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Die Grameen Foundation und Android-Smartphones helfen armen Bauern in Uganda

von Kamal Nicholas am 21.07.2011 16:05:55 — 1.785 mal gelesen

Handy-Anbieter und Hilfsorganisationen haben schon seit Jahren darüber nachgedacht, Bauern in Entwicklungsländern mit Handys zu versorgen, die einfache Informationsangebote etwa zum Wetter oder zu Preisen für die Ernte liefern, um diese Menschen zu unterstützen und sie dadurch zu ermächtigen. Die in Seattle ansässige Non-Profit-Organisation Grameen Foundation geht einen Schritt weiter und macht aus den normalen Handys Android-Smartphones, die den Bauern helfen sollen.

Wie funktioniert es?
Etwa 400 ausgewählte Community Knowledge Worker (zu deutsch etwa „gemeinnützige Arbeiter mit Wissen“), konnten sich bisher mittels eines Mikrokredites solch ein Android-Smartphone zulegen, das sie monatlich über etwa zwei Jahre abbezahlen. Mit Hilfe diesesTelefons bekommen sie aktuelle und Ernte-relevante Informationen wie etwa beste Anbauzeiten und Anbauweisen für verschiedene Pflanzen, wie man sich am besten um Nutztiere kümmert usw.
Diese Community Knowledge Worker, wie die Grameen Foundation die mit Smartphones ausgestatteten Bauern nennt, dienen in ihrer Gemeinde dann als Ansprechpartner und versorgen die Ansässigen mit allen relevanten Informationen, um ihnen so dabei zu helfen, ertragreicher und erfolgreicher anzubauen, um so etwas gegen ihrer Armut zu tun. Zusätzlich sammeln sie neue Informationen, sowohl durch Umfragen mit den Anwohnern über deren eigene Erfahrungen, als auch über die Personen selbst. Diese kann die Grameen Foundation dann wiederum auswerten und für Optimierungsprozesse weiter verwenden.

Die Smartphones sind mit Akkus ausgestattet, die mittels alternativer Stromquellen wie Solarenergie oder auch einem Fahrrad-Dynamo aufgeladen werden können.
Warum aber ausgerechnet Smartphones und keine kostengünstigeren, einfachen Handys? Heather Thorne, Direktorin von ITC Innovation des Grameen Technology Centers, hat die Antwort: Da Android Open Source ist, kann die Grameen Foundation eigene Entwickler anstellen, die Anwendungen ausarbeiten, die genau auf die Zielgruppe zugeschnitten sind und die auch dann funktionieren, wenn kein Netzwerkzugriff besteht. Hinzu kommt, dass Thorne der Meinung ist, dass aufgrund des starken Wachstums von Android-Smartphones die Preise für solche Geräte in Zukunft noch günstiger werden.

Anfangs wurde das von HTC gebaute Android G1 verwendet, doch da der Grameen Foundation die Batterieleistung zu schwach war, stieg das Unternehmen auf das Energie-effizientere Android Ideos um, das von Huawei angefertigt wurde.
Die Entscheidung, sich für Smartphones anstatt für klassische Handys zu entscheiden, scheint aufzugehen, allerdings auch aus anderen Gründen, als die von Thorne genannten: Durch die gesammelten Informationen der Community Knowledge Worker zeigen mittlerweile große Unternehmen wie die World Bank Group oder Heifer International ihr Interesse, da diese Daten auch für sie sehr hilfreich und damit wertvoll sind. Andere Organisationen zeigten Interesse an Ortsdaten und Fotos, Dinge, die man problemlos mit einem Smartphone machen kann.

Auch für die Bauern, um die es letztendlich ja eigentlich geht, scheint das Angebot gut zu sein. 75% von Ihnen finden die angebotene Information sehr hilfreich. Jeder Community Knowledge Worker wird für seine Arbeit (das Sammeln von Informationen, Umfragen etc.) bezahlt und kann zusätzlich noch ein Maximum vion $20 pro Monat hinzu verdienen, wenn er bestimmte Ziele erreicht. Alles in allem klingt das nach einer Win-Win Situation.

Quelle: PCWorld   |   Tags:   Africa   Android   Entwicklung   HTC   Huawei

Kommentare

21.07.2011 16:14:01

Durch das Hilfe zur Selbsthilfe Konzept finde ich diesen Ansatz sehr interessant.
Ich bin mal gespannt, wie sich das entwickelt.

23.08.2011 17:54:25

Ich finde es interessant zu sehen, dass nur "so wenige" Leute sich für diesen Artikel interessieren.

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