
Die großen Telekommunikations-Riesen könnten schon bald auf Android nicht mehr so gut zu sprechen sein. Denn aus relativ gut informierten Kreisen konnten wir erfahren, dass Google plant schon bald mit jeder Android-Version die kostenlose Software Whatsapp mitzuliefern.
SMS-Markt - eine wichtige Cash-Cow
Das sind keine guten Nachrichten für die Mobilfunkgesellschaften. Denn SMS sind eine der wichtigsten Umsatz- und vor allem Gewinnquellen. Laut Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) wurden alleine 2009 34,4 Milliarden SMS über deutsche Mobilfunknetze verschickt. Damit setzten die Mobilfunker nach Bitkom-Schätzungen gut 2,5 Milliarden Euro um. Eine SMS kostet in Deutschland den Verbraucher noch immer durchschnittlich 0,19 Euro.
Damit könnte aber bald Schluss sein. AndroidPIT liegen Informationen vor, die zeigen, dass Google plant, auf allen Android-Smartphones Whatsapp vorzuinstallieren.
Whatsapp - wie SMS, nur kostenlos. Und kann mehr.
Whatsapp gibt es mittlerweile für alle mobilen Betriebssysteme. Mit der Software können Whatsapp-Nutzer Sofortnachrichten problemlos und schnell austauschen. Der Nachrichtendienst funktioniert dabei so ähnlich wie SMS. Eine neue Kurznachricht erscheint sofort auf dem Display, sobald man einem Freund eine Nachricht geschickt hat. Dabei ist das Versenden aller Nachrichten kostenlos, da diese direkt über das Internet versendet und empfangen werden. Ist man mal nicht online, wird die Nachricht einfach dann automatisch versendet, sobald man sich wieder beim Service eingeloggt hat.
Whatsapp kann aber noch mehr als SMS. Zum Einen gibt es keine Zeichenbegrenzung, wie bei SMS. Zum Anderen können auch Bilder oder andere Dateien versendet werden. Auch das ist natürlich ohne irgendwelche Kosten für den Nutzer.
Mit einer großen Nutzerzahl wird das Whatsapp-Modell für die SMS zum Risiko
Whatsapp wird mittlerweile von vielen Millionen Menschen weltweit genutzt. Dennoch ist die relative Verbreitung noch nicht so hoch, dass man sich darauf verlassen kann, dass Freunde, Bekannte und Geschäftspartner ebenfalls Whatsapp installiert haben. Man wird wohl aus diesem Grund vor allem auf die gute, alte und teure SMS zurückgreifen, wenn man dringend jemandem eine Nachricht schicken möchte.
Mit der automatischen Installation auf allen Android-Phones würde die Nachrichten-Applikation allerdings mit einem Schlag auf einen Marktanteil bei Smartphones von beispielsweise über 40% in den USA kommen. Und täglich kommen dann weltweit über 500.000 neue dazu. Mit steigender Wahrscheinlichkeit, dass mein "Nachrichten-Partner" ebenfalls Whatsapp installiert hat, steigt auch die Wahrscheinlichkeit auf SMS zu verzichten.
Für Telcos bedeutet das einen sehr herben Verlust. Und offensichtlich scheint denen das auch gar nicht zu schmecken. "Die großen Mobilfunkprovider sind gerade am kochen", sagt uns eine gut informierte Quelle. Verständlich! Denn SMS haben einen großen Anteil an den üppigen Gewinnen der Gesellschaften. Die 160-Zeichen-Nachrichten sind sehr viel einfacher zu verarbeiten und zu transportieren als beispielsweise Sprache. Da wundert es kaum, dass die tatsächlichen Kosten pro SMS angeblich unter einem Cent liegen sollen.
Kauft Google Whatsapp bald?
Der Schritt von Google, Whatsapp mit Android auszuliefern, legt die Vermutung nahe, dass man die Macher der App bald übernehmen wird - oder vielleicht bereits hat. Nur so lässt es sich erklären, dass Google einen solchen Schritt unternimmt.
Was hat Google vor?
Der Whatsapp-Deal könnte durchaus Sinn machen und zu den Gerüchten passen, dass Google zumindest in Spanien vor hat, zu einer eigenen Telco zu werden. Ein kostenloser Kommunikationsdienst würde hier durchaus zu einer solchen Strategie passen. Es erscheint nur logisch, dass Google versucht sich als Mobilfunker zu positionieren. Immerhin rief vor zweieinhalb Jahren der damalige Google-Chef, Eric Schmidt, die Strategie "Mobile First" aus. Alle Google-Aktivitäten hätten dieser Strategie zu folgen.
Dass es dem Suchmaschinen-Riesen damit durchaus ernst ist, sieht man nicht nur an Android, sondern auch an den Chrome Books. Die mobilen Computer sind unbedingt auf einen mobilen Internet-Zugang angewiesen.
Den großen, eingesessenen Mobilfunk-Anbieter kann diese Kost nicht wirklich schmecken. Google hat einen ersten Angriff auf ihre Gewinne vor. Und es könnte sich durchaus als real herausstellen, dass es nach Googlerola nun auch bald die Google-Com (passende Story: Will Google in Spanien Mobilfunkanbieter spielen?) geben könnte.

Daniel
ich fände es cool.
aber einen grooßen nachteil hat das ganze noch.
man braucht internet und das zieht bekanntlich den akku doch sehr schnell sehr leer. da kann man von glück reden wenn das ding 24 stunden durchhält.
also sollte google zuerst einen neuen akku erfinden und dann whatsapp installieren. wobei andersrum wäre es für alle einfacher :D
edit: ist das t von t-moble extra grün oder ein fehler beim bearbeiten??