
Das Chaos ist erstmal perfekt! Geladen hatte man in das "Adina Hotel". Allerdings ohne Adresse! Gibt man dieses in Google ein, wird man zu einem Hotel in der Nähe des Potsdamer Platz geschickt. Tatsächlich aber war ein Hotel der gleichen Kette in der Nähe des Hauptbahnhofs gemeint. So wie mir, erging es zahlreichen Kollegen, die teilweise verdutzt, teilweise verärgert am Checkpoint Charlie rumstanden. Die Hotel-Odysee passte ganz gut zum Thema von Neofonie "Lange Nacht der Suche" - eine Veranstaltung, die sich direkt nach der Pressekonferenz anschloss.
Endlich an der Pressekonferenz angekommen - die Überraschung! Über 100 Journalisten und 8 Kamera-Teams waren da. Der komplette Raum zum Bersten voll. Weniger gut: kein Handyempfang, kein WLAN, kaum UMTS-Verbindung möglich. Entsprechend viele Kollegen schimpfen!
Die Präsentation des WePad selber bringt erstmal wenig Neues und wenige Überraschungen. Man plant einen Store, bei dem Magazine verkauft werden. Gruner+Jahr wird dabei von Anfang an mit dabei sein. Preise für ein Onlinemagazin könne man aber jetzt noch nicht nennen.
Überhaupt hält man sich bei vielen Punkten noch recht nebulös. Es ist wohl ein Zeichen dafür, dass die Pressekonferenz relativ eilig nach dem iPad-Launch einberufen wurde, um hier noch den Hype mitnehmen zu können. Einige Journalisten hacken hierauf herum und stellen aus meiner Sicht unverständliche Fragen. Eine Kollegin einer großen Publikation im Wirtschaftsbereich fragt zum Beispiel, ob sich Neofonie, die Macher hinter dem WePad, denn das alles überhaupt leisten könne. Die Umsatzzahlen und der Gewinn aus 2008 würden nicht dafür sprechen. Man fragt sich, ob man so etwas fragen muss. Was genau hat das mit dem WePad zu tun? Und glaubt die Kollegin wirklich ernsthaft, dass der Geschäftsführer darauf antwortet? Und vor allem: warum sollte er überhaupt antworten? Wie Neofonie es finanziell hinbekommt, sollte doch wohl ganz und gar der Firma selbst überlassen sein. Irgendwie typisch deutsch, denke ich mir.
Das Gerät selber geht ein wenig im ganzen Spektakel unter. Man bekommt es nicht wirklich in Aktion zu sehen. Wahrscheinlich läuft die GUI einfach noch nicht flüssig genug. Deswegen wurde der Touchscreen auch ausgeschaltet. Das ist aber auch absolut verständlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Marktstart erst für Juli geplant ist.
