
(Bild: mgcpuzzles.com)
Während die meisten Beiträge, in denen mehrere große Unternehmen genannt werden, sich mit irgendwelchen Rechtsstreitigkeiten beschäftigen, geht es in dieser News endlich mal darum, dass einige große und einflussreiche Unternehmen sich zu einer Koalition zusammen getan haben, um gemeinsam für eine gute Sache zu kämpfen: Nämlich das Internet für Kinder zu einem besseren und sichereren Ort zu machen. Zu diesen Unternehmen gehören unter anderen Google, Facebook, LG, Apple, Samsung und Nokia. Na also, geht doch.
Man mag es kaum glauben, denn solche News lesen sich wirklich selten. Natürlich ist für die neu gebildete Koalition vor allem von Bedeutung, dass es dabei mal nicht um irgend eine Form von Konkurrenzkampf geht, sondern eben darum, die (Internet-) Welt für Kinder besser und sicherer zu machen.
Zusammengesetzt durch die EU-Kommission, soll diese Koalition aus 28 Unternehmen (darunter Mobilgeräte-Hersteller, Betriebssystem-Anbieter, Internet-Service-Provider, Rundfunkveranstalter, soziale Netzwerke und Mobilfunkbetreiber) sich dafür einsetzen, dass für Kinder schädliche Inhalte leichter gemeldet werden können, altersgerechte Einstellungen zur Privatsphäre gewährleistet werden und mehr Möglichkeiten für die Jugendschutzeinstellungen vorgenommen werden können.
So teilt die Vize-Präsidentin der EU-Kommission Neelie Kroes mit: „Die neue Koalition soll dafür sorgen, dass Kindern wie Eltern transparente und kohärente Schutzwerkzeuge zur Verfügung stehen, damit sie die Online-Welt bestmöglich für sich nutzen können. Die Gründungsmitglieder der Koalition sind auf dem Gebiet der Online-Sicherheit der Kinder bereits führend tätig. In Zusammenarbeit werden wir den Takt für die gesamte Branche vorgeben und eine solide Grundlage schaffen, damit sich Kinder selbstbewusst in der Online-Welt bewegen können.“
Die Zielsetzung der Koalition umfasst die folgenden fünf Aktionsbereiche:
- Einfache und solide Meldemöglichkeiten: leicht auffindbare und wiedererkennbare Funktionen in allen Geräten, um ein effektives Melden und Bearbeiten von für Kinder schädlich erscheinenden Inhalten und Kontakten zu erlauben;
- Altersgerechte Datenschutzeinstellungen: Einstellungen, die den Bedürfnissen der verschiedenen Altersgruppen gerecht werden (solche Einstellungen legen fest, in welchem Umfang Informationen über den Benutzer eingesehen werden können, z. B. ob Kontaktangaben oder Fotos nur den eigenen Freunden oder der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich sein sollen;
- Breitere Inhaltsklassifizierung: Entwicklung eines allgemeingültigen Alterseinstufungskonzepts, das übergreifend verwendet werden kann und den Eltern verständliche Alterskategorien anbietet;
- Stärkung der elterlichen Kontrollmöglichkeiten: aktive Förderung benutzerfreundlicher Werkzeuge, um deren möglichst breite Nutzung zu erreichen;
- Wirksame Entfernung von Material über Kindesmissbrauch: Verbesserung der Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden und Meldestellen, damit Material über sexuellen Kindesmissbrauch proaktiv aus dem Internet entfernt wird.
Hier noch die gesammte Liste der Gründungsmitglieder:
Apple, BSkyB, BT, Dailymotion, Deutsche Telekom, Facebook, France Telecom-Orange, Google, Hyves, KPN, Liberty Global, LG Electronics, Mediaset, Microsoft, Netlog, Nintendo, Nokia, Opera Software, Research in Motion, RTL Group, Samsung, Sulake, Telefonica, Teliasonera, Telenor Group, Tuenti, Vivendi, Vodafone.

Clyde Barrow
Wobei natürlich jeder der Beteiligten schon jetzt von sich behautet ein sicherer Platz für Kinder zu sein...