
Bei so vielen Android-Smartphones auf dem Markt fällt dem Endkunden die Auswahl mittlerweile wirklich nicht mehr besonders einfach. Jeder Hersteller preist sein neues High-End-Gerät als „das beste“ Teil auf dem Markt an, aber da Superlative in der Werbung kein Fremdwort sind, sollte man auch immer hinter das Versprechen der Hersteller schauen. Aus diesem Grund haben wir uns mal wieder daran gemacht, ein paar der aktuellen Smartphones miteinander zu vergleichen, um so zumindest einen Einblick zu verschaffen, welches Gerät welche Vor- und Nachteile hat. Die Geräte im heutigen Vergleich sind das Samsung Galaxy S2, das HTC Sensation XE und das Motorola RAZR.
DESIGN, HAPTIK
Hierbei geht es natürlich vor allem um persönlichen Geschmack, doch alle drei der Geräte haben ihre Vor- und Nachteile, die hier aufgezeigt werden sollen:
Motorola RAZR:
Das Motorola RAZR ist mit seinen 130,7 x 68,9 mm das Gerät mit dem größten Umfang. Dennoch ist die Größe des Displays mit 4,3-Zoll bei allen drei Geräten gleich. Doch nicht nur in Sachen Größe schlägt das RAZR die anderen beiden Geräten, denn gleichzeitig ist Motorolas neues Falggschiff mit 7,1 mm Dicke auch das dünnste von den Dreien. Nur oben, wo sich die Kamera und die beiden Buchsen für die Kabel befinden, ist das Telefon etwas dicker.
Die Besonderheit am Motorola RAZR ist der Einsatz von Kevlar an der hinteren Abdeckung, was nicht nur für einen hochwertigen Look sorgt, sondern auch noch viel Haltbarkeit verspricht. Denn Kevlar ist eigentlich ein Material, das im Sicherheitsbereich eingesetzt wird (z.B. für schusssichere Westen, Schutzhelme, Panzerungen für Fahrzeuge etc.). Während das Kevlar auf dem RAZR vielleicht nicht dabei hilft, Kugeln abprallen zu lassen, sorgt es aber für eine Menge Stabilität und ist ziemlich unanfällig für Kratzer und ähnliches.

Zu dem Kevlar gesellt sich dunkles, glattes Aluminium, was das Gerät noch weiter aufwertet. Ein weiterer Unterschied, den das RAZR mit sich bringt, sind die eher „harten“ Kanten. Während so gut wie alle derzeitigen Geräte mit abgerundeten Ecken ausgestattet sind, präsentiert sich das RAZR fast rechteckig. Das geht nach meinem Geschmack etwas auf Kosten des Designs, viel wichtiger aber noch ist, dass das das Gerät dadurch irgendwie nicht ganz so gut in der Hand liegt.
Neben den vier sichtbaren Softbuttons für die Menüführung ist das RAZR mit Hardware-Tasten für Lautstärke und Power ausgestattet. Was mir daran nicht besonders gefällt ist, dass der Lautstärke-Knopf sich unter dem Ein- und Ausschalter befindet, wodurch die Bedienung dieses Knopfes für mich etwas umständlich wird. Ein weiterer Unterschied zu den meisten anderen Geräten ist, dass der die Klappe für SIM- und microSD-Karte sich außen befindet, da sich die Abdeckung des RAZRs nicht öffnen lässt (mehr dazu später).
Eine Sache, dir mir wirklich absolut nicht gefällt ist, dass sich der microUSB-Port oben am Gerät befindet. Da ich mein Smartphone oft mittels Kabel am Rechner anschließe um es zu aufzuladen, Daten auszutauschen oder um Screenshots zu machen, soll das Kabel möglichst nicht stören. Dadurch, dass das Kabel beim RAZR aber oben eingesteckt wird, nervt mich das Kabel doch immens. Vielleicht ist das nur eine Kleinigkeit, für mich allerdings wie beschrieben ein erwähnenswerter Manko.

