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Einmal hin - für immer drin! - Die Content-Strategie der Hersteller

Fabien Roehlinger
21

 

Ich weiß nicht, wie oft ich einen Blog so gestartet habe, aber passt einfach immer wieder: Content is King! Der Zeitpunkt dieses zu schreiben hat aber vielleicht zu keinem Zeitpunkt besser gepasst als heute.

Was ist Content überhaupt

Wahrscheinlich werden sich hier einige erstmal mit dem Begriff "Content" schwer tun. Schließlich verwende ich diesen Terminus gerne in verschiedenen Zusammenhängen. Grundsätzlich ist mit Content ein digitaler Inhalt gemeint. Digitale Inhalte können wiederum natürlich in sehr unterschiedlicher Form und Ausprägung auftreten. Wenn man bei Smartphones über den Content redet, sind in der Regel die Apps gemeint. Es können aber auch wahlweise Musik oder Filme gemeint sein, je nachdem über was man das Gespräch gerade führt. Wir hier bei AndroidPIT meinen mit Content meistens natürlich unseren eigenen: Blogbeiträge, Testberichte und sogar Forumposts sind ebenfalls digitale Inhalte - und damit natürlich auch Content.

Content ist wertvoll

Es wird die meisten Menschen wohl nicht überraschen, dass Content einen relativ hohen Wert hat. Die Erstellung von gutem Content braucht man kreative Menschen und gute Umsetzer. Man benötigt oft viel Zeit und das notwendige Geld um die Erstellung zu finanzieren. Es ist zunächst eine gewaltige Herausforderung, all diese Ressourcen für die Erstellung von gutem bzw. sehr gutem Content zusammen zu bekommen. Ob dieser dann erfolgreich wird, ist wieder eine ganz andere Frage. Genau dieser Problematik stehen sich heute vor allem große Spieleentwickler oder Hollywood-Studios gegenüber. Der Aufwand für gute Titel ist mittlerweile so immens, dass ein Flop das komplette Unternehmen killen kann. Selbst große Studios würden zwei Flops hintereinander mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben.

Es hat mit der eigentlichen Kernaussage meiner Geschichte zwar nichts zu tun, aber ich will es an dieser Stelle trotzdem erwähnen: Das Blockbuster-Phänomen - so will ich den oben beschrieben Zwang mit einer Produktion erfolgreich sein zu müssen - bringt Entwicklerstudios immer mehr dazu Content gar nicht selber zu entwickeln oder zu produzieren. Sieht man etwas Erfolgversprechendes, versucht man es zu lizenzieren. Damit hat man selber nicht das Produktionsrisiko und kann dann variabel zukaufen.

Entsprechend wertvoll ist erfolgreicher Content und entsprechend wird er auch behütet und gemolken.

Content ist (irgendwann) der wahre Kaufgrund für ein Gerät

Die Hardware-Hersteller werden das nicht gerne hören, aber: Jungs, Ihr seid komplett austauschbar. Die Spezifikationen der Telefone unterscheiden sich kaum. Vor allem werden sie vom gemeinen Volk gar nicht erst wahrgenommen. Wer von uns weiss denn wirklich welcher Prozessor sein Telefon antreibt? Sicher, es gibt ein paar wenige unter uns. Aber ich tippe darauf, dass es über 90% nicht wissen.

Was wahrscheinlich noch schockierender sein dürfte: Es ist eigentlich auch schnurzegal, ob ein Telefon nun einen 1,2 GHz Dual-Core-Prozessor oder einen 1,4 GHz Dual-Core-Prozessor an Bord hat. Entscheidend ist, wie sich die Geschwindigkeit des Telefons anfühlt. Es nützt der beste Prozessor nichts, wenn aufgrund der Software alles hakt und stockt.

Auch mit dem „Formfaktor“ ist es schwer zu punkten. Besonders flaches Handy? Hat doch schon jeder. Verschiedene Materialien? Alles schon gesehen. Runde Ecken?? Bloß nicht - ich kenne da eine Obst-Firma, die richtig böse werden könnte...

Für die Hardware-Hersteller wird es immer schwieriger sich eine eigene Identität zu schaffen und nicht wie ein Einheitsbrei zu wirken. Ich will noch einen Schritt weiter gehen und behaupte gar: Es ist mittlerweile fast nicht mehr möglich optisch aus der Masse herauszustechen und gleichzeitig zu gefallen.

