Seit knapp einem Tag habe ich es jetzt, das Objekt der Begierde vieler und natürlich schon ausgiebig damit „herumgespielt“. Ich habe genug Eindrücke gesammelt um einen ersten kurzen Erfahrungsbericht zu verfassen und der – das nehme ich schon mal vorweg – fällt sowohl für das Galaxy Nexus als auch für Android 4.0 sehr sehr gut aus.
Android 4.0 aka Ice Cream Sandwich

Das ist zwar vielleicht etwas unfair der aktuellen Android Version (2.3) gegenüber, aber seit ich das Galaxy Nexus nutze, drängen sich mir Vergleiche bezüglich Gingerbread und Ice Cream Sandwich wie „Neandertaler - moderner Mensch“ oder auch „hässliches Entlein – schöner weißer Schwan“ auf. Android 4.0 ist definitiv ein großer Evolutionssprung, sowohl rein optisch als auch funktionell.

Optik ist ja nun wirklich nicht alles, aber man merkt, dass mit Matias Duarte jemand hinter dem Android 4.0 User Interface steht, der ein Gespür für Design hat. Ice Cream Sandwich ist „schick“, „stylisch“, sogar der Begriff „sexy“ kommt mir in den Sinn. Das neue UI macht einfach Spaß und sieht sehr gut aus. Aber es ist nicht nur – wie schon erwähnt – die Optik, auch die Nutzung von ICS funktioniert „besser“ als unter Gingerbread, es fühlt sich alles irgendwie „reifer“ an, als wäre Android mit diesem Versionssprung erwachsen geworden. Das trifft es vielleicht auch ganz gut. Aus dem kleinen Baby (Cupcake) wurde ja schnell ein Kind (Donut), dann ein Halbwüchsiger (Froyo) und jetzt scheint Android mit Ice Cream Sandwich erwachsen zu werden.

Das ansprechende Design geht einher mit so kleinen Details wie Benachrichtigungen aus der Notification Bar „rausschnicken“ zu können - ebenso funktioniert dies in der Liste der zuletzt genutzten Anwendungen - oder aber dem Schnellzugriff auf die Einstellungen über die Benachrichtigungsleiste. Aber auch z. B. die Galerie-App wurde runderneuert, wirkt viel übersichtlicher und durchdachter, wie das ganze System an sich. Bezüglich Android 4.0 gibt es für mich noch viel zu entdecken, aber schon nach einem Tag mit der neuesten Android-Version ist mir klar, der Sprung von Gingerbread auf ICS ist um einiges größer, als von Eclair auf Froyo, der bisher größten Android Evolutionsstufe.

