
Intel's CEO, Paul Otellini, hat im Rahmen eines Investoren-Meetings gegen Android gewettert. So interpretieren es zumindest nahezu alle Blogs und Webseiten, bei denen diese News heute erschienen ist. "Apple's vorrangiges Ziel sei es alles von A bis Z zu kontrollieren, um so die Kontrolle über die User Experience, als auch die Verkaufspreise zu erlangen", sagte Otellini bei diesem Investoren-Treffen in Santa Clara, Kalifornien.
Android sei dagegen der krasse Gegensatz. "Google's Modell ist es eine möglichst breite Basis zu erlangen, weil wie wird Google bezahlt? Sie bekommen kein Geld, indem sie [Google] Android verkaufen. Sie verdienen durch Klicks. Am Ende des Tages ist es so, dass je verbreiteter Android ist, desto mehr Geld kann Google aus Werbung damit verdienen", sagte Ottilini als Antwort auf die Aussage eines Journalisten, dass durch die [Wachstums]-Dynamik von Android auch eine Fragmentierung entstehe.
Otellini fügte hinzu: "Ich denke, es gibt einige Wachstumsschwierigkeiten durch die Android hindurch muss. Wie bringt man Ordnung in ein Chaos?". Dabei verglich der Intel-Chef Android mit Microsoft und den Versuchen ebenfalls Ordnung in das System zu bringen. Dort gab es ebenfalls diese Fragmentierung. Microsoft sei zunächst auf verschiedenen Plattformen, wie PowerPC, ARM oder MIPS gelaufen. Am Ende habe sich die dominante x86-Architektur von Intel durchgesetzt. Android laufe derzeit ebenfalls auf vielen verschiedenen Systemen, wie ARM, x86 und anderen Architekturen. Portiert würde aber vor allem für Geräte mit ARM-Chips.
Auf der Computex will Intel laut dem standard.at mehrere Android-Tablets basierend auf Oak Trail vorstellen. Der Wunsch dürfte es wohl sein, dass die Intel-Architektur neues Lieblingskind für Android-Phones wird.
Sind Otellini's Worte wirklich Android-abwertend?
Wie bereits erwähnt: Die meisten Publikationen sind sich darin einig, dass die Ottilini wenig Schmeichelhaftes für Android übrig hatte, als er sich zu den "chaotischen" Zuständen bei Android äußerte. Man kann das "Chaos" aber auch anders werten:
- Chaos bedeutet in diesem Zusammenhang erstmal nicht, dass bei Android alles chaotisch läuft. Vielmehr soll es heißen, dass es keine einheitliche Hardware-Plattform gibt, und es dadurch sicherlich schwieriger ist für Entwickler von Android sich darauf einzustellen. Otellini gibt hierfür aber ja bereits die richtige Antwort: dieses "Chaos" ist für Android absolut notwendig, damit es sich verbreiten kann. Seine Hoffnung ist ja vielmehr, dass sich eine Plattform herauskristallisiert, und Intel vom enormen Android-Boom partizipieren kann.
- Otellini hat [aus meiner Sicht] Apple und Google nicht wirklich miteinander verglichen. Zumindest hat er nicht gewertet, ob das Eine oder das Andere nun besser ist, oder eben nicht. Der Vergleich, so wie er bei den Webseiten genannt ist, könnte man als "aus dem Zusammenhang gerissen" bezeichnen. Sein Vergleich ist vielmehr so zu interpretieren, dass die beiden Modelle auf etwas komplett anderes abzielen: das eine Modell auf Reichweite (Android). Und das andere Modell auf Marge und auf die Monetarisierung der verschiedenen Wertschöpfungen (Apple).
Dass Paul Otellini vielmehr die Begehrlichkeiten hat, den Konkurrenten ARM bei seiner Android Expansion zu bremsen, zeigt sein Zitat: "Das Wachstum von Apple bei den Macs hat sich vervierfacht seitdem sie zu Intel gewechselt sind. Diese Value Proposition hat ihnen sehr gut getan."
Sprich: Otellini verbindet das Ende des "Chaos" eher damit, dass Android immer mehr mit Intel-Chips optimiert werden sollte...
Man kann ja mal hoffen. Als Intel-CEO würde ich das schließlich auch tun...

Christian B.
Also, "Apple's vorrangiges Ziel sei es alles von A bis Z zu kontrollieren, um so die Kontrolle über die User Experience, als auch die Verkaufspreise zu erlangen" finde ich eine sehr abwertender Aussage gegen Apple, klingt nach Stasi -.-
Und wie war das: Ein Genie beherrscht das Chaos! ;)