Die Frage „Was bietet mir mein Smartphone noch?“ wird also immer wichtiger, wenn alles andere mehr oder weniger gleich ist - fehlende Markentreue mal vorausgesetzt. Hier kommt der Content ins Spiel. Denn mit optimalen Mehrwerten können sich Hersteller von der Konkurrenz absetzen.


Dass Content für Hersteller ein zentraler Bestandteil ihrer Strategie werden wird, kann man schon alleine daran erkennen, dass Samsung bei der CES verlauten ließ, man wolle zukünftig auf drei Faktoren setzen: 1.) Customer Service, 2.) Connectivity (das Verbinden verschiedener Endgeräte) und 3.) Content. HTC geht hier noch einen Schritt weiter und kauft sich bei verschiedenen Unternehmen ein, die hier Mehrwerte bieten können. Zum Beispiel hat HTC einen Anteil am Cloud-Gaming-Anbieter OnLive erworben. Außerdem gehört dem taiwanesischen Unternehmen seit dem vergangenen Jahr 51% am Hersteller für Kopfhörer „Beats“.

Strategie

Wie eine Content-Strategie in Perfektion aussieht, sieht man an Apple. Das Unternehmen konnte einen Haufen Entwickler an sich binden, die für das Apple-Imperium Apps schreiben und die wohlgemerkt auf keinem anderen System laufen. Sprich: Habe ich als Kunde einmal Geld in dieses Ecosystem investiert, müsste ich zumindest bei den Apps viel Geld investieren um wieder den gleichen Stand zu kommen.

Mit Android bleibt die Freiheit beim Wechsel von einem Anbieter zum nächsten erhalten. Genau das allerdings - so vermute ich - werden einige Hersteller - ich tippe auf Samsung, LG und HTC - versuchen zu umgehen.

Wie das genau aussieht? Reine Spekulation. Aber lasst uns doch einfach kurz gemeinsam Produktmanager von einem dieser vorher genannten Unternehmen spielen und einen Plan entwerfen. So kann sich jeder selbst überlegen was davon stimmt - oder eben nicht!

1. Exklusive Partnerschaften schließen

Erste Übung: Exklusive Partnerschaften schließen! Wir brauchen natürlich richtig guten Content, der exklusiv auf unseren Smartphones läuft. Angry Birds wäre natürlich wünschenswert, ist aber unrealistisch. Dafür ist das Spiel schon zu erfolgreich. Was wir also tun ist uns nach versteckten Perlen umzuschauen. Eine App also, das das Potential mit sich bringt irgendwann der neue Blockbuster zu sein.

Natürlich versuchen wir die Exklusivität möglichst lange hinzubekommen. Der Entwickler der App hat aber natürlich auch ein großes Interesse an der Eigenvermarktung. Also probieren wir Partnerschaften für einen Zeitraum von ca. 3 - 6 Monaten. Der Deal: Wir bekommen die Exklusivität, der Entwickler die Vermarktung und die Bekanntheit durch uns.

2. Exklusiven Content auf allen medialen Bereichen abdecken

Apps sind natürlich nur ein Teil unserer Content-Strategie. Es gibt auch noch Musik, Videos und Online-Spiele. Je größere Mehrwerte wir bieten können - umso besser! Lady Gaga bringt ein neues Album auf den Markt? Sehr gut! Selbst wenn nur ein kleiner Teil unserer Kunden die Musik von ihr gut finden, sollten wir versuchen das Album für vier Wochen exklusiv bei uns unter zu bekommen. Oder es gibt es bei uns kostenlos dazu! Dafür können wir auch Geld bezahlen. Lady Gaga ist sehr öffentlichkeitswirksam. Und es wird unserer Marke gut tun.

3. Content auf meine Hardware optimieren

Wir können nicht so viel Content exklusiv herbekommen. Das Nutzen-Aufwand-Verhältnis ist auf Dauer zu groß. Wir sollten deshalb versuchen grafisch aufwändige Games auf unserer Hardware besonders lauffähig zu machen. Hierfür brauchen wir natürlich die Entwickler. Wir müssen sie - notfalls mit Geld - überzeugen ihre Spiele so zu optimieren, dass diese besonders flüssig, und am Besten mit besonderen grafischen Effekten auf unseren Telefonen laufen

[Anmerkung: Genau das tut übrigens Nvidia mit dem Tegra-Chip. Spiele-Entwickler optimieren ihre Spiele darauf. Dafür erhalten sie vom Chip-Hersteller Subventionen und/oder Support.)

