Marken und ihre Machtstellung waren schon immer Thema zur philosophischen Betrachtung. Meist ging es in der Vergangenheit darum, eine übermächtige „Marke“ kritisch zu beobachten und andere „kleine“ Konkurrenten deutlich als Alternative hervorzuheben. Jetzt und in diesem Fall ist es ähnlich, aber komplizierter. Denn Apple und Google sind beide „Kommunikationsriesen“ im globalen Markt. Google ist begrenzt gesehen auf dem Smartphonemarkt der Herausforderer. Jetzt, wo die Vernetzung der Kommunikation immer schneller und weiter voranschreitet, bleibt es nicht aus, dass sich Unternehmen, die bisher nebeneinander existieren konnten, dies nicht mehr können, weil sie mittlerweile durch die Marktkonzentration und Vernetzung von mobilen Diensten zu direkten Konkurrenten geworden sind. Ich möchte hier meine persönliche Bewertung und Einschätzung wiedergeben und eine Orientierung bei der Entscheidung – Google oder Apple geben. Betrachtet werden technische und philosophisch-religiöse Aspekte.
Fangen wir mit dem Image an. Auf der einen Seite steht Apple mit seiner, „wer Apple nutzt ist besser, schöner und intelligenter als die anderen, die keine Appleprodukte nutzen“, Aussage. Zusammengefasst: Apple macht auf elitär und modisch. Google ist die globale Datenkrake mit dem Leitspruch „Dont be Evil“. Zusammengefasst: Google ist für Alle da und weiß daher auch alles über Alle. Google will nicht „böse“ sein und wir sollen auch nicht böse sein. Einfach ausgedrückt, Apple ist der individualistische Kapitalismus und Google, der gemeinwohlorientierte Sozialismus. 1:0 für Google.
Produktpolitik: Die Apple Produktpolitik lässt keine Freiheiten zu. Die iPhone-Nutzer sind vollständig und unausweichlich den „zensierten“ Vorgaben von Apple ausgeliefert. Apps die Apple nicht will, kommen auch nicht auf den Markt. Da wundert es mich allerdings schon sehr, wieso es Piraten (politisch) gibt, die aus Überzeugung das zensierte und unfreie iPhone nutzen?!? Stev Jobs hat erst kürzlich, die Produktpolitik von Apple mit Moral und Sitte verteidigt. Die Argumentation kenne ich schon von der katholischen Kirche – „Es muss sich nichts ändern, denn nur wir wissen absolut was für die Menschen gut und moralisch vertretbar ist!“. Da sehe ich keinen Unterschied zwischen Apple und der katholischen Kirche. Die Datenkrake Google ist sicherlich kritisch zu betrachten. Aber was die Produktpolitik – speziell die Android-Politik angeht, ist zu bemerken, dass Google auf frei Software von freien Autoren setzt. 2:0 für Google.
Kommen wir zum technischen. Die Grundausstattung von Android- und iPhone-Handy sind vergleichbar. Sowohl mit dem iPhone als auch mit dem Android-Smartphone kann man telefonieren und SMS nutzen. In der Integration von sozialen Netzwerken, Internet und Datendiensten hat Google die Nase vorn. So gibt es im Gegensatz zu Apples iPhone etliche Apps zur Steuerung, Bedienung und Integration von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Picasa, Flick, VZ-Netzwerke, YouTube und andren Internetdiensten. Das iPhone kann zwar auch Web 2.0 Inhalte darstellen und kommunizieren, aber nicht so schön und vor allem unter einer Oberfläche integriert. Was die Daten- und Internetsicherheit an geht sind beide Systeme vergleichbar. Der für moderne Büroorganisation wichtige Zugang zum „Call Log“ ist ebenso in beiden Systemen vergleichbar. Die lokale Suche im Handybrowser gewinnt auch immer mehr an Bedeutung. Nicht nur wenn man einen Ausschnitt der eigenen Datenbank in eine über 1 MB große HTML Datei packt, ist eine lokale Suche im Browser etwas unbedingt Notwendiges. Der mit dem iPhone werkseitig installierte Safari Browser (Jan 2010) kann keine lokale Suche auf der gerade angesehenen Webseite durchführen. Android Handys haben damit keine Probleme. 3:0 für Google.
Da blättert man durch die Einstellungen und sieht zum ersten Mal auf einen frischen serienmäßigen Handy – Debug Einstellungen für Softwareentwickler. Wenn Sie jetzt gleich voller Ideen ausrufen “Das muss ich haben” sind Sie eindeutig ein Androidhandy Typ. Einfacher Zugang zur Entwicklung von Software, einfacher Zugang zum Market, Installation von nicht Market Software sind die großen Stärken von Android. Das iPhone hat nichts Vergleichbares zu bieten außer einem zensierten Applikationsmarkt. 4:0 für Google.
WLAN und HSDPA gehören heute zum Standard in der Mobilen Kommunikation. Smartphone Hardware mit Android kann das natürlich ohne Probleme. Apple und sein iPhone können es nicht. 5:0 für Google.
Auch in der Multimedia-Kategorie hat Android die Nase vorn. Android Smartphones mit 8- bzw. 12-Megapixel-Kamera stellen die 3,2-Megapixel-Knipse im iPhone 3GS allein von den technischen Angaben in den Schatten. Dem flexiblen und vielseitigen Datenaustausch mit einem Android-Phone, kann Apple auch nichts entgegensetzen. 6:0 für Google.
Fazit: Das Google-System Android hat seit seiner ersten Umsetzung im T-Mobile G1 Anfang 2009 eine stattliche Fan-Gemeinde um sich geschart und sich auf dem Handy-Markt etabliert. Zumal Google mit zig renommierten Handy-Herstellern zusammenarbeitet und dem Nutzer eine Auswahl an Modellen bietet. Anders als der US-Kollege Apple, der sich auf ein Handy fokussiert und seinem OS damit den proprietären Status aufdrückt. Noch gibt es mehr Apps fürs iPhone, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Android wird hier ohne Zweifel Apple überrennen.

Ich gebe dir recht das Google besser ist.
Aber wegen deinem 2:0 für Google.
Auch wenn es toll ist das Android frei ist und jede Software reinkommen kann, es birgt einfach auch nachteile. Man kann eigentlich nie den Market durchsuchen ohne sich über die Spam Apps aufzuregen, zumindest mache ich dass.