
(Bildquelle: Kickstarter.com)
Lust auf iOS-Apps auf einem Android Gerät? Warum nicht gleich auch noch auf Windows- und Linux-Geräten? Das zumindest ist die Ambition des Projektes iEmu, das auf den ersten Blick schon fast ein wenig zu über-ambitioniert klingt, um wahr zu werden. Aber man muss sich ja große Ziele setzen, um Großes zu erreichen.
Hinter iEmu steckt das neue Projekt der ersten Generation von Hackern, die bereits das iPhone in Angriff genommen haben. Projektleiter Chris Wade, der nicht ganz unbeteiligt bei einem der ersten Jailbreaks des iPhones war, hofft, dass auf Basis des Open-Source QEMU-Emulators der Samsung Chipsatz S5L8930 (A4) voll emuliert werden kann. Dieser Samsung-Chipsatz befindet sich nämlich sowohl im iPhone 4 als auch im ersten iPad (richtig gelesen).
Während das Emulieren, sagen wir mal, von Super Nintendo-Spielen für den PC für Entwickler doch recht einfach ist, stellt sich diese Aufgabe für iOS für andere Systeme als äußerst umfangreich dar. Zwar haben die Leute von iEmu laut deren eigenen Aussagen den CPU bereits emuliert, nun müssen aber zusätzlich noch die Unterstützung für GPU, USB-Controller, Multitouch-Controller, Speicher, Audio-System und allen sekundären Komponenten wie Bleutooth-Chip, GPS, Kompass und und und emuliert werden. Aber das war es dann natürlich noch nicht, denn sobald die Hardware bearbeitet wurde, muss herausgefunden werden, wie man das Ganze dann auch noch zum Booten bringt.
Das klingt alles nicht nur nach viel Arbeit, es klingt nach einem kaum zu stemmenden Mammutprojekt. Apple hat zwar bereits seinen eigenen iOS Emulator, dieser ist allerdings nur für Mac gedacht. Außerdem ist diese Lösung keine wirklich Emulation, sondern eine Simulation. Für einen normalen Menschen ist der Unterschied eine Lappalie, aber für einen Entwickler sind das zwei komplett verschiedene Welten.
Und warum das Ganze? Ziel ist, dass die meisten iPhone und iPad-Apps irgendwann auch auf anderen Systemen, namentlich Android oder Windows laufen können. Des Weiteren würde diese Fähigkeit Entwicklern die Möglichkeit in die Hand geben, iOS-Malware genau zu untersuchen, ohne dabei ihr Gerät womöglich zu zerstören.
Wer das Projekt für eine gute Idee hält, kann sich gerne monetär beteiligen, denn Chris Wade versucht derzeit, 20.000 Dollar zu sammeln, die seine Lebenserhaltungskosten für drei Monate sowie Kosten für Hosting und die Produktion von Kickstarter-Belohnungen zu produzieren und zu versenden. Mehr Info zu dem Projekt gibt es auf iemu.org. Wie gesagt, es handelt sich hier um ein wahres Monstrum von einem Projekt, das fast zu gut (und kompliziert) klingt, um wahr zu werden. Außerdem ist natürlich dann noch die Frage, was die Rechtsabteilung von Apple davon halten würde, wenn Chris Wade sein Ziel erreicht. Bitte seht aber davon ab, hier wieder eine Diskussion über Patentstreitereien loszutreten.

Enton J.
Jawoll immer druff uff the Äppel!!