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Eric Schmidt ist stolz auf Googles Steuertricks

Verfasst von: Andreas Seeger — 13.12.2012

Eric Schmidt ist nicht nur der Aufsichtsratsvorsitzende von Google. Er ist auch der wichtigste Lobbyist des Internetriesen und scheut kein Interview. Jetzt hat er es schon wieder getan und dabei nicht nur martialische Worte gebraucht, sondern auch peinliche Sätze zu Googles Steuerpolitik gesagt.

Eric Schmidt: Kein Mikrophon steht Googles Cheferklärer weit genug weg. / (c) Google

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte Schmidt: "Wir sehen einen gewaltigen Wandel der Plattformen, die Dimensionen dieses Wandels sind vergleichbar mit dem Kräftemessen zwischen Apple und Microsoft vor 20 Jahren", erklärt er.

Aber damit nicht genug. „Wir haben diesen Krieg ganz klar gewonnen“, schob Schmidt noch hinterher. Hinter seiner Kriegsrhetorik steckt aber wieder nur die alte Geschichte, die er seit Jahren wie ein Mantra vor sich herträgt: der Gegensatz zwischen Offenheit (Google) und Geschlossenheit (Apple).

Dass am Ende das Gute gewinnt, also Google, ist dabei fast schon selbstverständlich, auch im Bloomberg-Interview: "Es geht darum, den Kuchen größer zu machen. Am Ende werden wir dank offener Systeme einen Kuchen haben, der größer ist, auch wenn er nicht perfekt kontrolliert und gesteuert werden kann."

Wesentlich interessanter ist, was Schmidt zur Steuerpolitik seines Unternehmens sagt. Google steht zusammen mit Apple, Amazon und anderen IT-Unternehmen vor allem in Europa in der Kritik, weil es dank besonderer Firmenkonstrukte kaum Steuern in den Ländern zahlt, in denen es die meisten Gewinne erwirtschaftet. Stattdessen werden die Gewinne so lange von Land zu Land verschoben, bis kaum etwas davon beim Staat hängen bleibt. 

Diese Vorgehensweise – man könnte auch Trickserei dazu sagen – ist völlig legal, allerdings moralisch umso umstrittener.


Googles Steuertricksereien sind nicht nur in Europa umstritten. Bloomberg hat bereits vor zwei Jahren darüber geschrieben. / (c) Bloomberg

Schmidt sieht hier allerdings kein Problem, im Gegenteil. "Wir zahlen jede Menge Steuern und wir zahlen sie genau so, wie es gesetzlich vorgesehen ist. Ich bin stolz auf die Struktur, die wir eingerichtet haben. Wir haben sie in einer Form gestaltet, die uns Regierungen angeboten haben."

So weit, so gut. Ich muss mit seiner Einstellung leben, schließlich ist Google nicht das einzige Unternehmen, das so handelt. Ich finde es aber trotzdem nicht in Ordnung, dass in Deutschland und anderen Staaten Milliarden verdient werden, die Gewinne aber nach Irland wandern, wo Google fast keine Steuern zahlen muss. Umso überflüssiger empfinde ich daher Schmidts Abschlusskommentar zu diesem Thema. "Man nennt das Kapitalismus", sagt der Milliardär, der zu den reichsten Menschen der Welt gehört. "Und wir sind stolz, kapitalistisch zu sein.“

Quelle: Bloomberg

Der studierte Historiker hat schon für viele verschiedene Publikationen im Mobilfunkbereich gearbeitet, unter anderem für Europas größtes Telekommunikationsmagazin CONNECT. Er ist an der Ostsee aufgewachsen, lebt aber schon seit mehr als 12 Jahren in Berlin. Das Meer vermisst er immer noch.

34 Kommentare

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  • Micha Homann 06.02.2013 Link zum Kommentar

    "Und wir sind stolz, kapitalistisch zu sein.“

    KOTZ KOTZ KOTZ ............... was für ein beschissener Satz .
    Stolz kann man darauf sein "sozial" zu sein.

    Das Google die legalen Steuerschlupflöcher nutzt die ihnen geboten werden ist ok. Macht der Rest der Welt auch.

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  • JPsy Droid 18.01.2013 Link zum Kommentar

    Was soll denn der Quatsch? Liegt ja wohl an den Staaten/ Politikern die Steuergesetze bzw. Schlupflöcher abzuschaffen - aber das ist ja gar nciht gewollt.