4. Die Trägheit der Kunden ausnutzen

So, Leute - hehe - unsere Kunden haben angebissen und haben unseren Content gekauft. Was wir jetzt schaffen müssen, ist „Convenience“ (Anmerkung: In Marketing-Abteilungen MUSS Neudeutsch gesprochen werden! Sonst wird man nicht ernst genommen). Die Menschen sollen möglichst einfach ihre Musik, ihre Videos und Games bei uns verwalten können. Wenn sie sich erstmal an unser System gewöhnt haben, werden sie nicht mehr wechseln - selbst wenn sie es könnten. Es ist viel zu kompliziert zu wechseln. Menschen sind träge. Einmal rin - für immer drin!

Es ist nicht nur so, dass Kunden dann eher unseren Shop, als den der Konkurrenz verwenden werden. Vor allem werden sie immer wieder unsere Endgeräte kaufen. Schließlich funktioniert unsere Software am Besten mit unseren Geräten.

5. Content überall verfügbar machen

Das ist die wichtigste Kür! Wir müssen es hinbekommen, dass Filme und Videos auf dem Fernseher laufen und die Musik ganz einfach über das Home-System abgespielt werden kann. Dabei ist wichtig, dass es wirklich JEDER versteht wie man das macht. Den Content, den man bei uns auf dem TV-Gerät konsumieren kann, soll nicht kompatibel mit anderen Geräten sein. Lasst uns versuchen eine große Reichweite aufzubauen, bevor andere Mitbewerber soweit sind. Wenn wir das geschafft haben, werden es Mitbewerber - selbst mit besseren Geräten - später sehr, sehr schwer haben hier ihren Absatz zu stärken. Wir werden dann Content auf all unseren Geräten abrufbar machen. Das schaffen wir über einen Cloud-Service.

Nochmal, Leute: Wichtig ist, dass die Kunden ihren Content, der auch von anderen Partnern kommt, bei uns hochladen und uns anvertrauen. Das Bedienen des Contents, als auch das Verwalten, muss durch unsere Software so einfach sein, dass sich der Kunde komplett daran gewöhnt und es gerne verwendet.

Und dann... wird die Welt uns gehören!!! Muuahahahahaa, muuuuahahahahahahaaa, muaaaahahahahahahaaaaaaaaaa

(sorry, der musste am Schluss noch sein!)

 

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Marcus B. 26.01.2012 Link

    Am "WeTab" sah man sehr schön wie es aufgrund fehlenden/schlechtem Content floppte.
    (Obwohl es Hardwaretechnisch DAS Übertablet überhaupt ist..)

    0
  • Ali 26.01.2012 Link

    Sehr gut geschrieben. COntent wird auch zunehmend wichtiger. HTC gefällt mir da am Besten momentan

    0
  • Martin 26.01.2012 Link

    Sehr guter Beitrag. Beschreibst ziemlich genau das was Apple in den letzten Jahren systematisch aufgebaut hat bzw. das was Hersteller von Android Geräten in naher Zukunft versuchen werden zu adaptieren.
    Daran sehe ich auf der einen Seite Vorteile für den Endverbraucher (siehe Punkt 4. Trägheit der Kunde). Dies wird dazu führen, dass Geräte und Content verzahnt werden und daher immer einfacher und besser für den Verbraucher zugänglich sind. Auf der anderen Seite sehe ich darin aber auch eine Gefahr für die Freiheit unseres geliebten Android.
    Momentan habe ich die völlige Freiheit zwischen den Geräten verschiedener Hersteller zu wählen. Ich bin lediglich an den Android Market gebunden. Zukünftig kann ich entweder die Fähigkeiten meines Smartphones nicht zu 100% ausreizen, oder füge mich eben auch einem Ecosystem aus Hersteller X und seinem Content. Was ich als Nutzer von Android eigentlich nicht will, sonst könnte ich mir ja auch dieses eine Smartphone kaufen.
    Natürlich ist das jetzt extrem überzogen, da ich mir noch nicht genau vorstellen kann wie das letztendlich von den einzelnen Herstellern umgesetzt werden soll. Momentan sehe ich da Amazon schon stark im Vorteil, da Sie ähnliche Vermarktungsmöglichkeiten wie Apple besitzen. Mal schauen ob da noch mehr hinter dieser "Kindle Fire - günstiges Tablet mit viel Content - Strategie" steckt. Aber ich denke im Zweifel bietet einem Android genug Möglichkeiten den Zwang zu herstellerspezifischem Content und Clouds zu umgehen. Sollte man sich vor dem Kauf eben bewusst machen auf was man sich einlässt. Denn Zwang hat bei Android nichts zu suchen!

