämlich, dass das "Freedom Of Information Act" (FOIA) - das Recht eines jeden US-Bürgers Zugang zu Dokumenten der Exkutive zu erhalten - doch Recht praktisch sei, um herauszufinden, ob staatliche Stellen ebenfalls Zugriff auf die Daten von Carrier IQ hätten. Diese FOIA-Anfrage beantworte das FBI so, dass man Daten für "staatliche Zwecke" genutzt habe. Was dies allerdings für Angelegenheiten seien, teilte man nicht mit und berief sich dabei auf laufende Ermittlungen".
MudRuck fragte unter anderem Handbücher, Dokumente oder weitere Schriftstücke an, um mehr über die gesammelten Daten bei Carrier IQ herauszufinden. Der verantwortliche Redakteur bei MuckRock, Michael Morisy, sagte, dass es noch nicht klar sei, ob das FBI Carrier-IQ-Daten dazu verwendet hat, um entweder mehr über Nutzer, Carrier IQ selber oder aber eine Kombination aus beidem zu erlangen.
Carrier IQ - derzeit auf rund 150 Millionen Telefonen installiert
Pikant ist vor diesem Hintergrund sicherlich auch, dass Carrier IQ seine Aussagen revidieren, bzw. maßgeblich erweitern musste. In seinem Schreiben auf der Webseite erläutert man nun deutlich detaillierter wie und wofür Daten von Kunden gesammelt, und in welcher Weise sie weiter verarbeitet werden. Der Ruf dürfte allerdings jetzt schon deutlich ruiniert sein, zumal kaum ein Nutzer weiß, ob die Software auch auf seinem Telefon läuft - und was sie da eigentlich anstellt.
Nur Google distanzierte sich öffentlich. Bisher.
Interessanterweise kam ein klares "Nein" zu Carrier IQ bisher nur von einem Hardwarehersteller - sofern man Google mit seiner Nexus-Reihe so nennen kann. Eric Schmidt distanzierte sich von der Firma und sagte, dass man bei Android aufgrund der offenen Natur des Betriebssystems eine solche Software [Carrier IQ] einsetzen könne, die nicht besonders gut für Nutzer sei. "Wir arbeiten aber auf keinen Fall mit ihnen zusammen", sagte Schmidt aber weiter.
Du willst wissen ob Du auch betroffen bist? So findest Du es heraus.
Es gibt im Android Market eine Software, mit der man schnell herausfinden kann, ob eine Carrier IQ-Installation auf dem eigenen Telefon läuft. Diese sollte man, wenn man sich nicht sicher fühlt, auf jeden Fall installieren, um ggf. Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Mit Voodoo Carrier IQ protector kann man das kostenlos herausfinden.
Nun kann man nur noch hoffen, dass Hardware-Hersteller zukünftig initial auf eine Installation dieser Software verzichten. Wie Eric Schmidt kürzlich bei einem Interview sagte: "Wir müssen noch lernen mit dem Medium Internet umzugehen". In der Tat!

Hannes
verstehe ich das richtig, dass carrier iq hauptsächlich auf telefonen mit branding auftaucht? so klingt der name irgendwie. mein dhd vom elektronikriesen hat die software nicht.