
Ziemlich peinliche Sache für acht deutsche Verlage, die die ARD und die Tageschau-App vor Gericht gezerrt haben, zumindest sehe ich das so. Seit gestern wird darüber verhandelt, ob die ARD quasi illegal guten und kostenlosen Content denjenigen, die per GEZ letztendlich ja eigentlich dafür bezahlen (könnte man zumindest meinen), zur Verfügung stellt.
Von seiten der Verlage, die die Klage angestrengt haben, gibt es das ein oder andere Zitat, das mich langsam bis schnell (und heftig) den Kopf schütteln lässt:
"Wir wehren uns gegen die textdominante Berichterstattung in der Tagesschau-App ohne Sendungsbezug!"
"Es geht darum, dass jemand kostenlos Inhalte anbietet und damit unsere Märkte kaputtmacht. Das finden wir politisch skandalös und nicht gesetzeskonform. Das kann man auch illegal nennen!"
Christian Nienhaus, Geschäftsführer der Westdeutschen Allgemeinen Zeitungsverlagsgesellschaft (WAZ) in Essen
Text ist laut den Verlagen Sache der Presse, zumindest wenn es sich um nichtsendungsbezogene presseähnliche Angebote handelt. Klingt in Bezug auf die Tageschau-App irgendwie paradox, oder täusche ich ich da? Zumal zum Teil in der Tagesschau-App – laut ARD-aktuell Chefredakteur Kai Gniffke – unter anderem einfach die Manuskripte von Hörfunkkorrespondenten (in Textform) veröffentlicht werden.
Dass deutsche Verlage es bisher nicht geschafft haben gute Inhalte anzubieten und so aufzubereiten, dass man für beispielsweise eine entsprechende Android-App auch bereit ist ein paar Euro zu bezahlen, scheint mir das eigentliche Problem zu sein. Was die Tagesschau mit ihrer App hinbekommen hat, daran sollten die acht klagenden Verlage vielleicht eher arbeiten, als Geld und Zeit in Gerichtsverfahren zu investieren.

Thimo K.
Die haben doch einen an der Waffel, also ehrlich...