    0
  • Volker K. 26.01.2012 Link

    erst einmal ein wunderbar geschriebener Blog, aber tausche mal Samsung, HTC und die anderen genannten Namen durch den Apfel. Dann könnte ich beinahe damit konform gehen. Das ist jetzt erst einmal ein kleiner Schnellschuß. Muss mal einen Moment in mich gehen. aber so will und kann ich das nicht stehen lassen.

    0
  • Lukas M 26.01.2012 Link

    Ich stimme deinen Hypothesen im Grundsatz zu, nur mit dem Unterschied, dass es nicht die einzelnen Hardwarehersteller sind sondern Google itself.

    1. exklusiven Content oder Free-Content -> Google Music bei Release (irgendein blödes Lied von Busta Rhymes oder so ähnlich); Youtube...
    2. Abdeckung des Content auf aller Hardware (Android, Chrome, Google Music, Youtube, und das kommende Google TV... ein Paradebeispiel für hardwareübergreifende Vernetzung.
    3. Content auf eigene Hardware optimieren: zugegeben, da muss Google noch dran arbeiten ausgenommen Google Maps mit Navi (Funzt meines Wissens auf dem Iphone nicht so genial).
    4. Aggregation von Content: Siehe Bsp. Google Music, Picasa, Google Docs, Gmail, Youtube, etc.
    5. Vernetzung der Hardware

    Hier ist Google ggü. Apple ganz klar im Hintertreffen, da Google bis dato ausschliesslich Aggregator und Verwalter von Content war und geeignete Plattformen zur Verfügung gestellt hat.
    Mit der Etablierung der von Google gesetzten Standards (Android, Google TV) wird dies jedoch besser.

    Auch steigt Google ins Hardware-Geschäft mit ein (Motorola) und kann so eine starke Optimierung für selbst kreierte Standards herbeiführen.

    So leid es mir tut aber in Zukunft werden wir die Wahl zwischen Apple und Google haben. Wenn wir Google wählen, haben wir dann noch die Wahl, wie unsere Geräte aussehen und mit welchem Logo sie verunstaltet werden.

    0
  • M. S. 26.01.2012 Link

    Hm, was nützt der beste "Content" -ich persönlich würde ja lieber "Inhalt" sagen-, wenn die Hardware nix taugt? So finde ich zwar Onlive sehr sehr interessant, aber was bringt mir das auf dieser 0815-Hardware von HTC, die nur ein Alleinstellungsmerkmal kennt: schwere Aluminiumgehäuse. Gut, ich mag auch nen guten Klang, aber das können andere auch ohne zugekaufte Kopfhörerhersteller.
    Zudem muss ich sagen, dass der Inhalt doch eh von einem selbst zusammengestellt wird nach den eigenen Vorlieben. Das ist ja eigentlich dasselbe wie mit dem Android Launcher, bei dem sich jeder selbst den aussucht, der ihm/ihr am Besten gefällt. Dazu brauche ich keinen Hersteller, der sich da auch noch reinhängt. Zumal für mich gerade der Umstand, dass es eben kein komplett eigenes Ökosystem wie bei Apple gibt, ein Grund für Android ist. Hier kann ich mir einfach das Beste aus allem rauspicken, ohne mir bevormundet vorzukommen.
    Was doch eigentlich viel wichtiger ist, ist zB. das, was Samsung macht: das Gerät und die Software(ausstattung) so gut machen, dass kaum Wünsche offen bleiben. Ich führe da mal den Mediaplayer vom SGS2 an -> frisst quasi fast alles und funktioniert out-of-the-box sofort, ohne dass ich noch groß irgendwelche Player samt Codecs, die dann doch nicht oder dank "Lite-Version" nur eingeschränkt das tun, was ich will, laden muss.

    Zufriedene Kunden kaufen wieder bei mir. Ob das jetzt gerade für die meisten Leute tatsächlich der Content ist, wage ich zu bezweifeln. Wichtiger ist imho der Gesamteindruck, den das gewählte Handy/Tablet hinterläßt. Und der begründet sich immer noch zum größten Teil auf der verwendeten Technik, Hard- und Software.

    @Fabien Danke für den tollen Beitrag. Da sind mir aber ein paar zuviele Fehler/unbeendete/falsch beendete Sätze drin. ;)

    0
  • Marcus B. 26.01.2012 Link

    @ M.S.

    Naja, so ganz "out of the Box" funztz beim S2 nicht alles (Spielt keine htc Sensation Videos) und an Softwareausstattung waren meine alten HTC's auch voller ;)
    Einzig das Killerfeature "USB-Host" ist ein Merkmal des S2, weshalb ich auch umgestiegen bin.