Die technischen Daten des WePad im Vergleich zum iPad:
| WePad | iPad | |
| Display | 11,6“ mit 1366 x 768 Pixeln | 9,7“ mit 1024 x 768 Pixeln |
| Prozessor | 1,66 GHz Intel Atom N450 Pineview-M | 1,0 GHz Apple A4 |
| Speicher | 16 / 32 GB, Erweiterung möglich mit SDHC bis zu 32 GB | 16 / 32 / 64 GB |
| Webcam | ja (1,3 Megapixel) | nein |
| Peripherie | 2 x USB integriert, Cardreader, Audioausgang, Standard SIM Card Slot HDMI | Adapter für Kameraanschluss und Cardreader als Zubehör, Micro SIM Card Slot |
| Java / Flash / Adobe Air | ja / ja / ja | nein / nein / nein |
| Applikationen | WePad Meta-Store integriert verschiedene Stores, Support für native, Java, LinuxSupport für native Apps Adobe AIR® und Android Apps | iTunes App Store |
| Multitasking | Ja inkl. Live-Infos auf Homescreen |
eingeschränkt |
| Batterielaufzeit | ca. 6 Stunden | ca. 10 Stunden |
| Unterstützte eBook-Formate | ePub, PDF, TXT, Mobipocket, WeBookPremium-Formate ( ab Q4/10) | ePub, iBooks Store (Launch in Deutschland unbekannt) |
| Verbindungen | Bluetooth 2.1 + EDR, WLAN (802.11 a/b/g/n) optional 3G (UMTS/HSDPA) | Bluetooth 2.1 + EDR, WLAN (802.11 a/b/g/n), optional 3G (UMTS/HSDPA) |
| GPS | ja (Modell WePad 3G) | ja (Modell Wi-Fi + 3G) |
| Gehäuse | Magnesium-Aluminium | Aluminium |
| Abmessungen | 288 x 190 x 13 mm | 242,8 x 189,7 x 13,4 mm |
| Gewicht | 800 g, 850 g (Modell 3G) | 680 g, 730 g (Modell WiFi + 3G) |
| Sonstiges | Ambient Light Sensor, Beschleunigungssensor, Stereolautsprecher, internes Mikrofon |
Ebenso |
| Modell | Preis | |
| WePad | 16 GB, WLAN | 449,-- |
| WePad 3G | 32 GB, WLAN, 3G, GPS, Full HD 1080p | 569,-- |
Das WePad kommt im Vergleich zum iPad relativ gut weg. Aber reicht das auch wirklich, um sich gegen die starke Marke "Apple" durchzusetzen?? Ich bin mir noch nicht ganz sicher! Und der Geschäftsführer und Gründer der Neofonie, Helmut Hoffer von Ankershoffen, scheinbar auch nicht ganz. Denn er selbst gerät beim iPad während seiner Präsentation immer wieder ins Schwärmen, sagt, dass er selber von Design so fasziniert ist, dass er sich selber ein iPad kaufen wird. Das ist ehrlich! Aber ist es auch die Message, die rüber kommen soll? Es verwundert dann irgendwie nicht, dass alle Kameras plötzlich auf einen Kollegen direkt vor mir gerichtet sind, der mit einem iPad rumhantiert.
Helmut Hoffer von Ankershoffen betont immer wieder, dass man kein iPad-Killer sei. Ich finde es durchaus klug es immer wieder zu betonen. Die Presse sucht ja schließlich immer wieder die Vergleiche. Gleichzeitig ist in der Pressemappe des WePad eine direkte Vergleichstabelle zum iPad. Ein wenig vergleichen will man sich also doch...
Wie auch immer! Mir gefällt das WePad! Es wirkt schick. Es wirkt elegant. Es kommt aus Berlin. Es ist innovativ. Die Bild würde wahrscheinlich titeln: "Wir sind Pad"! Verstecken braucht sich die deutsche Konkurrenz zum Apfel wahrlich nicht. Und selbst wenn viele Kollegen gestern über die Pressekonferenz geschimpft haben: ich bin mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren - und ich freue mich schon riesig auf den Verkaufsstart!
Denn ich werde mir ganz bestimmt ein WePad kaufen. Alleine schon deshalb, um es mit dem iPad vergleichen zu können...

Markus Gu
also ich war gestern schon enttäuscht. zuerst macht man so einen großen hype um das wePad und um diese konferenz und dann sieht man nicht mal eines in aktion. das ist schon sehr schwach.
wenn es jetzt nichtmal herzeigbar ist, dann soll es im juli final sein?? halte ich noch nicht ganz für realistisch.
dann der preis. der ist schon ein wenig hoch. klar ist da hardware drin, die echt super ist. keine frage. aber will man gegen apple ankommen, dann muss man einen massenmarkt tauglichen preis haben und das ist das auf keinen fall.
ich werds zwar im auge behalten, aber wenn es nur ein paar leute kaufen, nützt es auch nichts, dafür etwas zu entwickeln.
schade, denn unsere aktuell in entwicklung befindliche app wäre genau für so ein tablet perfekt.