
In der neusten Ausgabe von "Stiftung Warentest" wurden diesmal verschiedene App Stores unter die Lupe genommen. Stiftung Warentest kommt hier zu einem - mehr oder weniger - vernichtendem Urteil. Die Bestnote, die in diesem Test vergeben wurde, war 3,2! Alle anderen Stores wurden noch schlechter bewertet. Grund für das schlechte Abschneiden der Stores ist für Stiftung Warentest vor allem der Umgang mit Kundendaten, sowie der Kundenservice.
Sogar der "App Store" von Apple mit einer 4 bewertet - und liegt damit auf Augenhöhe mit AndroidPIT
Insgesamt wurden 10 Appstores miteinander verglichen. Neben den Hersteller-Stores von Microsoft, Google, Apple & Co., wurden auch einige unabhängige Stores in den Test aufgenommen. Darunter übrigens auch der von AndroidPIT (AndroidPIT App Center). "Befriedigende" Noten gab es für den Windows Phone Marketplace und den Android Market von Google. Die Erfinder der Apps, nämlich Apple, bekamen von den Testern nur ein Ergebnis von 3,8 zugeschrieben - und liegen damit auf Augenhöhe mit AndroidPIT! Juhu!
Richtig fies wurde es für den Opera Mobile Store, die App World von Blackberry und Nokias Ovi Store. Diese drei Onlineläden kassierten jeweils die Wertung "mangelhaft", wobei gerade Noka und Blackberry beinahe "ungenügend" kassiert hätten.
Oft fehlten nach Ansicht von Stiftung Warentest einfache Qualitätsstandards. Produktinformationen seien teilweise äußerst dürftig und nahezu inhaltsleer. Zudem seien diese oft in Englisch verfasst oder nur via Übersetzungsprogramm in hanebüchenes Deutsch übertragen worden. Darüberhinaus fehlte aus Sicht der Tester der Datenschutz. Apple räumt sich auf 20 Seiten AGBs quasi einen Freifahrtsschein für den Umgang mit Kundendaten ein. Bei Nokia dürfen die Daten der Kunden über internationale Grenzen hinweg transferiert werden. Manche App-Shops forderten Kreditkarteninformationen selbst für Kleinsbeträge.
Zudem, so moniert Stiftung Warentest, wäre es höchstproblematisch, dass App Entwickler über die Apps Zugriff auf die privaten Daten der User hätten. So könnte beispielsweise das private Adressbuch der Nutzer ausgelesen werden. Nur Windows Phone Marketplace, Android Market und AndroidPIT mühten sich um wenigstens etwas Transparenz.
Stiftung Warentest war außerdem über den Kundenservice der App Stores enttäuscht. Die Hälfte der Probanden sei kaum zu erreichen gewesen. Es fehlte oft ein ordnungsgemäßes Impressum, das vollständige Informationen über den Anbieter liefert.

Zu kritisch getestet?
Selbst wenn wir die gleiche Wertung wie der Apple App Store einfahren konnten - zufrieden können wir damit nicht sein. Wir sehen es sicherlich als Ansporn besser zu werden. Ob das bei diesem Bewertungsverfahren gelingen mag, ist fraglich. Stiftung Warentest schreibt beispielsweise über unseren Store, dass dieser nur mit "ausreichendem Fachwissen" handhabbar sei. Wir wissen, dass wir noch einiges an der Usability verändern müssen - und arbeiten bereits schon daran. Aber Stiftung Warentest spielt wahrscheinlich auch darauf an, dass man bei uns die Berechtigung für das Installieren von Drittsoftware anklicken muss. Da können wir natürlich nur wenig dagegen machen...

Weiterhin bemängelt Stiftung Warentest die dürftigen Beschreibungen im Store. Bei rund 500.000 Android Apps dürfte es jedem Unternehmen schwer fallen ausführliche Beschreibungen bieten zu können. Auch wenn bei Stiftung Warentest geschrieben wird, dass Dagobert Duck heute wohl kein Gold mehr suchen, sondern einen App Store eröffnen würde um schwer reich zu werden, ist es kaum möglich mit dem Verkaufen von Apps viel Geld zu verdienen. Eine Redaktion, die alle Texte der Entwickler durchsieht und sie in ein gut lesbares, sauberes Deutsch bringt, ist auch für die Großen ohne Verluste nicht finanzierbar.
Und auch wenn Stiftung Warentest hinter den AGBs von Nokia und Apple etwas Böses in Sachen Datenschutz wittern sollte, ist es eher (sehr) unwahrscheinlich, dass sich die Unternehmen diese Möglichkeit offen lassen um Schmu mit den Daten der Kunden zu veranstalten. Vielmehr liegen die Server oft im Ausland oder bei Drittanbietern, wie amazone (Cloud-Services). Um kein Risiko einzugehen, muss man sich hier natürlich dieses Recht durch den Kunden einräumen lassen. Hier fehlt es den Testern schlicht an Erfahrung im Internetbusiness. Schade nur, dass sich Medien dann gerne auf eben solche Dinge stürzen und diese unreflektiert wiedergeben, wie das YouTube Video der Sendung auf RTL2 zeigt.
Trotzdem ist es gut, dass Stiftung Warentest App Stores testet. Wir wollen alles daran setzen beim nächsten Mal noch besser zu werden, um dann einige Plätze in den Wertungen nach vorne zu rutschen. Und außerdem ist es für uns schon ein großer Erfolg von Stiftung Warentest wahrgenommen zu werden!
P.S.: Wer sich übrigens selber mal von unserem Store überzeugen will, sollte sich gleich das AndroidPIT App Center runterladen...

Michael
Da wird Stiftung Warentest sicher bald von Apple verklagt.. Die benutzen App Stores als Überschrift für ihren Test..