    Daher haste schon Recht, eine gute Hardware ist neben Cobtent auch ein wichtiges verkaufsmerkmal. Blöd nur, wenn die Masse nix von dem Feature weiß und sich stattdessen über Samsung-Apps und "Content" freut.
    - der langsame Tod der Profihardware

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  • User-Foto
    Der Wüstenfuchs 26.01.2012 Link

    der einzige vorteil bei apple ist, das die gesamte technik und die apps genau auf ein ander abgestimmt sind, nen kumpel hat nen mac book was schon paar tage älter ist, der kann das teil zumüllen ohne ende, und was ist ?? jo nix is, das dingen is so schnell wie am anfang , wenn android das auch hinkriegen würde würde auch nen smartphone mit 1000Mhz reichen

    0
  • Angelo K. 27.01.2012 Link

    Denke schon, dass Content wichtig ist. Auch wollen die Hersteller einzigartig sein um sich von der Konkurenz unterscheiden. Dies ist vermutlich auch der Grund, weshalb Windows Phone bisher so floppt. Die hersteller wollen kein OS, dass genau so aus sieht wie jenes der Konkurenten und an dem sie nichts ändern können. Dementsprechend ist ihre Motivation dieses OS zu pushen eher bescheiden (Ausser bei Nokia, die bekommen aber auch eine Milliarde $ von MS pro Jahr).
    Vom exclusiven Content halte ich aber nichts. Falls ich einige Monate länger auf was warten muss, weil gerade nicht mein Hersteller etwas exclusv hat, könnte ich damit leben. Wen aber ein Hersteller eine wichtige Technik oder einen Inhalt exclsiv hat, um seine Kunden an sich zu binden dan stört mich dies sehr.

    Besonders schlimm fände ich einen Service, bei dem man Filme Kaufen kann, die man dann auf seine Geräte Streamen kann. Wen jetzt jeder Hersteller einen eigenen Movie Shop aufbaut, der nur auf den eigenen Geräten nutzbar ist, finde ich echt schlecht. Dan geht jedes mal die gesammte Filmsammlung flöten, wen man den Hersteller wechselt. Leider geht der Trend in diese Richtung.

    0
  • Kochstudio 27.01.2012 Link

    @ Marc , das ist bei allen *IX basierten Betriebssystemen so, hängt weniger mit der "Abstimmung " sondern mit dem Betriebssystemdesign zusammen.

    @ Fabian, gute Ansätze. Du könntest deine Überlegungen aber auch gerne einmal in Richtung Selbstbestimmung über Content und Freiheit des Wissens bewegen.
    Die zunehmende Privatisierung , man denke nur an die Patente für Saatgut und Gentechnik, dient doch nur dem Zweck der Gewinnmaximierung für Wenige auf Kosten der Allgemeinheit.

    Alles wird den Märkten unterworfen, auch die Demokratie.
    A. Merkel selbst spricht von "marktkonformer Demokratie".

    ACTA, SOPA und PIPA zeigen die Marschrichtung der Verwerter. Bürgerechte, einst blutig erkämpft, werden Stück für Stück abgebaut für den Nutzen der Big Player.

    Die Enteignung des Content nimmt drastisch zu. Konnten wir früher ein Buch verleihen oder verschenken, ist das bei einem ebook nicht nur nicht möglich, man wird sogar kriminalisiert.
    Ecosysteme wie iTunes sind die Speerspitze dieser Entwicklung.

    Eine Politisierung der Blogbeiträge erscheint mir in den heutigen Zeiten mehr als nötig. Du hast ja auch schon damit angefangen und ich möchte dich ermutigen weiter in die Tiefe zu gehen.

    0
  • Susie 27.01.2012 Link

    Obwohl Google auch etwas mehr einschränkt mit den Vorgaben an die Hersteller eine möglichst gleiche Oberfläche anzubieten drängt sich mir beim lesen doch ein Gedanke sofort auf. "Wähle das mit der grösstmöglichen Individualität."

    Ich hasse nichts mehr als diese Einschränkungen, zb dass "das Zubehör nur mit dem Gerät usw läuft".

    Ich möchte variabel bleiben. Wenn sich die Hersteller mal nicht selbst ins Bein schiessen mit zuviel Eigen-Verzahnung. Am besten verkaufen sich doch die Produkte, die anpassungsfähig und kompatibel sind.

    Dadurch ergibt sich für den Anwender ein greifbarer Mehrwert. Ich denke da an Plug&Play beim PC. War und ist sehr erfolgreich. Das wäre nicht so gewesen wenn manche "Grafikkarte nur mit zb HP Towern" laufen würde. Oder Arbeitsspeicher-Module.

