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CyanogenMod: Lügen, Intrigen und ein Umzug

Verfasst von: Klaus Wedekind — 15.11.2012

Das Custom-ROM CyanogenMod hat sich innerhalb von drei Jahren zu einem Star der Android-Szene entwickelt und ersetzt mittlerweilen auf über 2,5 Millionen Smartphones die Original-Firmware. Obwohl es sich bei CM um ein nichtkommerzielles Projekt handelt, hat der Erfolg jetzt zu einer Situation geführt, die an die Fernsehserien "Dallas" und "Denver Clan" erinnert.

Genau genommen hat der Mann die Turbulenzen bei CM ausgelöst, der sich vor rund drei Jahren die Domain Cyanogenmod.com sicherte und sie seitdem dem Projekt zur kostenlosen Nutzung überließ. Vor knapp einer Woche fand das CM-Team nach eigener Darstellung heraus, dass der Domain-Inhaber versuchte, Spenden einzusammeln, indem er sich als CyanogenMod-Urvater Steve Kondik ausgab.

Offenbar wollte der Brite zwar das Geld nicht veruntreuen, sondern tatsächlich für das Projekt haben. Trotzdem waren die anderen CM-Mitglieder alles andere als begeistert und forderten ihn auf, die Domain auf gütlichem Wege zu übergeben, da man nicht mehr wollte, dass der Brite die Kontrolle über die Webseite und alle sozialen Netzwerke behielt. Laut CM-Team war dieser aber nicht so ohne weiteres bereit dazu und soll 10.000 Dollar gefordert haben. Damit lief die Sache aus dem Ruder.

Das CM-Team, das dies als Erpressungsversuch wertete, entschloss sich, dem Briten zumindest die Kontrolle über die Facebook- und Twitter-Konten zu entreißen und sperrten ihn dort aus. Die Domain allerdings blieb in seinem Besitz, was der Brite für eine Revanche ausnutzte. "Hi, ihr denkt also, es sei eine gute Idee, mir den Zugang zur Infrastruktur zu entziehen? Wir hatten gestern einen Chat und ihr habt euch entschlossen, die Sache bitter enden zu lassen. Wie wäre es, wenn ich eben mal die DNS-Einträge ändern würde. CM wäre so gut wie erledigt", zitiert ihn das CM-Team. Gestern machte der Brite ernst und CyanogenMod blieb nichts anderes übrig, als mit all seinen Seiten auf Cyanogenmod.org umzuziehen. Auch Post an die @cyanogenmod.com-E-Mail-Adressen war nicht mehr zustellbar.

Alle sind wieder lieb

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet und das CM-Team meldete heute, dass der Brite nun doch bereit gewesen sei, die Kontrolle über die .com-Domain kostenlos zu übergeben. Trotzdem werde man den Umzug nicht rückgängig machen, die .com-Adresse leite nur zu ´cyanogenmod.org um. Friede, Freude, Eierkuchen? Na ja, fast. Das CyanogenMod-Team ist immer noch ein wenig eingeschnappt, will aber keinen weiteren Streit mit ihrem britischen Ex-Webmaster und bittet auch darum, ihn nicht zu attackieren oder zu beleidigen.

Der Brite selbst beschwichtigt auf seiner Google+-Seite ebenfalls. Er wehrt sich dagegen, als Erpresser bezeichnet zu werden und schreibt, dass er als Domain-Inhaber auch kein Hijacker sei, da ihm cyanogenmod.com schon immer gehört habe. Und um Geld sei es ihm schon gar nicht gegangen. Aber auch er will die Sache nicht überdramatisieren. Die Domain sei nun in den Händen der "tollen Typen" die hinter CyanogenMod stünden und er werde das Custom-ROM auch weiter auf seinen Geräten einsetzen. Sollte er jemanden persönlich angegriffen haben, entschuldige er sich dafür. Alle sollten sich jetzt wieder beruhigen, schreibt er. Es gäbe im Leben wichtigere Dinge als Internet-Streitereien. Und damit hat er völlig recht.

Titelbild: Wikipedia

Before becoming editor-in-chief of AndroidPIT together with Andreas in August 2012, Klaus worked as a tech editor for the news portal n-tv.de. His first smartphone was an HTC Legend, and he has been a huge Android fan ever since. Klaus has been living in Berlin for the past 20 years, though he still loves southern German cuisine and remains a faithful supporter of FC Bayern Munich.

12 Kommentare

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  • jack takko 17.11.2012 Link zum Kommentar

    dann lass die finger davon :p

    0
  • Gaby S. 16.11.2012 Link zum Kommentar

    Ich versteh es echt nicht, was für ein Rabatz um CM und Co gemacht wird. Da zerschießen Laien ihre Androiden und jammern dann, wie immer wieder in diversen Foren zu lesen ist.
    Ich kenn mich damit nicht aus und lass die Finger davon.

    0
  • gina flohr 15.11.2012 Link zum Kommentar

    v

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  • PeterShow 15.11.2012 Link zum Kommentar

    Darum stock-firmware...

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  • Caspar Wrede
    • Admin
    • Staff
    15.11.2012 Link zum Kommentar

    Freue mich auf die Hollywood verfilmung

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  • JPsy Droid 15.11.2012 Link zum Kommentar

    Eine Website muss eben auf eine Person eingetragen sein, sowas gibt öfter Probleme.

    Ich denke der Typ hat aufgrund des Echos schnell kalte Füße bekommen, zumal imho da auch Betrug vorlag.

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  • adi 15.11.2012 Link zum Kommentar

    Kling nach "the sozial Network 2"

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  • Chris 15.11.2012 Link zum Kommentar

    Können die in die Zukunft sehen? Sie wussten ja nicht, dass ihr kleines Projekt so erfolgreich wird.

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  • User-Foto
    Jakob Kreuzfeld 15.11.2012 Link zum Kommentar

    Ja klar, er wollte das gespendete Geld ins Projekt fließen lassen. Wers glaubt.

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  • Harry Schneider 15.11.2012 Link zum Kommentar

    ja das finde ich auch,aber er hat auch recht ich kenne fälle da wurde für so eine Domain 100tse dollar bezahlt es ist nunmal seine.

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  • Martin W. 15.11.2012 Link zum Kommentar

    sowas macht man ja auch nicht....sowas ist schon ein wenig fahrlässig die Domain von einem anderen zu Verfügung gestellt zu bekommen

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  • Prazaar 15.11.2012 Link zum Kommentar

    Selbst die großen streiten sich mal... das ist die Menschheit....

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