
Manchmal gibt es Dinge, von denen erfährt man nur per Zufall. Oder dann, wenn man als Sprecher zum Thema "Android" eingeladen wird. In meinem Fall war es das Blogger-Event der österreichischen Firma sms.at, dem nach eigenen Angaben unangefochtenen Marktführer in Österreich beim Thema "SMS".
Kostengünstig SMS weltweit über Telefon und PC verschicken
SMS sind nach wie vor beliebt. Viele Milliarden Kurznachrichten werden überall auf der Welt jährlich von Handy zu Handy verschickt. Dabei können sich diese unscheinbaren Kurznachrichten schnell zu echten Kostenfallen entwickeln - spätestens dann, wenn man (viele) SMS ins Ausland verschickt. In diesem Fall kosten die maximal 160 Zeichen schnell mal 0,39 Euro - oder mehr!
Um genau diese Kosten zu senken, gibt es immer mehr Anbieter, die SMS Versand ins Ausland zu einem kostengünstigen Preis anbieten. In der Regel handelt es sich dabei um Web-Interfaces, über die SMS - auch mit der eigenen Absendernummer - verschickt werden kann.
SMS schreiben am PC - nix Neues? Doch!
Das Thema "SMS vom PC verschicken" ist nichts Neues. Schon ganz früh im letzten Jahrzehnt wurde genau dies bei vielen Webportalen populär. Android Apps, über die man günstiger SMS veschicken kann, gibt es ebenfalls schon zuhauf. Hinzu kommen all die neuen Instant Messenger, wie yuilop oder WhatsApp, mit denen man einfach, bequem und gar kostenlos Freunde, Bekannte und Verwandte schnell und einfach asynchron Nachrichten auf das Telefon schicken kann. Ganz so wie bei der guten, alten SMS.
Wie also kommt man als Unternehmen dazu ein so ehrgeiziges Ziel, wie "wir wollen die weltweit beliebteste SMS-Applikation werden" offen auszusprechen? Vor allem dann, wenn man noch nicht mal die Betaphase hinter sich hat. Martin Pansy, Chef des Unternehmens sms.at, tut es. Der 29-jährige Pansy leitet das 1999 gegründete Unternehmen, das mittlerweile über 40 Menschen beschäftigt. Und je länger man seinem Vortrag lauscht, desto klarer wird, dass das ausgerufene Ziel sicherlich ambitioniert ist, aber mit der gewählten Strategie auch durchaus erreichbar sein kann. "Es ist nicht wichtig der Erste, sonder der Beste zu sein", sagt Martin irgendwann während seines Vortrags. Das Team von sms.at hat lange an seinem neuen Service mysms.com gearbeitet.
Der Service von mysms.com besteht aus einer App und dem Webservice, der direkt über die Webseite abgerufen werden kann. Und nun der Clou: alle SMS, die Ihr verschickt, aber auch empfangt, liegen nicht nur auf Eurem Android Smartphone, sondern auch bei mysms.com in der Cloud. So gehen nicht nur SMS nie wieder verloren. Ihr könnt vor allem auch von jedem Computer aus auf Eure SMS zugreifen, oder - zum Beispiel bei einem Telefonwechsel - Eure SMS "mitnehmen".
WhatsApp, ICQ & Co. - Konkurrenz zur Android App von mysms?
Die Unterscheidung zwischen WhatsApp, ICQ und anderen Instant Messengern fällt vielleicht auf den ersten Blick schwer. Man könnte meinen, dass das Instant Messaging die gute, alte SMS vielleicht komplett vertreiben mag. Die Zahlen zum SMS-Nutzerverhalten sprechen aber nach wie vor klar für die SMS! Eine Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) spricht der SMS nach wie vor die Rolle der wichtigsten Handyfunktion überhaupt zu. 73 Prozent aller Handybesitzer nützten ebendiese Funktion.
Die Anwendung von mysms.com ist eine HTML5-App, die direkt auf den SMS-Posteingang von Deinem Android Smartphone zugreifen kann. Das wirklich Coole: ist man vor dem PC und möchte nicht ständig auf das Telefon sehen, wird man auch direkt über das Webinterface über neue SMS-Nachrichten informiert.
Geld will die Betreibergesellschaft sms.at mit zahlungspflichtigen SMS verdienen. Werden Kurznachrichten an Empfänger verschickt, die keine Kunden von mysms.com sind, wird eine Gebühr von 8 Cent pro Nachricht fällig, ganz egal in welches Land die SMS geschickt wird. Die für das Projekt verantwortliche Mitarbeiterin bei sms.at, Elfriede Zettl, gibt sich hier aber durchaus bescheiden, und sagt: "Uns reicht es schon, wenn hin und wieder eine kostenpflichtige SMS über unsere App verschickt wird". Für wieviel Prozent der über 300.000 SMS, die seit Jahresbeginn über mysms.com verschickt wurden, kostenpflichtig waren, ist indes nicht bekannt. Es dürften aber sicherlich nicht wenig sein.
Fazit
Es ist sicherlich zu früh zu bewerten, wie sich mysms.com aus dem benachbarten Österreich auf dem großen Weltmarkt schlagen wird. Das Produkt, das wir bei der Veranstaltung in München sehen konnten, stimmt einen aber durchaus optimistisch, dass man bei sms.at auf dem richtigen Weg ist. Selbst wenn das Ziel sehr hoch gesteckt ist, kann man hier nur Larry Page von Google zitieren: "Think big!! Even if you fail at your ambitious thing, it's very hard to fail completely..."

Alex
Sieht nicht schlecht aus. Gut das man nicht gezwungen wird, diese hässliche Bubble Optik zu nutzen.