    Deswegen ist und war Apple für mich nie ein Thema.

    0
  • iPaddy 27.01.2012 Link

    @Kochstudio: Du hast folgenden Satz geschrieben:
    "Ecosysteme wie iTunes sind die Speerspitze dieser Entwicklung."

    Mit iTunes ist es Apple erstmals gelungen den Massenmarkt zu erobern. Erst mit iTunes verkuften sich die iPods wie warme Semmeln. Schon vor Jahren war also klar, dass zuerst der digitale Inhalt stimmen muss und in zweiter Linie die Hardware. Ich möchte auf keinen Fall auf Keynote, Numbers, Pages, iMovie oder GarageBand verzichten.
    Und auch heute noch ist iTunes ein geniales Medium, dass es in dieser Qualität nirgends sonst gibt. Um es kurz zu machen, ich danke Apple für das Ökosystem iTunes.

    0
  • Lukas M 27.01.2012 Link

    @iPaddy

    Du hast das Problem, welches Kochstudio geschildert hat gar nicht erkannt. Es geht nicht um die Funktionalität der Software sondern um die Tatsache, dass die USA und die EU von Lobbyisten regiert werden, welche zu ihrem eigenen Vorteil eine Beschränkung der Rechte des Einzelnen vornehmen. Gerade Apple ist in diesem Bereich auch federführend (siehe AGB iBook2).
    Die Umverteilung von Unten nach Oben und Beschränkung der Macht des Volkes läuft gerade in einem immensen Tempo ab. Wenn du mir nicht glaubst, schau dir mal die Gini-Koeffizienten der letzten 30 Jahre an.
    Dieses Problem hat sogar Klaus Schwab (Gründer des WEF) ausgesprochen...
    Aber wie geht ein alter Bauernspruch "Die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber..."

    0
  • Fabien Roehlinger 27.01.2012 Link

    @Lukas M. und @kochstudio: Ich empfehle Euch in diesem Zusammenhang auch meinen Blogbeitrag von dieser Woche, in dem ich über die "Content-Mafia" spreche bzw. schreibe:

    http://www.androidpit.de/de/android/blog/401819/sopa-pipa-urheber-gesetze-content-mafia

    0
  • iPaddy 27.01.2012 Link

    @Lukas

    Vielen Dank für Deine Information! Ich habe Kochstudios Anliegen sehr wohl verstanden, aber ich wollte nicht weiter darauf eingehen. Nun werde ich das gerne nachholen.

    Zunächst einmal wird zumindest die EU von Leuten regiert, die wir bei der Europawahl wählen. Leider geht aber kaum jemand zu diesen Wahlen hin, obwohl die allermeisten Gesetze in unserem Land von der EU bestimmt werden. Aber ob jemand wählen geht oder nicht, muss er mit sich selbst ausmachen. Erst in zweiter Linie regieren dann die Lobbyisten mit, je nachdem wie sehr sich jeder in das europäische Parlament gewählte Vertreter von den Lobbyisten beeinflussen lässt.
    In den USA wird derjenige Präsidentschaftskandidat, der die meisten Spendengelder auf sich vereinnahmen kann. Das mag man gut oder schlecht finden, aber so läuft die Demokratie in den Vereingten Staaten nun einmal ab.

    Warum bevorzuge ich das geschlossene Apple-System? Weil es mir mehr behagt als die offene Schiene, die man bei Android verfolgt. Das Apple-System ist eine geschlossene Symbiose aus Hardware und Software, die ich bevorzuge. Meine persönlichen Rechte sehe ich übrigens in keiner Weise eingeschränkt.

    0
  • my2cent 27.01.2012 Link

    Hersteller- oder Systembezogener Content nur gut für Hersteller, nicht für Kunden. Apple geht an einigen Stellen den harten weg, weil sie Vorsprung haben (siehe iTunes), Google den meiner Meinung nach steinigen, aber für den Kunden besseren Weg (Google Music, Google+, freie Apps).... was ich damit meine, wenn Apple aufgrund von Marktdruck gezwungen wäre z.B. eine iTunes-App für Android rauszubringen, wäre das nicht ein riesen Erfolg für den Kunden. Heute bindet er sich an Apple, ich kenne eine Menge iPhone-Besitzer die keinen Wechsel in Richtung Android in Betracht ziehen aus einem einzigen Grund: Ich habe ja schon in iTunes und Apple-Apps investiert. Ich müsste mir für Android alles noch einmal kaufen (oder echte Umwege gehen). Und Content verkauft keine Systeme, Content kommt wenn Systeme erfolgreich sind von alleine, aber es muss erstmal eine breite Basis geben, die Vertrauen haben in ein System und schmerzbefreit genug sind um die Zeit bis zu ausreichendem Content auszusitzen. Das ist immer so, neue Spielekonsole z.B. (fast) niemand kauft eine Konsole für die es nichts gibt und die am Anfang auch noch sehr teuer ist....bis auf die early-Adopter, wenn aber selbst die ausbleiben wird es nie Content geben, die paar Firmen die vorab "investieren" sind ihrerseits early-Adopter aber auf Herstellerseite.

