(Bild: Andreas Voetz)
Die IFA 2011 ist zu Ende und die Aussteller ziehen im Großen und Ganzen eine positive Bilanz. Neben jeder Menge 3D-Fernsehern waren auch viele neue Handys und Tablets zu bestaunen. Mit der Entfernung des Galaxy Tab 7.7 vom Samsung-Stand kam sogar ein wenig Dramatik ins Spiel. Wer die IFA dieses Jahr verpasst hat, der sollte sich schon einmal den 31.08. bis 05.09.2012 in seinem Kalender notieren, neues Jahr, neue Geräte.
Ich besuche die IFA bereits seit mehreren Jahren, mein erster Besuch war – glaube ich – 1993. Dies war zu Zeiten, in denen die Mobiltelefone gerade erst die Textmitteilungen (SMS) gelernt haben. Wer damals ein Handy besaß, war entweder wer, oder wollte jemand sein. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Jetzt heißt es nur: Wer hat das smartere Handy?
Was sich nicht verändert hat, sind die Besucher der Messe. Viele verfallen im Angesicht der vielen, vielen Stände in die alten Zeiten der Jäger und Sammler. Dicht bepackt mit Tüten verschiedener Hersteller - von denen in manche ein Kleinwagen passen würde - gefüllt mit weiteren Tüten und kleinen Werbegeschenken, jagen sie von Stand zu Stand, um noch mehr zu ergattern. Gibt es irgendwo etwas umsonst, bilden sich sofort große Menschentrauben. Jeder ist sich in diesen Momenten selbst der Nächste. Da werden die Hände nach vorne gestreckt, der Nachbar mehr oder weniger unauffällig mit dem Ellenbogen zur Seite gedrückt und der Weg in die erste Reihe gesucht. Ein wenig verstehen könnte ich es ja, wenn es sich um „wertvolle“ Dinge, wie PC-Lautsprecher oder ähnlichem handelt, aber nein. Meist werden dort nur Schlüsselbänder und/oder Kugelschreiber verteilt. Oft handelt es sich dabei nicht um Jugendliche oder Kinder, sondern um gestandene Frauen und Männer, die sich fast um die 20 Cent-Artikel prügeln, nur, weil es umsonst ist.
(Bild: Andreas Voetz)
Ich muss zugeben: Früher habe ich auch gerne danach gegriffen, doch in diesem Maße dann doch wieder nicht. Sicherlich wird der eine oder andere Sammler darunter sein. Schließlich werden nicht nur Überraschungsei-Figuren gesammelt, sondern alles, was nicht niet- und nagelfest ist.
Eine weitere Klientel sind die „Fachbesucher“. Dieses Jahr nicht ganz so extrem, wie in den vorangegangenen, gehen sie in kleinen Gruppen in ihren Konfirmations- oder Kommunionsanzug gezwängt und versuchen in die geheiligten Hallen des „Fachbesucher-Bereiches“ zu kommen. Man sieht ihnen ihre Minderjährigkeit bereits an der Nasenspitze an… ich glaube, ihr wisst, was ich meine? Was sie anscheinend vergessen, dort werden Geschäfte getätigt und ich glaube nicht, dass sie 100 Stück von irgend etwas kaufen wollen.
Dann wären da noch, wie kann ich es sagen, ohne als voreingenommen oder pauschalisierend zu gelten, die kleinen Asiaten. Mehr oder weniger unauffällig zücken sie ihre Kameras und fotografieren die Produkte von allen Seiten. Was die wohl mit diesen Aufnahmen im Nachhinein machen? Ich weiß es nicht…
Den Rest der Besucher und zum Glück den Großteil, bilden die Technik-Begeisterten und "Normalos", die einen Blick auf die neuesten Errungenschaften der Unterhaltungselektronik werfen wollen. Diese schlängeln sich um die Tütensammler herum und versuchen den Foto-Begeisterten Asiaten nicht ins Bild zu laufen. Wo sich eine Möglichkeit bietet, strecken sie ihre müden Glieder von sich, um sich - mehr oder weniger erholt - auf den Weg in die nächste Halle zu machen.
Dies waren also meine Beobachtungen der diesjährigen IFA. Ich selber habe viel gesehen, was Gutes für die Zukunft der Mobilfunk-Industrie verspricht und sehe trotz der Streitigkeiten positiv in die Android-Zukunft. Sinnigerweise war Apple nämlich nicht dort vertreten und man sah ein Android-Gerät neben dem anderen.
Zu guter Letzt würden mich natürlich, sofern ihr dort gewesen seid, Eure Eindrücke interessieren.

Matze S.
Wirklich schön geschriebener Blog zum Abschluss der IFA. Klasse!