Über diese Einstellungen ist vielleicht der eine oder die andere bereits gestolpert. Oder hat in einem Forums-Thread davon gelesen. Oder zumindest diese Worte schon einmal gehört oder gesehen. Aber Hand auf's Herz: Wer weiß wirklich, was sich dahinter verbirgt? Ich meine, weiß, nicht vermutet zu wissen. Eine dumpfe Vorstellung haben wir alle davon – doch was geht da wirklich ab?

(Bildquelle: Flickr)
Da ich das nun endlich einmal genau wissen wollte, habe ich mich also durchgegoogelt. Und komme zu dem Schluss: So richtig weiß das offensichtlich niemand. In den Suchergebnissen findet man überwiegend Dinge wie "ich vermute", "wahrscheinlich" und "zum Beispiel". Ab und an auch ein "meiner Erfahrung nach". Und heißt die Antwort an einer Stelle "A definitiv, B keinesfalls" – so heißt sie an anderer "A schonmal nicht, B eventuell", aber "außer"...
Worum geht es aber nun eigentlich? Um zwei kleine Einstellungen, die sich im Menü "Konten & Einstellungen" finden: "Hintergrunddaten" und "Automatische Synchronisation". Was ist nun was? Anfrage an den Sender Erewan: Stimmt es, dass...
- Hintergrunddaten: Datenaustausch, den Apps im Hintergrund, also ohne Interaktion des Benutzers, vornehmen. Etwa ein Wetter-Widget, dass die Wetterdaten aktualisiert – im Gegensatz zum Browser, der eine Webseite aufruft, weil der Benutzer auf einen Link geklickt hat
- Automatische Synchronisation: Unterpunkt der Hintergrunddaten. Betrifft Kalender und Mail von eingerichteten Konten (siehe unter "Konten & Einstellungen", wenn ein Konto-Eintrag geöffnet wird). Lässt sich nicht "umschalten", wenn Hintergrunddaten generell deaktiviert wurden.
Antwort des Senders: Im Prinzip ja, nur:
- Ist zwar jede App nach den Spezifikationen dazu angehalten, diese Einstellungen zu prüfen – aber verbindlich ist es nicht: Die API-Referenz redet hier von "sie sollte", nicht von "sie muss" (siehe API-Dokumentation zum ConnectivityManager sowie auch an dieser Stelle).
- Wird man bei abgeschalteten Hintergrunddaten vom Google Market bei interaktivem Aufruf darauf hingewiesen, dass die Hintergrunddaten zuerst aktiviert werden müssen – obwohl es sich hier um eine aktiv vom Benutzer initiierte Aktion handelt.
- Halten sich in der Tat nicht alle Apps daran, was dort eingestellt ist. Und Google selbst geht da mit schlechtem Beispiel voran: Laut Reports zählen zu den Missachtern u.a. Latitude und GMail. Aber auch WhatsApp.
Um Akku und/oder Datenvolumen zu schonen, kann man manuell die Hintergrunddaten deaktivieren – was natürlich im Normalfall wenig praktisch ist. Die Apps, die sich brav daran halten, liefern dann nur noch auf manuelle Anforderung etwas (man ist bei eingehenden Mails also nicht mehr sofort informiert, außer bei GMail) – und die "bösen Jungs" scheren sich ohnehin nicht darum. Praktischer geht das z.B. mit JuiceDefender & Co., die zwar die Hintergrunddaten generell deaktivieren – aber in gewissen Zeitabständen (per Default sind es bei JuiceDefender 15 Minuten) kurzzeitig wieder freischalten. So wird der permanente Hintergrundtraffic unterbunden, man bleibt aber dennoch recht aktuell. In den Bezahlversionen (Plus und Ultimate) lässt sich das gar noch feiner regeln bis dahin, einzelnen Apps das generell zu erlauben und anderen generell zu unterbinden.
Bleibt immer noch die Frage nach den "bösen Jungs", die sich nicht daran halten. Und sich in den Statistiken dann auch noch dreist verstecken: Schon einmal gewundert, warum "Telefon Standby" bei den Akku-Verbrauchern ab und an recht weit oben steht? Weil es eigentlich richtiger heißen müsste: "Hintergrunddaten im Telefon-Standby". Auch nicht ganz korrekt, aber die machen da den Bärenanteil aus. Noch gemeiner wird es, wenn die Angaben dort schlicht falsch sind: So berichtet z.B. Jack Umano von einem Fall, in dem die Anzeige dem Dialer (Telefon) Prozess 97% des Verbrauchs zuwies – sich aber tatsächlich die Yahoo! Mail App als Schuldige herausstellte. OK – aber jetzt sind wir von den Hintergrunddaten komplett zum Akkuverbrauch abgedriftet...
Wie können die "bösen Jungs" denn nun aufgespürt werden? Spare Parts führt da zu einem schönen Menü, welches man auf den meisten Android-Telefonen auch über einen "Anruf" bei der magischen Nummer *#*#4636#*#* öffnen kann. Hier lassen sich die Verbraucher u.a. auch anhand des verbrauchten Netzwerk-Traffics auflisten. Taucht dort trotz abgeschalteten Hintergrunddaten eine App auf, die gar nicht aktiv genutzt wurde, hat man einen Kandidaten entdeckt – und sollte sich überlegen: Entwickler anschreiben, oder gleich nach einer Alternative umschauen?

Praktisch, danke! ;)