Samsung Galaxy Nexus
Eigentlich kein Samsung Fan, wusste ich nicht schon nach der Ankündigung des Galaxy Nexus, dass dies mein nächstes Android-Phone sein würde, im Gegenteil. Ich habe lange zwischen dem Motorola RAZR und dem Galaxy Nexus geschwankt und bin jetzt froh, dass ich zum nächsten Google Phone gegriffen habe. Dies hat natürlich auch mit Android 4.0 zu tun, nachdem ich die neue Android-Version jetzt seit einem Tag nutze, würde ich mir wohl kein neues Smartphone kaufen, auf dem noch Gingerbread läuft. Aber auch die Hardware, das Galaxy Nexus, gefällt mir.
Wo mir das Samsung Galaxy S2 wegen des vielen Plastiks (manch einer nennt es modernen Kunststoff, ich Plastik) einfach nicht gefallen wollte – die „inneren Werte“ fand ich an dem Gerät sehr gut – ist es beim Galaxy Nexus nur der Akkudeckel, der aus Plastik ist und dieser fühlt sich noch nicht mal schlecht an. Das Gerät liegt einfach sehr gut in der Hand und auch die Größe geht in Ordnung. Ich würde sogar sagen, mit seinem 4.65“ Display hat das Galaxy Nexus die perfekte Größe um ein „ordentliches“ Display bieten zu können, aber noch als Smartphone durchgehen zu können. Das Dell Streak 5, das ich auch zeitweise als Smartphone genutzt habe, konnte ich nicht als „Handy“ sehen. Mir gelingt es sogar, wenn auch nur bis zu einem gewissen Grad, das Galaxy Nexus einhändig zu bedienen, mit dem Streak 5 erfordert das in fast jeder Situation extreme Hand- und Finger-Verrenkungen.
Vergleich mit dem Dell Streak 5
Weitere Bilder vom Galaxy Nexus gibt es hier.
Display & Akkulaufzeit
Das Display bietet wie zu erwarten sehr satte Farben und macht einfach Spaß. Die automatische Displayhelligkeitseinstellung dürfte für mein Gefühl etwas mehr an Helligkeit „rausrücken“, jedoch kann man in dieser Einstellung immer noch alles auf dem Display erkennen und spart natürlich (Display) Energie. Was, damit verbunden, die Akkulaufzeit angeht, kann ich natürlich noch nicht all zu viel sagen, aber der erste Eindruck ist gut. Heute Morgen um Viertel vor sieben in Betrieb genommen, normal (also eher ausgiebig) genutzt inklusive Google Reader studieren, Messenger an (Imo.im, diese App saugt gut am Akku) und dem üblichen G+ & Google Mail nutzen bin ich jetzt (um 14.00) bei 61 %. Manch anderes Gerät (vor allem wegen der extrem am Akku saugenden Chat-App) würde jetzt so langsam seinen Geist aufgeben.
Kamera
Die Kamera scheint (diesbezüglich muss ich noch einiges testen und ausprobieren), wie anhand bisheriger Berichte zu erwarten war, nicht der „Oberbrüller“ zu sein, liefert auf den ersten Eindruck aber „solide Kost“. Was mir auf jeden Fall sehr gut gefällt ist das neue und sehr gut zu bedienende User Interface und die Tatsache, dass sie so was von schnell ist, dass man manchmal das Gefühl bekommt, das Bild wäre schon geschossen worden, bevor man den Auslöser betätigt hat. Um Momente festzuhalten – was mir wichtiger ist, als eine „supertolle“ Kamera, die ewig braucht um ein Bild zu schießen – natürlich eine tolle Sache.


Sample Pics (jeweils mit und ohne Blitz):




Hier gibt es noch weitere Sample Pics.
Performance
„Butterweich“ ist das, was mir zur Performance des Galaxy Nexus einfällt. Alles läuft flüssig, rund und sehr geschmeidig. Auch mit der „Hardcore Variante“ (die OpenGL benötigt) des Beautiful Live Weather Live Wallpapers – dies habe ich bisher auf noch keinem Phone genutzt, weil die Performance des Launchers normalerweise stark beeinträchtigt wird – läuft das neue Nexus noch flüssig.
Nicht so toll
Natürlich gibt es auch am Galaxy Nexus Sachen, die mir negativ aufgefallen sind, allerdings halten sich diese bisher in Grenzen. Die „Screenrotation“ dürfte schneller von Statten gehen und die Kamera-App dürfte sich auch etwas schneller öffnen. Sie öffnet sich zwar schon schnell genug, um auch spontane Aufnahmen hinzubekommen, aber gerade im Vergleich dazu, dass die Bilder an sich blitzschnell geschossen werden, fällt auf, dass die Kamera an sich schneller einsatzbereit sein dürfte. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Android 4.0 und die Menü-Taste auf dem Display. Mal ist diese oben rechts, mal unten rechts neben den anderen virtuellen Tasten, manchmal auch unten rechts oberhalb der virtuellen Tasten auf dem Display. Wäre schön, wenn man sich hier mal drauf einigen könnte, wo die Menü-Taste zukünftig zu finden ist.
Soweit zu meinen ersten Eindrücken bezüglich des neuen Nexus. Nach dem Nexus One, was ich bis vor Kurzem als das beste Android-Phone, das ich je besessen habe – alle Aspekte zusammengenommen – bezeichnet hätte, gibt es einen neuen „King“ in Bezug auf Android Smartphone, auf jeden Fall für mich. Kann mir zumindest momentan nicht vorstellen, dass noch so große Kritikpunkte auftauchen, die die positiven Seiten „zunichtemachen“.

Stefan K.
Was muss dann erst ICS aus dem Galaxy S2 für ein Biest machen. Ich freu mich schon wie ein Schneekönig auf erste voll funktionstüchtige ROMs für mein Schätzchen! :D