
Ja, die Nachricht macht schnell die Runden und so berichtet jetzt auch Foss Patents darüber, dass die einstweilige Verfügung von Apple gegen Samsungs Galaxy Tablet 10.1 europaweit aufgehoben wurde, bis auf Deutschland versteht sich. Allerdings erstmal nur bis zum 25. August, wenn die nächste Anhörung stattfindet. Aber was ist da eigentlich los?
Da hat sich Apple irgendwie selbst ein Bein gestellt, denn die Verhandlungen in Holland sind aufgrund eigenen Wunsches von Apple separat geführt worden, da das kalifornische iProdukt-Unternehmen dort noch mehr Vorwürfe machen wollte, als hierzulande. Während in Deutschland die Vorwürfe hauptsächlich auf das Design des Galaxy Tabs abzielen, liegen In Holland die Vorwürfe der Patentverletzung zusätzlich in der Software des Gerätes vergraben. Es scheint fast so, als ob der kalifornische iProdukt-Hersteller ganz nach der Devise funktioniert: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“. Erst werden alle verklagt, dann scheinbar Beweise gefälscht und jetzt das hier. Ein gutes Image ist definitiv was anderes.
Der Richterspruch nun bedeutet für Samsung also, dass das Galaxy Tab 10.1 zunächst doch weiter im europäischen Raum verkauft werden darf. Innerhalb und aus Deutschland heraus darf das Tablet allerdings nicht vertrieben werden. Für Samsung kann das jetzt aber einen ungeheuren Marketing-Effekt haben, denn wenn alle Galaxy-Tab-Interessenten darüber informiert sind, dass das Gerät ihrer Wahl eventuell nur für 11 Tage käuflich zu erwerben ist, könnte das einen echten Ansturm auslösen.
Hinzu kommt, dass Apple sich mit seinem Verhalten (erst ein falsches Gericht mit der Anklage befragen, dann scheinbar gefälschte Bilder als Beweismaterial vorzulegen), in ein doch sehr unglaubwürdiges Bild rückt. Es gibt bestimmt ein paar Apple-Jünger da draußen, denen das einfach zu viel ist. Ich glaube fest daran. Bitte! Mir fallen zu Apples Verhalten derzeit nur eigentlich nur zwei Begriffe ein: „Übersprungshandlung“ und „Panik“.
Florian Müller von Foss Patents macht außerdem deutlich, wie sehr es bei dieser ganzen Verhandlung um juristische Begrifflichkeiten geht, die in Zukunft für weitere Unannehmlichkeiten für Samsung sorgen könnten, sollte Apple irgendwie Recht bekommen. Hier der diesbezügliche Auszug,
"Article 82 International jurisdiction
1. Subject to the provisions of this Regulation and to any provisions of the Convention on Jurisdiction and Enforcement applicable by virtue of Article 79, proceedings in respect of the actions and claims referred to in Article 81 shall be brought in the courts of the Member State in which the defendant is domiciled or, if he is not domiciled in any of the Member States, in any Member State in which he has an establishment.
2. If the defendant is neither domiciled nor has an establishment in any of the Member States, such proceedings shall be brought in the courts of the Member State in which the plaintiff is domiciled or, if he is not domiciled in any of the Member States, in any Member State in which he has an establishment.
3. f neither the defendant nor the plaintiff is so domiciled or has such an establishment, such proceedings shall be brought in the courts of the Member State where the Office has its seat.
- The first paragraph applies to Samsung's German subsidiary. It's domiciled in Germany, so a German court can enjoin it (even EU-wide) from infringing activities. We can forget about that one now and focus on Samsung Korea.
- Samsung Korea is obviously not domiciled in Germany.
- It could alternatively (still according to the same paragraph) be sued "in any Member State in which [it] has an establishment".
- However, a subsidiary that is a separate legal person – a subsidiary – may not count as an "establishment". An "establishment" might really have to be an office belonging to Samsung Korea itself, or a factory that Samsung Korea would build directly in Germany (without having a local company as a separate legal person doing it).
- The German version, however, refers to "Niederlassung", which can be either a subsidiary or an establishment in the sense of an office or factory without legal personality of its own.
- Apple's lawyers had no obligation to read the English version. I do this because I blog in English. They don't have to. If they relied on the German version of the directive, they could still be right, even though lawmakers meant something different. This could get tricky!
- Assuming that Samsung's German subsidiary isn't considered an "establishment" of Samsung Korea, neither paragraph 1 nor paragraph 2 of that article can apply. But paragraph 3 could apply: however, in that case Apple would have had to sue (or might still sue) in Spain, since "the Office" (which in this case is the Office for Harmonization in the Internal Market) is based in Alicante, Spain, where there may be a competent court for such commercial matters involving EU intellectual property rights."
Wenn es also so weitergeht, zieht Apple vielleicht demnächst noch vor ein spanisches Gericht, um dort Aufgrund einer undifferenzierten Aussage und unterschiedlichen Begrifflichkeiten in Deutsch und Englisch weiter zu klagen. Mir ist ein bisschen schlecht. Wenn auch ihr gerne ein bisschen Dampf ablassen wollt, ist unser Forum dazu genau der richtige Platz.

geht dich nix an
Erst wenn der letzte Hersteller verklagt ist,
das letzte unsinnige Patent durchgesetzt ist,
werdet ihr sehen das Appel keine Androiden verkauft.
uiiuuii hoffentlich werde ich nicht bis in die Steinzeit verklagt.
:-)