
Es gab bereits viele Diskussionen darüber, ob denn nun sogenannte "Secondary Markets" sinnvoll seien, oder eben nicht. Fakt ist: es gibt bereits viele Android Geräte, die "Without Google" sind und keinen Google Market an Bord haben. Und es werden zukünftig noch sehr viel mehr werden. Der Grund ist nicht, dass all die Hersteller unbedingt lieber einen eigenen Store haben wollen. Vielmehr bedeutet "Without Google" schlicht und ergreifend, dass auch kein Google Market verfügbar ist. Damit ein Endgerät aber "With Google" sein kann, sind einige Hardwarespezifikationen, aber auch ein Zertifizierungsprozess von Nöten. Ein Unterfangen, das sich ein Unternehmen nicht automatisch leisten kann.
Die Geräte von 1&1 - das Smartpad und das HTC Wildfire - haben beide einen Store vorinstalliert, wobei das Smartpad nur den 1&1 Store an Bord hat, das Wildfire sowohl den Android Market, als auch den 1&1 Store.
Es ist durchaus so, dass man eine Fragmentierung des Android App Markts kritisch ansehen sollte. Immerhin würde ein total zerklüfteter App Markt bei Android bedeuten, dass nicht mehr überall alle Apps verfügbar wären. Für Entwickler wäre es nicht nur zu anstrengend jeden Markt zu "beliefern". Es wäre auch so, dass "exklusive" Apps immer weiter zunehmen würden. Immerhin könnte es für Hardware-Hersteller ein wunderbares Differenzierungsmerkmal sein.
Ich persönlich sehe echte Chancen für ein, zwei Secondary Markets richtig erfolgreich zu sein. Das muss nicht unbedingt in Europa oder den USA passieren. Es kann auch durchaus sein, dass in Asien ein solcher Android App Store Akzeptanz finden könnte.
Egal wo auf der Welt - eines ist klar: Damit ein solcher Android App Store Erfolg verbuchen kann, muss er große Mehrwerte gegenüber dem "normalen" Android Market bieten. Dazu gehören unter anderem die Bezahlweisen, ein einfacher Installationsprozess und ein ausgeklügeltes System dazu, damit User schnell und einfach die für sie passenden Apps finden. Wichtiger noch ist aber die Tatsache, dass Entwickler viele Tools an die Hand bekommen, die sie benötigen, um Geld zu verdienen und es ihnen auch sehr bequem zu machen in einen Store Apps einzustellen.
Denn Eines ist ja klar: Wenn es zu wenig Content gibt, bringt die tollste Technik nichts!
Der 1&1 Store wird von AndroidPIT entwickelt und betrieben. Wir haben noch lange nicht alle Punkte implementiert, die für einen dauerhaften Erfolg notwendig sind. Wir haben aber den Anspruch einer der größten Secondary Markets zu werden. Derzeit gibt es:
- eine Übersicht der im Store verfügbaren Apps
- eine Sortierung nach Kategorien
- eine direkte Suche
- ein Link zu den jeweiligen Testberichten (von AndroidPIT)
- eine Suche nach Apps
- ein direkter Installationsprozess "over the air"
- automatische Updatefunktion von installierten Apps
- demnächst eine Billingfunktion, um auch kostenpflichtige Apps kaufen zu können
Bitte nicht falsch verstehen: Wir wollen - und können - dem Google Market keine Konkurrenz machen. Darum geht es auch gar nicht! Es geht darum fehlende Elemente im bestehenden Android Ecosystem zu bieten, aber auch darum Unternehmen, die Android gerne nutzen möchten, aber keinen Zertifizierungsprozess bei Google durchlaufen können, eine (sehr) gute und einfache Möglichkeit zu offerieren ebenfalls Apps für ihr System zu bekommen.
Und letztlich: Wir hoffen, dass Entwickler bald Geld mit Apps verdienen können. Bleibt dieses noch sehr viel länger aus, kann das durchaus eine Gefahr für Android darstellen. Denn dann könnten sich Entwickler ab- und anderen Betriebssystemen zuwenden.

David Böhm
gibt es den store auch zum download für z.b. das milestone