
Am iPad scheiden sich seit gestern die Geister. Die einen sind hellauf begeistert, ganz viele auch schrecklich enttäuscht von Apple. Da wird vor allem die Technik angeführt, dass eben diese mehr oder weniger veraltet sei. Andere wiederum bezweifeln ob denn dann überhaupt Platz für einen solchen Rechner ist.
Meine Meinung ist ganz klar: 2010 werden wir noch sehr viele solcher Geräte zu sehen bekommen. Ja, ich bin mir relativ sicher: das iPad wird ein großer Erfolg! Und es wird sehr viele Nachahmer geben, die an diesen Erfolg anknüpfen möchten. Und ich wette: das iPad wird technisch gesehen - damit meine ich die Hardware - wahrscheinlich mit am Schlechtesten abschneiden.
Aber ist das die relevante Größe für den absoluten Erfolg? Ich glaube nicht! Denn was Apple mal wieder sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, ist dass das Unternehmen wie kein anderes auf der Welt User Interfaces bauen kann. Und es hat mir wieder gezeigt, dass Usability für den Erfolg eines Produktes entscheidender ist als die nackten Zahlen bei der technischen Ausstattung.
Aus meiner Sicht krankt es genau an diesem Problem bei sehr vielen Android Applikationen. Sehr viele Apps sehen nicht nur vergleichsweise scheusslich aus, sondern lassen sich mehr oder weniger schlecht als recht bedienen. Die User Interfaces sind schlecht durchdacht und von daher nicht intuitiv.
Ja, mir war die Präsentation von Steve Jobs gestern auch eine Spur zu abgehoben. Als er von einem "magischen Gerät" gesprochen hat, dachte ich mir, dass hier bei jemandem in der Marketingabteilung die Gäule durchgegangen sind. Trotzdem ziehe ich meinen Hut vor der Leistung, die Apple mit seiner Software hier wieder abliefert. Sie sieht nicht nur schön aus. Sie ist bis in das kleinste Detail durchdacht. Denn das was man zumindest schon mal im Video sehen konnte, lässt erahnen wie man spielend leicht, und ohne großes Nachdenken dieses Tablet bedienen kann.
Apple nimmt sich einfach die Zeit die Art und Weise wie Menschen mit einem Produkt arbeiten genau zu analysieren. Um dann darauf, nach eben diesen Mustern, die Software zu entwickeln. Genau diese Zeit nehmen sich sehr viele andere - und da möchte ich Android nicht ausnehmen - nicht!
Bitte denkt einmal nur an die Art und Weise wie man vor dem iPhone mobil im Internet gesurft ist. Es war Apple die uns gezeigt haben wie es wirklich geht! Und die anderen haben es nachgemacht (was ich auch legitim finde).
Dafür bin ich Apple sehr dankbar. Auch dafür, dass sie sich die Zeit genommen und sich die Gedanken gemacht haben über die richtige Benutzerführung bei Tablets nachzudenken. Ich hoffe, dass sich sehr viele Unternehmen und Entwickler bei Android daran ein Beispiel nehmen werden.
Wir haben mit Android eine große Chance! Aber Innovationen und gute Technik sind nur ein kleiner Teil beim Weg zu einem erfolgreichen Produkt. Es ist vielmehr die Art und Weise WIE das Produkt dann später verwendet wird und WIEVIEL Zeit man sich genommen hat darüber nachzudenken.
Ich bleibe dabei: 2010 sehen wir das ja für Android! Aber es schadet nicht mal über den Stolz zu springen und zu lernen. Denn das kann man bei Apple allemal...

Daniel B.
Apple engagiert einfach für seine Produkte professionelle Designer. Egal ob Hard- oder Softwareseitig.
Das kostet Geld, dass andere eben in bessere Hardware o.Ä. stecken. Bzw. Apple lässt sich diesen Mehraufwand auch gut entlohnen.
Ich kritisiere ja, seit ich ein Android habe, dass das größte Manko an Android ist, dass die Apps zu 97% potthässlich sind.
Wie viele "Entwickler" kennt man denn die auch nur geringfügige Ausbildung in Sachen Interface Design haben?
Oder wieviele die sich eines Profis bemächtigen der für ihre Apps ordentliche Interfaces entwickelt?
Ich verdiene mein Geld mit dem Entwerfen von Mensch-Maschine Schnittstellen. Kann also soweit ganz gut beurteilen wo es hakt.
Und da ich gelernter Softwareentwickler bin weiß ich wie schnell ein "Programmierer" seine Software versaut weil er sie erstellt wie er es für richtig hält und nicht, wie es die Grundlagen des Interaction Design vorschreiben.
Man sollte mal von dem Gedanken wegkommen, mit Gewalt mit seiner mittelmäßigen App gut Geld verdienen zu wollen.
Und sich vielleicht ein Beispiel an der OOS Community nehmen wo der Enthusiasmus immer schon Triebfeder zum Entwickeln grandioser Software war und nicht der Profitgedanke.
Alles in Allem sollte der Titel des Blogeintrags besser heißen "Entwickler, lernt von Apple. Engagiert euch Profis für eure Interfaces".