Ist es möglich im Google Market Geld zu verdienen? Um die Antwort dieser Frage entbrennen teils hitzige Diskussionen, welche auch die AndroidPit Gemeinde das ein oder andere Mal beschäftigt hat.
Nun hat Arron La, der Entwickler des Advanced Task Managers, in seinem Blog die Gewinne der letzten Monate dokumentiert und diese geben eine (fast) eindeutige Antwort auf die oben gestellte Frage: Ja!
Da jedoch ein Diagramm mehr aussagt als tausend Worte sind hier die Einnahmen des Herr La grafisch dargestellt:

Arron La stellte im Februar 2009 (am ersten Tag an dem das Einstellen von Paid Apps möglich war) seinen Advanced Task Killer zu einem Preis von nur 0,99 Cent in den Market ein. Erst im November 2009 stellte er eine kostenfreie Version in den Market, welche Werbung mittels AdMob beinhaltet. Diese kostenfreie Version schaffte es innerhalb von gerade mal 6 Monaten die Einnahmen der Paid App zu übersteigen und wächst auch weiterhin mit rasantem Tempo an.
Aus diesem Beispiel des Herr La ergeben sich nun verschiedene Aspekte in der Diskussion, ob man im Google Market (auch im Vergleich zum App-Store) Geld verdienen kann. Die Diskussion wird auch dahingehend interessant, da Herr La mit seiner App eindeutig zeigt, dass man mit werbeunterstützenden kostenfreien Apps einen guten bis sehr guten Lohn erwirtschaften kann.
Weiterhin spricht er davon, dass sein Beispiel nicht so berauschend klingt wie die "Milliionärs-App-Store" Geschichten, jedoch ein Entwickler nach einer kurzen Durststrecke sehr wohl vom Google Market leben kann. Besonders da er seine Paid-App nur zum Preis von 0,99 Cent anbietet und somit ein enormes Potenzial in der Paid-App steckt, wenn er den Preis höher ansetzt.
Doch auch Kritik am Google Market bleibt nicht aus. So sieht er Hemmschwellen im Verkauf seiner App direkt bei Google begründet. Er erläutert zum Beispiel, dass in seinen Augen Google Market und Checkout dafür zuständig sind, dass der Verkauf von Apps bisher gebremst werden.
Diese Meinung findet sich nicht nur bei Herrn La, sondern auch in den Diskussionen rund um dieses Thema in unserer Community. So ist es indiskutabel, dass das Kaufen von Bezahlapps nur in 13! Ländern verfügbar ist. Zum Vergleich: Apple bietet diese Option 90! Ländern an.
Dieses verlorene Potenzial führt zwangsläufig zu geringeren Absätzen bei Bezahlapps. Man kann sich nicht vorstellen, wie viele Bezahlapps am Tag mehr über den Checkout Tisch gehen würden, wenn Google seinen Market öffnen bzw. verbessern würde. So führt Herr La als eine riesige Hilfe die Einführung von Paypal als Bezahlmethode an. (Anm. Ein Beispiel dieser geringen Verbreitung ist der Launcher Pro Plus. Dieser kann nicht im Market gekauft werden, da sein Entwickler in Uruguay sesshaft ist).
Auch die Verbesserung des Google Market ist ihm und vielen Entwicklern und Nutzern rund um den Globus ein Anliegen. So bringt er den Vorschlag, dass weitere Listen im Market auftauchen und somit dem kaufwilligen Kunden zeigen, welche Apps derzeit hochfrequentiert heruntergeladen und welche Apps verschmäht werden.
Eine weitere Verbesserung wäre eine Website, die man am PC ansteuern und wo man mit dem Komfort eines Laptops bzw. Desktop-PCs durch den virtuellen App-Supermarkt schlendern kann.
Doch leider verschwendet Google hier viel zu viel Potenzial und behandelt den Market nur stiefmütterlich.
Zum Schluss noch einige (witzige und interessante) Informationen zu Herr La:
- Er ist der Meinung, dass Apple mit seiner Verweigerung das Rückgabesystem einzuführen, die Kunden teilweise ausnutzt. Da viele eine App kaufen und nachdem sie gemerkt haben, dass diese App nichts nutzt auf dieser sitzenbleiben.
- Er sieht in der Übersetzung von Apps ein großes Potenzial, welches helfen könnte Verkäufe zu erhöhen.
- Er arbeitet trotz mehr als 10000 Dollar Einkommen immer noch hauptberuflich bei IBM. Zitat: "I can say I am doing relatively well"
- Er hat bisher mit einer einzigen App in circa 1,5 Jahren über 80000 Dollar erwirtschaftet.
- Er ist der Meinung, dass Google die richtigen Schritte gegen Piraterie unternimmt bzw. unternommen hat.

T.K.
Interessant! Qualität setzt sich am Markt immer durch, wenn man den Markt nur machen lässt.