    Seltsame Sichtweise - ziemlich links imho.

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  • yamal 14.12.2012 Link zum Kommentar

    Hi,

    ich finde es auch sehr ungünstig sich auf diese Weise zu äußern. Auf der anderen Seite gibt Google auch viel Geld (wenn auch nicht uneigennützig) für andere wohltätige Sachen aus. Z. B. 5 Mio. Dollar für Drohnen, die helfen sollen, Elefantenwilderer aufzuspüren.

    Solange man die Wahl hat und es legal ist, sollen sie mit Ihren Geldern umgehen, wie sie es wollen. Wenn man im Lotto gewinnt, würde man ja auch schauen, wie man möglichst viel davon behält

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  • Ian C. 14.12.2012 Link zum Kommentar

    Sorry, aber wenn ich sehe, wie sinnlos Jahr für Jahr Steuergelder verschwendet und eben nicht verantwortungsvoll verwendet werden, werde ich jede mögliche Maßnahme zur Vermeidung von Steuerzahlungen als Vermeidung von Steuerverschwendung gut heißen!

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  • Zwergi987 14.12.2012 Link zum Kommentar

    Ich sehe nicht, dass für uns Verbraucher daraus ein Nachteil entsteht.

    Ist es normal, dass ich eins der besten (für mich das beste) Navis umsonst auf meinem Telefon habe? Ich denke nicht.
    Genauso ist es mit anderen Google Produkten. Diese sind mit Abstand das, was ich am häufigsten am Tag benutze (schon allein die Google-Suche selbst)
    Und das alles ist kostenlos für uns.

    Google ist nicht verpflichtet für das Heil in der Welt.
    Das was sie für uns erschaffen ist toll und ich hoffe, dass sie weiterhin damit einen Haufen Geld verdienen, damit es sich für sie lohnt. Und wenn ein Teil des Gewinns nur wegen Steuer-Schlupflöcher entsteht, bitte schön.

    Welcher Durschnitts-Deutsche zahlt freiwillig mehr Steuern als er muss? Ich kenne keinen.

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  • User-Foto
    sohnbledsin(at)gmail.com 13.12.2012 Link zum Kommentar

    Es gibt unter den Top 1000 Unternehmen keines, welches derartige Schlupflöcher nicht nutzt(.)
    Sonst erreicht man nichts.Jeder der Unternehmen managt weiss, daß ganz reell gar nichts geht.
    Habe mit Google und Android weniger Probleme als mit dem Rest.Weiss aber sehr wohl, das der User am Ende der Nahrungskette steht.

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  • Ro Bot 13.12.2012 Link zum Kommentar

    So zu handeln ist das eine. Dann noch so zu reden und sich dabei zu freuen ist was anderes. Aber ok, andere Unternehmen sind auch nicht besser, die geben es nur nicht zu.

    "Auf dem Grabstein des Kapitalismus wird einmal stehen: 'Zuviel war nicht genug!'"

    Volker Pispers

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  • Markus Köppen 13.12.2012 Link zum Kommentar

    Es ist leider so, dass Konzerne rechtlich dazu _verpflichtet_ sind, bei Bekanntwerden von Steuerschlupflöchern, diese auszunutzen. Profitmaximierung für die Teilhaber:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Dodge_v._Ford_Motor_Company

    Hier sollte man etwas ändern. Und natürlich das Konstrukt dort unmöglich machen.

    Und Google ist da in guter Gesellschaft:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Double_Irish_arrangement#Companies_using_the_arrangement

    Quelle:
    http://blog.fefe.de/?ts=ae51a44b

    Den Abschlusskommentar finde ich allerdings auch fahl im Abgang.

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  • R.S. 13.12.2012 Link zum Kommentar

    @Tim Stenderhoff: ich fand am Anfang die Piraten gut. Frischer Wind, genau meine Interessen, wenn die mal zur Bundestagswahl antreten, dachte ich mir, weiss ich, was ich wähle. Das ist jetzt schon länger her. All die Sachen, die gelaufen sind (braune Probleme, Kandidaten die einfach so hinschmeissen...) und dann noch die an Lächerlichkeit grenzenden Forderungen z.b. nach komplett kostenlosen ÖPNV...nee danke! Ihr seid mir einfach zu sozialistisch. Da bleibt nichts mehr für den Mittelstand.
    Ach zum Artikel: Ich hasse heuchlerisches, deutsches Gutmenschen-Gelaber!
    Google macht nichts Verbotenes! Wenn die Gesetze so sind, ist es nicht die Schuld der Unternehmen.
    Ich finde, dass Google ja auch gibt (Spenden, günstigere Produkte...) Was ist denn mit dem (angeblich) wertvollsten Unternehmen der Welt? Von denen habe ich noch nie gehört, dass die auch nur einen Cent für wohltätige Zwecke ausgegeben haben...

