
Danke schön, EU-Kommision und danke schön EU-Kommisarin Neelie Kroes, dass ihr endlich den schon im Mai vorgestellten Plan zur weiteren Regulierung der Mobilfunk-Roaming-Gebühren abgesegnet habt. Immerhin ein kleiner Schritt zur zumindest dezenten Reduzierung unherhörter Datenvolumen-Kosten, die mit unseren leistungsfähigen Smartphones im Ausland entstehen. Aber was genau bedeutet das für uns? Mehr dazu im Beitrag.
Da hat man schon ein fantastisches Smartphone, das so gut wie alles kann, was auch nur im entferntesten mit Datenerschaffung und -verarbeitung zu tun hat und mit dem man jederzeit und (fast) überall ins Internet kommt - was mit solch einem Handy auch absolut notwendig ist. Solange man in Deutschland ist und einen guten Kostenplan oder am besten eine Flatrate für seine Datengebühren hat, ist das alles schön und gut. Doch sobald man sich im Ausland befindet, können sich bei unachtsamem mobilen Aufenthalt im Internet schnell horrende Summen anhäufen. Denn momentan liegt der Durchschnitt für die mobile Datennutzung im EU-Ausland bei sage und schreibe 2,50 Euro je übertragenem Megabyte, was laut EU-Kommissarin Kroes (und wahrscheinlich aller Handy-Nutzer dieser Welt) in keinerlei Verhältnis zu den tatsächlich anfallenden Kosten steht.
Das soll sich jetzt aber hoffentlich zumindest im EU-Ausland ändern. Bisher waren alle während der letzten vier Jahre vorgelegten Pläne für die Preisobergrenzen der Handynutzung im EU-Ausland immer nur auf Telefonieren und Schreiben von SMS beschränkt. Erstmals hat die EU-Kommission es jetzt aber geschafft, einen Plan vorzustellen, der eben auch die Roaming-Gebühren beinhaltet. Dieser soll dann folgendermaßen aussehen:
Geplante Preisobergrenzen für EU-Bürger im EU-Ausland
| Aktuell | 1.7.2012 | 1.7.2013 | 1-7-2014 | |
|---|---|---|---|---|
| Datenübertragung (pro Megabyte) | 0,90 Euro | 0,70 Euro | 0,50 Euro | |
| Ausgehende Anrufe (pro Minute) | 0,35 Euro | 0,32 Euro | 0,28 Euro | 0,24 Euro |
| Eingehende Anrufe (pro Minute) | 0,11 Euro | 0,10 Euro | 0,10 Euro | 0,10 Euro |
| Kurznachrichten | 0,11 Euro | 0,10 Euro | 0,10 Euro | 0,10 Euro |
Wie es mit Gesetzesentwürfen leider meistens der Fall ist, muss auch diesem guten Stück erstmal von vielen Leuten zugestimmt werden. Hier wären dies der EU-Ministerrat und das Europäische Parlament. Zusätzlich sollen die EU-Bürger, die sich in einem anderen EU-Land aufhalten werden, außerdem noch die Möglichkeit bekommen, einen separaten Roaming-Vertrag bei einem anderen, günstigeren Anbieter unter Beibehaltung ihrer Telefonnumer und für die Zeit ihres Aufenthalts abzuschließen. Das allerdings bedeutet weiter, dass es Mobilfunkanbietern erleichtert werden muss, ihre Dienste auch im EU-Ausland anzubieten. Dann bleibt ja nur zu hoffen, dass alle bei gesundem Menschenverstand sind und diesem Plan zustimmen.

Patrick S.
Ist schon überfällig! Gut das sich da was tut ...