
Die New York Times hat einen sehr interessanten Bericht über die Investment-Strategie von Google und deren Suche nach neuen, lukrativen Geschäften im Internet veröffentlicht. Darin wird verdeutlicht, wie Google Venture Capitalist spielt, um so das nächste große Ding à la Facebook oder Zynga zu finden.
Natürlich ist Google nicht der Einzige, der auf der Suche nach dem Riesen-Coup ist, doch wie der Gigant aus Silicon Valley mitteilt, steht ihm eine ganz besondere Geheimzutat für das Rezept für erfolgreiches Investment zur Verfügung. Das bedeutet so viel wie datenbasierte Algorithmen zu verwenden, um den nächsten Hit zu landen.
Das Problem dabei ist, dass es bei jungen Unternehmen meist noch nicht besonders viele Daten gibt, die untersucht werden können. Wie soll man auch eine qualitative Analyse eines Marktes vornehmen, der noch nicht existiert, da das zu untersuchende Unternehmen diesen Markt ja gerade erst kreiert? Ganz nebenbei sind die meisten Risikoanleger außerdem der Meinung, dass eine Investition mehr eine Kunst als reine Wissenschaft ist. Deshalb ja auch „Risiko“. Doch vielleicht weiß Google eben einfach, wie man Kunst quantifiziert und berechnet.
Bill Maris, geschäftsführender Teilhaber von Google, meint dazu schon fast philosophisch: „Anlegen bedeutet, in einem dunklen Raum zu sein und den Ausgang zu finden. Wenn man ein Streichholz hat, sollte man es anzünden“. Andererseits ist Maris dann aber auch wieder der Meinung, dass das Investment dem Kauf eines Lotterietickets gleicht. Dennoch hat Google großes Vertrauen in seine Algorithmen und damit auch weiterhin die Spendierhosen an.
Googles Mitbegründer Larry Page teilte mit, dass die Höhe der Investitionen in der ersten Hälfte 2011 genauso hoch sei wie die des gesamten letzten Jahres und dass das Unternehmen auch weiterhin vorhabe, soviel springen zu lassen. Maris teilte mit, dass Larry Page Google Ventures bereits $200 Millionen Dollar für dieses Jahr zugesagt und mitgeteilt hätte "wo das herkomme, gäbe es praktisch unendlich mehr". Dieses Geld wird zum großen Teil in gefestigte Unternehmen, aber auch in 100 neue Firmen aus verschiedenen Bereichen – Internet , Biotechnologie, Umwelttechnologie – investiert.
Und wie es scheint, zumindest von Googles Seite aus, zahlt sich der Einsatz aus. So verkaufte sich etwa eine der Investitionen mit dem Namen Ngmoco für $400 Millionen an ein japanisches Gaming-Unternehmen. Google scheint das Prinzip „Wer suchet der findet“ ziemlich ernst zu nehmen und damit auch noch sehr erfolgreich zu sein.

Peter
schon spannend, dass Google wieder sympathischer wird.