    Was will es damit sagen? Es muss einfach nur genug enthusiasten geben, dann geht das ganze schon ganz alleine

    0
  • Michi K. 27.01.2012 Link

    @my2cent

    Sehe ich anders. Natürlich ist Hersteller spezifischer Content vom Hersteller gewollt, aber bis auf ein paar Exklusiv Inhalte die auf einer anderen Plattform oder bei einem anderen Hersteller genau so gut laufen würden und nur durch Verträge gebunden sind, hat spezifischer Content sehr wohl Vorteile für den Kunden. Teilweise sogar immensen.

    Stell dir mal vor, jemand entwickelt ein App speziell für dein Smartphone und nur dafür. Dann kann er feste Grafiken verwenden, jedes Hardwarefeature nutzen, weiß genau welche APIs er aus deiner Softwareversion nutzen kann und kann vor allem aus der CPU/GPU alles herausholen, so dass das Ergebnis unter Umständen besser sein kann wie es normalerweise auf einem doppelt so schnellen Gerät wäre (sieh dir mal an was die Leute aus der PS2 rausgeholt haben oder jetzt aus der PS3 rausholen, nur weil sie spezifisch arbeiten konnten). Und das alles in vermutlich weniger Arbeitszeit, als wenn er eine durchschnittliche Version für alle Geräte rausbringt. Vom Support-Zeitaufwand ganz zu schweigen.

    Das ganze iPhone/iPad Konzept lebt doch davon. Apple hat mit keinem Entwickler oder Zubehörhersteller Exklusivverträge, die einzigen Apps die wirklich Exklusiv sind, sind die 10 von Apple selbst. Aber durch diese spezifischen Sachen hat der Kunde eben einen höheren Mehrwert und der Entwickler weniger Arbeit bei besseren Ergebnissen. Natürlich ist der Nachteil dann das man nicht einfach so Verlustfrei wechseln kann. Aber das ist doch überall so.

    Du kannst dir einen Sitzbezug holen der auf jeden Sitz passt und den du dann beim Wechsel des Autos mitnehmen kannst. Der wird aber niemals so schön passen wie einer der genau für diesen Sitz hergestellt wurde. Oder um beim Thema zu bleiben, du kannst dir fürs Auto einen Halter holen in den alle Handys passen, mit Kabeln die da extra ins Gerät steckst und den du dann 10 Jahre behalten kannst. Der wird nur niemals so einfach und elegant sein wie die Halter die es speziell fürs iPhone gibt und wo du das Gerät einfach nur reinlegst und alles über den Dock Connector läuft.

    Muss jeder selber wissen was ihm wichtiger ist, aber je spezifischer man arbeiten kann, desto besser wird das Produkt und davon profitiert vielleicht der Hersteller durch die Bindung, vor allem aber auch der Kunde.

    0
  • Michi K. 27.01.2012 Link

    Zum Artikel:

    Gut geschrieben, allerdings gibt es diese Situation ja heute schon längst. Z.b. bei Extremfällen wie den Kindle Fire, wo Android drauf läuft aber ein Wechsel fast wie ein Wechsel auf andere Plattformen ist.

    Oder die ganzen Aufsätze wie Sense, TouchWiz und Co.. Nicht nur diese nutzt man nicht weiter, auch deren Apps. Dann hat man vielleicht ein Game das nur auf einem Tegra läuft und wenn man umsteigt und das Gerät keinen Tegra nutzt, ist das Spiel futsch. Oder andere Exklusivinhalte, wie die Playstation Anbindung bei Sony Smartphones und Tablets. Ist das nächste Handy kein Sony, fällt dieser Content weg.

