
Ich möchte mich ja nicht zu sehr als großer Glaskugelseher loben, aber ich habe es tatsächlich kommen sehen, dass Samsung Android schrittweise den Rücken kehren wird. Oder vielmehr: Android dürfte im kommenden Jahr eine wahrscheinlich deutlich kleinere Rolle spielen als noch in 2011.
Grund dafür ist, dass Samsung angekündigt hat sein eigenes Betriebssystem bada ebenfalls zu einer Open-Source Software zu machen. Damit verfolgt Samsung ab sofort die gleiche Strategie wie Google mit Android und versucht auf diese Weise schneller Entwickler an sich zu binden. Die Öffnung des Betriebssystems soll im kommenden Jahr vollzogen werden.
Samsung möchte sich damit aus dem aktuellen Würgegriff befreien: Einerseits hat Google mit seiner Motorola-Übernahme ganz offensichtlich viel Vertrauen bei den eigenen Partnern verspielt. Und andererseits gibt es den offenen Kampf zwischen Apple und Samsung, in dem sich beide Unternehmen wechselseitig mit Patentrechts- und Designverletzungen überziehen. Zumindest die Problematik der Patentrechtsverletzungen wäre damit minimiert.
Mehr Innovation - größere Öffnung in Richtung "andere Hersteller"
Als Open-Source-Plattform soll bada zukünftig - wie bereits weiter oben erwähnt - mehr Entwickler als bisher an sich binden. Damit soll dann auch mehr Innovation im eigenen Betriebssystem entstehen. Außerdem steht bada dann auch anderen Herstellern offen, die sich durch die Motorola-Google-Hochzeit bedroht fühlen. So ist es durchaus denkbar, dass LG auf den bada-Zug aufspringt und zukünftig lieber bada denn Android bei seinen Smartphones einsetzen wird. Immerhin hat angeblich die südkoreanische Regierung hier auch die Finger im Spiel und versucht sowohl LG, als auch Samsung zu diesem Schritt zu bewegen.
Android könnte durch ein offenes bada durchaus unter Druck geraten
Es ist zwar sehr fraglich ob Samsung-Wettbewerber tatsächlich bada einsetzen würden, selbst wenn es Open-Source wäre, nur um Android damit aus dem Weg zu gehen. Immerhin würde man mit einem solchen Schritt den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Samsung in die Hände zu spielen dürfte für viele Unternehmen wohl noch unangenehmer sein als Google.
Dennoch ist Samsung aktuell einer der größten Android-Smartphone-Verkäufer. Es dürfte dem Google-Betriebssystem also durchaus weh tun, wenn Samsung im kommenden Jahr keine, oder nur noch wenige Android-Geräte auf den Markt bringen würde.
US-Markt ist relevant
Meine Quelle, derStandard.at, schreibt völlig richtig, dass der US-Markt das Leitkriterium für den Erfolg eines offenen badas sein dürfte. Und gerade hier wird es wohl ganz schwer werden Android vom Thron zu stoßen. Immerhin hält Google hier mehr als 40% Marktanteil. bada hat dagegen gerade mal ca. 2%.
Wie auch immer - es scheint, als würde sich Samsung aus dem Android-Concerto verabschieden wollen. Zumindest teilweise und in Raten. Das ist keine gute Nachricht. Immerhin war Samsung in diesem Jahr der große Innovator und hat mit dem Samsung Galaxy S2, dem Samsung Galaxy Note oder dem Samsung Galaxy Tab wirklich sensationelle Produkte auf den Markt gebracht.
Wir Käufer haben es aber ja in der Hand: Floppt bada, wird Samsung auch sehr schnell wieder einlenken. Time will tell...

Markus Gu
naja da muss bada aber schon noch sehr viel aufholen.
alleine die umstellung auf open source bewirkt da noch genau gar nichts. da gehört schon wesentlich mehr dazu.