Samsung Galaxy S2
Auch wenn das Gerät seit gut einem halben Jahr auf dem Markt ist, ist es immer noch eines der besten erhältlichen Smartphones und muss deshalb hier als Referenz herhalten. Das äußerst schlanke Telefon ist von den hier verglichenen Telefonen mit 116 Gramm das leichteste. Beim ersten Mal, als ich das SGS2 in den Händen hielt, war mir die Leichtigkeit des Gerätes schon fast etwas unangenehm, mittlerweile habe ich das minimale Gewicht aber zu schätzen gelernt. Was das SGS2 außerdem von den beiden anderen Telefonen (und den meisten vergleichbaren auf dem Markt) unterscheidet ist, dass es neben denn Hardware-Buttons für Lautstärke und Power außerdem noch einen für das Menü hat. Daneben finden sich außerdem nur zwei Softbuttons, da die Suchtaste (wie bei anderen Geräten) nicht vorhanden ist. Persönlich finde ich die Entscheidung zu solch einem Design wirklich sehr gut, da ich den Suchknopf auf meinem derzeitigen Smartphone (Nexus S) sowieso nie benutze. Eine "echte Taste" für die Bedienung der Kamera wäre übrigens bei allen drei Telefonen toll. Schön ist auch, dass beim SGS2 die Softbuttons erst dann leuchten, wenn man sie benutzt oder man auf das Display drückt. Gut platziert finde ich den Power-Knopf, der sich auf der rechten Seite befindet, während der Knopf für die Lautstärke auf der linken Seite ist.
Durch die leicht geriffelte Oberfläche an der hinteren Abdeckung liegt das Telefon sehr gut in der Hand. Wie allzu oft bei Samsung sorgt das leichte Plastik aber auch dafür, dass man schnell das Gefühl bekommt, etwas zu zerbrechen, wenn man die Abdeckung abnimmt. Ansonsten gefällt mir das minimalistische Design des Samsungs Galaxy S2 wirklich am besten von den drei Geräten, aber wie bereits erwähnt, ist das absolute Geschmackssache.

HTC Sensation XE:
Wie bereits in meinem Vergleich mit dem Sensation XL erwähnt, ist das Sensation XE mit seinen ebenfalls 4,3 Zoll ausgestattet und liegt ebenfalls sehr gut in der Hand. Allerdings ist das XE mit seiner Verbindung aus Plastik und relativ viel dunklem, gebürsteten Aluminium auch das deutlich schwerste Gerät von allen und bringt so 151 Gramm auf die Waage.

Die maskuline Farbkombination aus Rot und Schwarz sorgt dafür, dass definitiv eine etwas eingeschränktere Zielgruppe angesprochen wird, als mit den beiden anderen Smartphones. Hardwarebuttons finden sich am Sensation XE nur für das Ein- und Ausschalten (oben) und für die Lautstärke (links), ansonsten sind keine weiteren analogen Knöpfe vorhanden. Etwas ungünstig platziert finde ich hier allerdings den Power-Knopf, da dieser sich am oberen Ende des Telefons befindet und das Bedienen mit einer Hand so doch etwas umständlich ist.
Wie auch beim RAZR stehen beim Sensation XE vier Softbuttons zum Navigieren unterhalb des Displays zur Verfügung. Hier macht sich das Gewicht des Telefons leider etwas bemerkbar, denn ich finde es doch etwas unbequem, diese Tasten unten zu bedienen, wenn ich das Telefon nur mit einer Hand halte, weil es sich ein wenig so anfühlt, als könnte es aus meiner Hand „kippen“. Auffällig beim XE ist, dass es im Gegensatz zu den anderen beiden Telefonen mit einem Doppel-LED-Blitz ausgestattet ist und das sich neben dem Hersteller-Branding außerdem auch noch auf der Abdeckung hinten ein Hinweis auf die Beats Audio Technologie findet.