    Android ist und bleibt halt ein OS für die Hersteller und die wiederum richten sich danach was und wie der Kunde kauft und nicht was er will. Ich denke auch wir steuern auf eine Richtung zu, wo Android eher sowas wie ein "Kernel" ist, ein gemeinsamer Nenner. Wenn man sie die Tabletstatistiken von gestern anguckt fällt ja auf das es teilweise längst so ist. Android hat beachtliche Marktanteile, doch die Tablets an die man denkt, also mit Honeycomb und ICS, spielen dabei kaum eine Rolle. In erster Linie sind es die Kinlde Fire und Nooks, sowie jede Menge No-Name Zeug in Asien, wo halt einfach irgendwo tief unten Android läuft, sie aber mit dem dem eigentlichen Android kaum noch etwas zu tun haben und vor allem auch keinen Einfluss darauf nehmen.

    0
  • Kochstudio 27.01.2012 Link

    @Fabian, danke für den Link. Hatte ich schon gelesen :)

    @iPaddy. so einfach ist das mit der Demokratie dann doch nicht. Es reicht eben nicht dem Souverän ein untaugliches Instrument in Form eines Wahlzettels in die Hand zu drücken.
    Zudem ist die demokratische Legitimation des Europaparlamentes höchst umstritten:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratiedefizit_der_Europ%C3%A4ischen_Union

    Ich befürchte, das in der Kürze eines Kommentars die Tiefe der Problematik nicht zu erklären ist.

    Grundsätzlich bestehen berechtige Zweifel an dem heutigen Urheberrecht. Schon die Begrifflichkeit ist irreführend: es geht ums Verwertungsrecht. Denn viele Rechte bestehen bis zu 70! Jahren nach dem Ableben des Urhebers.

    Ein Beispiel: Das Patent an der Dampfmaschine wurde James Watt im 18 Jahrhundert erteilt. Er hat sie nicht erfunden aber den Wirkungsgrad verbessert. (Wegen Beziehungen seines Geschäftspartner wurde damals sogar das Recht von 6 auf 20 Jahre verlängert).

    Das Patent war geeignet um:

    a:) Innovation zu verhindern.
    "Watt und Boulton behinderten während der Zeit, in der die Watt verliehenen Patente Gültigkeit hatten, erfolgreich die Weiterentwicklung der Dampfmaschine durch konkurrierende Ingenieure. So verklagten sie Jonathan Hornblower, dessen Verbunddampfmaschine einen höheren Wirkungsgrad möglich machte, wegen Patentverletzung und konnten so deren Weiterentwicklung stoppen" (Wikipedia)

    b:) Die industrielle Revolution um 20 Jahre zu verzögern, denn Boulton und Watt waren gar nicht in der Lage den Bedarf an Dampfmaschinen zu befriedigen. Ein signifikanter Anstieg von Dampfmaschinen nach Patentablauf beweist dies.

    Eine vertiefende Lektüre:

    Volker Grassmuck, "Freie Software
    Zwischen Privat- und Gemeineigentum"

    http://freie-software.bpb.de/

    Es ist tatsächlich verwunderlich, das es die Menschheit ohne Urheberschutz aus den Höhlen geschafft hat. ;)
    Stellt euch vor das Feuer und das Rad hätten nur wenige anwenden dürfen.....

    0
  • iPaddy 27.01.2012 Link

    @Kochstudio:

    Seit wann ist der Wahlzettel ein untaugliches Instrument? Es funktioniert ausgezeichnet. Du machst Dein Kreuz an einer bestimmten Stelle und Deine Stimme wird gezählt. Du gehst nicht wählen? Dann entziehst Du Dich lediglich Deinem demokratischen Recht und lässt andere für Dich mit abstimmen.

    Kritik an der Rechtmäßigkeit des Europäischen Parlaments hat es tatsächlich immer schon gegeben, aber egal wie man es aufgezogen hätte, es wäre immer kritisiert worden. Kritik äußern zu können, gehört zu einer Demokratie dazu, aber ob sie immer angebracht, steht auf einem ganz anderen Blatt.
    Das Volk denkt ohnehin viel zu kurz und zu kleinstaatlich, um das große Gebilde Europa auch nur in Ansätzen zu verstehen.

    0
  • Karius Baktus 28.01.2012 Link

    Das ist ein guter Beitrag. Allerdings wenn ich jetzt rein auf Smartphones blicke, entscheidet oft der Verkäufer wenn er gut ist welches Gerät du nimmst.

    Die Netzbetreiber machen oft exklusiv Verträge mit Nokia und Co..... Dafür bekommen die Verkäufer mehr Geld wenn der Kunde dieses Gerät mitnimmt.
    Das Content fängt also nicht beim Kunden sondern beim Verkäufer an.

    0