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Seit kurzem macht die Diagnose- (bzw. Datenerfassungs)-Software Carrier IQ wieder auf sich aufmerksam. Warum? Weil sie den Ruf einer Schnüffelsoftware hat und als Programm bezeichnet wird, das viele Millionen Mobiltelefonbesitzer ausspionieren könnte. Während Spuren dieser Software auf allen iOS-Versionen zu finden sein sollen, scheint Google sich mit der Nexus-Serie gegen Carrier IQ entschieden zu haben und die Software damit nicht auf dem Nexus One, dem Nexus S und auch dem Galaxy Nexus sowie dem Motorola Xoom Tablet installiert zu haben.
Was genau ist Carrier IQ?
Die Software speichert im Hintergrund die Nummern, die ein Nutzer anruft, deren Textnachrichten, den Inhalten von Internet-Suchen (auch verschlüsselte) und noch einen ganzen Haufen andere Daten. Diese gesammelten Informationen können dann an die Server von Carrier IQ übermittelt werden. Erstmals wurde die Software auf Android-basierten Telefonen gefunden. Laut einer „extrem zuverlässigen Quelle“ nahe an The Verge sei diese Software auf keinem der Google Smartphones aus der Nexus-Reihe vorinstalliert. Während also Google selbst kein Interesse daran zu haben scheint, die eigenen Telefone mit der „reinen“ Android-Version mit Carrier IQ auszustatten, um so in den Besitz von Nutzerdaten zu gelangen, können Hersteller anderer Android-Geräte diese Software implementieren, ohne das Google einschreitet. Hierbei ist es sehr verwunderlich, warum Google nichts gegen die Installation von Carrier IQ vornimmt, nachdem diese die verschiedenen Android Kompatibilitätstests bestehen müssen, während bei den eigenen Geräten gegen die Software entschieden wird. Vielleicht eine Marketingstrategie (im Sinne von: Wer keine Nutzerdaten gespeichert haben will, sollte zu einem Gerät aus der Nexus-Serie greifen)?
Etwas anders sieht es da bei Apples iOS aus, denn der iPhone Jailbreak-Entwickler Grant Paul hat herausgefunden, dass jede bekannte iOS-Version seit v3.0 mit Spuren der Software Carrier IQ ausgestattet sei. Unsicher ist dabei, ob diese von Haus aus aktiviert ist, welche Daten genau gespeichert und ob diese dann an die Server geschickt werden. Nichtsdestotrotz ist dieser Zug von Apple überraschend, um nicht zu sagen, sonderbar. Denn Apple hatte bereits stark mit dem Vorwurf zu kämpfen, dass das Betriebssystem Nutzerdaten speichern und übermitteln würde.
Nilay Patel von The Verge sieht einen Möglichkeit für die Einbindung von Carrier IQ darin, dass Apple wesentlich näher mit Telefongesellschaften zusammen arbeitet und diese die Installation von Carrier IQ „gefordert“ haben. Ein Problem, das Google mit Android nicht hat.
Der Sicherheitsexperte Trevor Eckhart hat zu Carrier IQ auch Einiges zu sagen: So teilte er Mitte November unter anderem eben auch mit, dass das Programm Anwenderdaten an Hersteller und Provider übermittelt und dass die Software für einen Durchschnittsnutzer nicht abzuschalten sei. Auf diese Kritik reagierte der Softwarehersteller von Carrier IQ sofort und schrieb: „Während wir viele Aspekte der Leistung eines Geräts betrachten, werten wir ausschließlich Leistungsdaten aus. Wir zeichnen weder auf, welche Tasten gedrückt werden, noch liefern wir Überwachungstechnik. Die Technologie, die wir daraus entwickeln, ist nicht in der Lage, derartige Informationen zu liefern. Und wir haben auch nicht vor, entsprechende Tools zu entwickeln“. Des Weiteren teilte das Unternehmen mit, dass die Software anonymisiert Geräteinformationen liefert, um so etwa feststellen zu können, wann Gespräche abbrechen oder warum Apps abstürzen.
Für Echkart hätte die Sache teuer zu stehen kommen können, denn das (interessanterweise wie Google ebenfalls in Mountain View beheimatete) Unternehmen schickte ihm daraufhin eine Unterlassungsaufforderung inklusive einer Forderung von 150.000 Dollar wegen Rufschädigung. Das wiederum brachte die Electronic Frontier Foundation ins Spiel (kurz EFF, eine in San Francisco basierte, nichtstaatliche Organisation, die sich mit Bürgerrechten im Cyberspace beschäftigt), die Eckhart ihre Unterstützung zusicherte. Kurz darauf wurde die Forderung wieder zurückgezogen.
Damit sollte die Sache aber noch nicht vorbei sein, denn nun meldet sich Trevor Eckhart wieder zu Wort und teilt weiter aus. So sei Carrier IQ auf 141 Millionen Geräten installiert, darunter Geräte von HTC, Samsung und Nokia. In folgendem Video erhebt Eckhart den zentralen Vorwurf, dass Carrier IQ die Nutzer von betreffenden Smartphones darüber informieren müssten, dass die Software installiert ist, damit diese sich mit der womöglichen Speicherung und Übersendung von privaten Daten einverstanden erklären können. Zusätzlich hat Eckhart bei den xda-developers seine App namens Login Checker veröffentlicht, mit der man herausfinden können soll, ob Carrier IQ auf dem eigenen Smartphone installiert ist.
NZZ Online ist derzeit daran, von den oben genannten Herstellern eine Stellungnahme zu der Sache zu bekommen. Antworten stehen allerdings noch aus.
Eine große Sache? Wie seht ihr das? Inwiefern dürfen solche Unternehmen die Möglichkeit bekommen, Informationen über die Nutzer „auszuspionieren“?
Quellen: NZZ, The Next Web, The Verge, Wired

Yawoods
Damit steht fest, dass mein nächstes Smartphone das Nexus von google sein wird.
ich meine das meine Daten gespeichert werde ist schon ok, weil dies tu ich ja schon via Social Networks, daher ist es ok aber man sollte schon informiert werden was im Hintergrund einer Software läuft und an Informationen gesammelt werden.
Mfg Yawoods