(Reihenfolge von oben nach unten, XE, SGS2, RAZR)
DISPLAY:
Das HTC Sensation XE und das Motorola RAZR verfügen jeweils über eine Auflösung von 960 x 540 Pixeln, was einem Verhältnis von 256 Pixel/Zoll entspricht. Damit liegen beide Telefone klar vor dem Samsung Galaxy S2, das „nur“ eine Auflösung von 800 x480 Pixeln (217 ppi) vorweisen kann. In der Praxis ist der Unterschied aber wirklich marginal und mit dem "normalen Auge" eigentlich nicht zu erkennen. Alle drei Smartphones können mit satten, leuchtenden und kräftigen Farben und scharen Linien überzeugen. Allerdings ist eines etwas seltsam, denn bei längerem Betrachten scheint das Display des RAZR ein ganz wenig schwächer bzw. gröber zu wirken, als dies bei den anderen beiden Telefonen der Fall ist.
AKKU:
Kommens wir zu einem fundamentalen Teil eines jeden Smartphones: dem Akku. Während es bei den Herstellern für Android-Telefone Gang und Gebe ist, die Smartphones so zu bauen, dass der Akku durch ein Öffnen des Gerätes leicht ausgetauscht werden kann, schlägt Motorola mit dem RAZR den Apple-Weg ein und sorgt dafür, dass man den Akku nicht heraus nehmen kann. Für mich ist und bleibt das eine für den Kunden nicht nachvollziehbare Entscheidung, da im Falle von Problemen mit der Batterie das ganze Telefon eingeschickt werden muss. Das finde ich einfach nur ärgerlich und konsumentenunfreundlich.
Auch beim Samsung Galaxy S2 wird der Akku immer wieder thematisiert und kritisiert, da dieser einfach nicht besonders lange hält, allerdings gibt es dafür Lösungen wie stärkere Ersatzakkus etc., die für eine längere Betriebszeit sorgen. Dies ist beim RAZR leider gänzlich ausgeschlossen.
Zwar hat das RAZR von den hier präsentierten Geräten mit 1780 mAh den stärksten Akku, doch reicht mir die Zahl nicht aus, um mich mit dessen Leistung zufrieden zu geben. Deshalb hab ich mit allen drei Telefonen den gleichen Test durchgeführt um zu sehen, wie der Akku sich in der Praxis erweist.
Dieser Voraussetzungen für den Teste waren folgende:
Alle Geräte sind mit der ursprünglichen Software ausgestattet (bis auf die App Battery Indicator, das AndroidPIT App Center und das unten aufgeführte Spiel)
- Jeder Akku war zu 100% aufgeladen
- WLAN ein, GPS, Bluetooth und sonstige Verbindungen aus
- Die Helligkeit der Bildschirme lag bei 100%
- Keine SIM-Karte
Der Test beinhaltete folgendes:
- 10 Minuten Angry Birds spielen
- 30 Fotos machen (jeweils 15 mit und 15 ohne Blitz)
- 2 Minuten Videoaufnahme
- 5 Minuten YouTube-Videos mit Ton (Kopfhörer)
- 10 Webseiten aufrufen und vollständig laden
- Zusätzlich wollte ich herausfinden, wie der Akkustand von 100% nach 15 Stunden Standby-Zeit aussieht
Ergebnisse:
HTC Sensation XE
Nach 10 Minuten Angry Birds: 99%
Nach 30 gemachten Fotos: 98%
Nach 3 Minuten Videoaufnahme:96%
Nach 5 Minuten YouTube-Videos: 93%
Nach 10 geöffnete Webseiten: 87%
Nach 15 Stunden Standby: 85%
Motorola RAZR:
Nach 10 Minuten Angry Birds: 90%
Nach 30 gemachten Fotos: 90%
Nach 3 Minuten Videoaufnahme: 90%
Nach 5 Minuten YouTube-Videos: 80%
Nach 10 geöffnete Webseiten: 80%
Nach 15 Stunden Standby: 90%
Interessanterweise wird hier nicht der der tatsächliche Akkustand der Batterie angezeigt, sondern nur in 10%-Schritten, was sowohl mit der App Battery Indicator als auch mit der RAZR-internen Batterie-Anzeige der Fall war. Ziemlich schade, wie ich finde, weil man so ja nun überhaupt nicht weiß, wann ungefähr das Telefon wirklich leer sein wird. Unnötig.
Samsung Galaxy S2
Nach 10 Minuten Angry Birds: 97%
Nach 30 gemachten Fotos: 95%
Nach 3 Minuten Videoaufnahme: 93%
Nach 5 Minuten YouTube-Videos: 91%
Nach 10 geöffnete Webseiten: 87%
Nach 15 Stunden Standby: 90%
BENCHMARK:
Auch wenn Benchmarks oft als etwas ungenau und für die Praxis nicht ganz relevant bezeichnet werden, geben diese doch einen ganz guten Eindruck von der (theoretischen) Leistung der verschiedenen Geräte. Deshalb möchte ich an dieser Stelle jeweils den Quadrant- (links), als auch den Antutu-Benchmarktest (rechts) für die jeweiligen Geräte zeigen.
Sensation XE:


