
(Bild: Juniper)
Gerade eben bin ich auf eine Studie zu Schadsoftware bei Android gestoßen, die mich, in Hinsicht auf meine persönliche Erfahrung, doch etwas verwundert hat: Laut Juniper Networks, einem Spezialisten für die Sicherheit von Computersystemen, sei die Zahl der Android-Schädlinge seit Juli diesen Jahres um ganze 472 Prozent (siehe Grafik) gestiegen! Das wäre somit der stärkste Zuwachs seit dem Start von Android im Oktober 2008. Da stellt sich natürlich die Frage, woran das liegen könnte?
Juniper sieht für diese Situation vor allem einen in der Schuld: Google selbst! Es wird angekreidet, dass es quasi jedem möglich ist, sich für 25 Dollar als Entwickler anzumelden und dann Schadsoftware in den Market zu stellen. Das Problem dabei ist, dass Google die Software nicht im Vornerein überprüft, sondern erst, wenn sich die Software als schädlich herausgestellt hat, es in manchen Fällen also schon zu spät sein kann.
Hier ist Apple definitiv im Vorteil, denn dort wird jede einzelne App geprüft, bevor sie in den Appstore gelangt. Allerdings bedeutet dies natürlich auch, dass es länger dauert, bis neue Programme verfügbar sind, außerdem darf natürlich der Personalaufwand nicht vernachlässigt werden. Bei der großen Anzahl an Apps, die jeden Monat neu eingestellt werden, ist dies ein ziemlich großer Aufwand, der ordentlich ins Geld geht.
Ein weiteres Sicherheitsrisiko ist in diesem Zusammenhang auch der User. Zwar sollte Google selbst dafür sorgen, dass ihr System frei von schädlicher Software ist, aber auch die Nutzer sollten beim Installieren von Apps darauf achten, was sie da gerade installieren, denn immerhin geht es ja um das eigene, (meist) sehr geliebte Smartphone. Trotzdem achten viele gar nicht auf die Zugriffsrechte, die Beschreibung des Entwicklers etc. sondern installieren einfach los, ohne die möglichen Konsequenzen zu beachten.
Aber die Studie bringt noch mehr Aspekte hervor, die ebenfalls besorgniserregend sind: So wird die Schadsoftware nicht nur zahlenmäßig größer, sie wird auch ausgereifter: In diesem Frühjahr gab es zum ersten Mal Software, die sich Root-Rechte verschaffen konnte und somit weitere schädliche Software nachgeladen konnte. Außerdem seien laut Studie viele Entwickler solcher Software von Symbian und Windows Phone 7 zu Android gewechselt, da es ihnen hier einfach zu leicht gemacht wird.
Bei all diesen Zahlen und Erkenntnissen stellt sich mir am Ende trotzdem eine Frage: Wieso merke ich davon nichts? Immer wieder lese ich Artikel darüber, wie unsicher Android sein soll und dass die Zahl an Schadsoftware exorbitant zunimmt, aber mich selbst hat es noch nie betroffen. Ist das also vor allem ein Problem von Laien oder wird die Situation einfach zu drastisch dargestellt: Welche Erfahrungen habt ihr bereits machen können/müssen?
Die ganze Studie kann hier nachgelesen werden.

Christian H.
Warum bekommen wir davon nichts mit: Es liegt einfach daran das die meisten Leute, die in einem Forum sehr aktiv und etwas Ahnung haben, nachschauen was sie da machen und auch wenn entsprechend handeln können. Die machen, denk ich mal, die Studie bei den kleinen Kindern die es nicht wissen und dann ist Android wieder das schlimmste was es gibt.