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  • Mario A. 13.12.2012 Link zum Kommentar

    So lange die Staaten es möglich machen, sind sie selbst Schuld.

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  • mapatace 13.12.2012 Link zum Kommentar

    Ich denke das alle hier die meinen das jeder sich so verhält oder sich verhalten würde, in einen sehr beschränkten Horizont leben und einen Teil der Mensch ausmacht, wie z. b . Solidarität, Verantwortung nicht kennen. Es gibt tatsächlich Firmen die in ihrem Land steuern zahlen.

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    Christoph V. 13.12.2012 Link zum Kommentar

    @ Timm Stenderhoff

    Tja, leider kann ich nichts von euch zu den aktuell brennenden Themen wie Europa, Außenpolitik, Wirtschaft finden. Scheint wohl nicht wichtig zu sein...
    Zur Steuerpolitik und damit zu Normen, die Steuertricks erlauben bzw. nicht verhindern, wie es hier bei google der Fall ist, wisst ihr wohl auch nichts, oder?
    Ich würde es ja gerne nachlesen, aber wenn ihr dazu nichts anbietet...

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  • markosta 13.12.2012 Link zum Kommentar

    IKEA hat das erfunden..

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  • Hans Müller Schweiz 13.12.2012 Link zum Kommentar

    @may-c
    Bravo, einer muss es ja sagen.
    Die sind nur neidisch.....in....

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  • Timm Stenderhoff 13.12.2012 Link zum Kommentar

    @Christoph... wow haste auch BILD gelesen? Mein Gott. Such dir deine Quellen mal besser aus. Z. B. kannst du bei uns Piraten wenigstens alles nachlesen. Tue das doch mal. Lies den Antrag zu Zeitreisen durch. Dann wirst du 1. feststellen, dass dies eine leise Selbstkritik des Antragstellers an den Piraten ist und 2. die ganze Sache einfach nur einen trockenen BPT aufgelockert hat. Ich selber habe übrigens dagegen gestimmt. Weiße warum? Wegen Köppen wie dir. Einfach weil auch eure Stimme zählt. Auch wenn ihr nur den Medien nachplappert was sie grade für berichtenswert halten! Die wirklich sinnvollen Beschlüsse des BPT hat kaum einer erwähnt, aber Zeitreisen war in jedem Beitrag...

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  • User-Foto
    sohnbledsin(at)gmail.com 13.12.2012 Link zum Kommentar

    Google hat das einzige getan, um sich strategisch anders aufstellen zu können.Diese Offenheit als Einstiegsdroge hat gewirkt.Und nun mit now.gmail.musicstore etc. räumen die bald cash ab wie mit adwords.
    Dann wird offen bald auf Urlaub sein.
    Alles andere ist Illusion und Kinderkacke!

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  • my2cent 13.12.2012 Link zum Kommentar

    Wer von euch zahlt freiwillig mehr Steuern als er muss? Na, einer`?

    So lange es nicht illegal ist, ist es OK. Solange (und da unterscheiden sich die Unternehmen leider stark) dafür auch für andere Zwecke Geld investiert wird (Google z.B. in regenierbare Energie, WWF-Projekt, Forschung usw. fällt mir spontan ein).

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  • Hippo 13.12.2012 Link zum Kommentar

    Wenn es legal ist, warum nicht. Es wäre ja schon fast ein unfaier Nachteil für Google, wenn sie nicht tricksen würden.

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  • Stefan Hoinbei 13.12.2012 Link zum Kommentar

    Toller Beitrag, habe ich bisher aus dieser Perspektive nicht gesehen

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  • Arian Rönick 13.12.2012 Link zum Kommentar

    Haha, und auf geht's moralapostel :-D
    Kaum einer würde es anders machen. Und verdammt - der Fehler liegt nicht bei Google & Co... Ein Großteil der Lücken existiert doch FÜR diese Konzerne...

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