Ergebnis: Quadrant = 2380 Punkte, Antutu = 4606 Punkte
Motorola RAZR: (es war mir leider nicht möglich, anständige Screenshots zu machen, aber die Tests ergaben Folgendes:
Quadrant: 2474 Punkte, Antutu: 5499 Punkte
Samsung Galaxy S2:


Fazit:
Wie so oft ist es schwer, einen absoluten Sieger zu küren, da die Smartphones in manchen Bereichen so unterschiedlich sind, wie die Geschmäcker. Allerdings hat der Test einige Aspekte deutlich gemacht, die man vor dem Kauf seines neuen Gerätes beachten sollte. Persönlich gefällt mir von den drei Geräten hier immer noch das Samsung Galaxy S 2 am besten, was vor allem am minimalistischen Design, dessen leichtem Gewicht und der Anordnung der Hardware-Button liegt. Den schwachen Akku kann man glücklicherweise mit einem stärkeren Akku aufwerten. Da ich aber sowieso meistens vorm Rechner sitze und mein Telefon dort vie USB-Kabel angeschlossen ist, habe ich damit absolut keine Probleme.
Kurz danach folgt für mich das HTC Sensation XE, das neben der "normalen" Austattung auch zusätzlich mit der Beats Audio Technologie und wirklich sehr hochwertigen Kopfhörern ausgestattet ist und wirklich exzellenten Sound liefert. Zwar stört mich das Gewicht des Telefons und die Anordnung der Hardware-Button etwas, dafür punktet das XE mit seiner ausgezeichneten Verarbeitung und seinem sehr stabilen Erscheinungsbild.
Das Motorola RAZR liegt nicht weit ab vom Schuss, allerdings ist die Entscheidung, einen festen Akku zu verbauen, für mich ein wirklich großer Minuspunkt. Auch dass das Gerät nicht ganz so gut in meiner Hand liegt wie die anderen beiden Geräte, sorgt für den dritten Platz. Für das RAZR spricht die Verarbeitung von Kevlar, der Einstatz von Gorilla-Glas und die Versiegelung einzelner Komponenten mit Nanotechnologie, wodurch das Telefon besser gegen Wasserschäden geschützt ist. Ein weiterer Pluspunkt ist das Vorhandesein eines HDMI-Anschlusses. Leider sind sie Anschlüsse für die Kabel nach meinem Geschmack aber auf der falschen Seite. Das RAZR gibt es übrigens derzeit exklusiv bei Sparhandy.de zu erwerben.
Zu guter Letzt gibt es noch einen direkten Vergleich der wichtigsten technischen Details:

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Leo
SUPER Test!! Mehr davon!!! Wirklich klasse!