
Ja, die Südkoreaner: fleißig, fortschrittlich, wissbegierig und Technik-affin. Natürlich sind das nicht die einzigen Eigenschaften dieser asiatischen Nation, doch sind es eben diese Tugenden, die für den nächsten großen Schritt dieses Landes gen Zukunft sorgen könnten. Denn bis zum Jahre 2015 sollen alle Textbücher aller koreanischen Schulen durch Tablets und E-Reader ersetzt werden.
In nur vier Jahren also sollen sämtliche südkoreanischen Kinder sich nicht mehr mit vollbepackten Rucksäcken in die Schulen schleppen müssen und so Folgeschäden wie etwa einen unansehnlichen Buckel oder Bandscheibenvorfälle zu riskieren. Schluss auch mit Eselsohren, vergilbten Bücherseiten mit unzähligen Schmierflecken, überholter Information oder der unglaubwürdigen Ausrede, der Hund, die Katze oder sonstiges Hausgetier habe mal wieder sämtliches Lehrmaterial und natürlich die dazugehörige Hausarbeit gefressen.
Um eine solch große Aktion in doch relativ kurzer Zeit durchzuführen, braucht man allerdings Geld. Und zwar eine Menge davon. Während in manchen Ländern eher ungern monetärer Einsatz für Bildung geleistet wird (in den USA etwa existiert der Traum der Einführung von Tablets & Co. bereits seit der Erscheinung des Kindl-Readers im Jahre 2007, dieser lässt sich aber nur schwer umsetzen, wahrscheinlich auch nicht zuletzt deshalb, weil das vorhandene Geld eben für andere, wichtigere Dinge wie Militär etc. gebraucht wird), hat das südkoreanische Bildungsministerium eingewilligt, über die nächsten kommenden Jahre zwei Milliarden Dollar zu investieren, um jeden Schüler mit einem kostenlosen Tablet und dem nötigen digitalisiertem Lehrmaterial auszustatten. Richtig gelesen: kostenlos.
Der Gedanke ist natürlich gar nicht so verkehrt. Im Gegensatz zu Notebooks und Laptops, die für Kinder doch meist etwas zu groß und sperrig sind, ist die Handhabung eines Tablets sehr nahe an der eines klassischen Buches. Dadurch ist ein reibungsloser und vor allem recht natürlicher Umgang möglich, immerhin lässt sich ein Tablet ja schon fast wie ein Buch halten. Zusätzlich wird natürlich auch die Umwelt geschont, könnte doch auf sehr viel Papier verzichtet werden.
Was das Timing betrifft, könnte es Südkorea kaum besser getroffen haben: Die Tablets der meisten Hersteller werden leichter und gleichzeitig besser, zum Teil günstiger und dennoch leistungsstärker. Wenn es Südkorea also bis 2015 wirklich schafft, alle Schulranzen durch den Ersatz von Büchern durch Tablets und E-Readern wesentlich zu erleichtern, ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Rest der Welt folgt. Die nächste Sorge ist dann allerdings, dass die Kids sich auch wirklich mit ihrem Lernstoff und nicht irgendwelchen Spielen, Facebook-Updates oder Chats während des Unterrichts beschäftigen.

Penguin6
Ein Virus hat meine Hausaufgaben gelöscht!!!