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"amazon(en) im Paradies?" - Oder warum der amazon App Store im "walled garden" einen Apfel gepflückt hat

Verfasst von: Fabien Roehlinger — 31.03.2011

 

Android steht für Offenheit, für die Möglichkeit fast alles mit seinem Gerät machen zu können. Und es steht natürlich auch dafür, dass App-Entwickler viele Freiheiten haben - mit allen Vor- und Nachteilen. Google, als Betreiber des offiziellen Android Markets prüft keine Apps bevor sie online gestellt werden. Dadurch konnte auch schon einige bösartigen Apps den Weg in den Market finden. Auf der anderen Seite macht das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View Entwicklern auch keine Vorschriften zu welchem Preis sie ihre Apps zu verkaufen haben. Es werden auch dem User an sich keine Steine in den Weg gelegt: ein Android-Nutzer kann Apps selbstständig auf seinem Gerät installieren; gekaufte Apps können auch sehr einfach auf anderen Android Devices installiert werden.

Apple - paradisiesische Umsätze durch harte Regeln
Bei Apple lässt man solche Freiheiten nicht zu. Hier werden sowohl die Entwickler, als auch die Nutzer selbst in Schranken gewiesen. Das Unternehmen mit dem angebissenen Apfel kontrolliert so komplett das eigene Ecosystem. Es ist genau festgelegt wie eine App auszusehen hat, es gibt feste Preisstaffeln für die verkauften Apps, ein Nutzer muss sich über iTunes registrieren um überhaupt ein iPhone nutzen zu können...

Unterschiedlicher könnten die beiden Strategien gar nicht sein. Während Android sich rasend - gerade wegen seiner Offenheit - verbreitet, kann Apple durch die harte Kontrolle riesige Umsätze und Gewinne einfahren. Es gibt beim iPhone-Betriebssystem iOS kein Weg an Steve Jobs vorbei. An jedem Umsatz der auf der Apple-Plattform getätigt wird, verdient das Unternehmen mit.

"Die Mauer muss weg" - oder warum die Freiheit in Gefahr ist
Die hohen Gewinne durch das Verkaufen von Apps wecken natürlich Begehrlichkeiten. Es sind aber noch andere Tatsachen, die Android ein wenig "Apple" werden lassen. Meine These ist, dass es der Content ist, mit dem man dauerhaft Kunden an sich bindet. Allerdings nur dann, wenn man dafür sorgt, dass sogenannte "walled gardens" entstehen. Von einem "walled garden" - also einem eingezäunten Garten - spricht man dann, wenn ein Ecosystem komplett abgeschirmt ist. Das ist eben bei Apple so. Aber auch bei Vodafone im 360-, oder bei Microsoft im neuen Phone 7-Store. Kauft man dort eine App oder anderen Content ein, kann man letztlich nur über genau dieses Ecosystem diesen Content nutzen.

Dies produziert "Switching Costs" - also Kosten, die dann entstehen, wenn ich von einem Ecosystem zum anderen wechseln will. Habe ich beispielsweise für 100 Euro Apps bei Apple gekauft, müsste ich wieder in etwa dieses Geld in einem anderen Ecoystem investieren um die selbe Software parat zu machen. Kunden werden also immer tröger in andere Ecosysteme zu wechseln.

Bei Android, als offenes Betriebssystem, gab es solche "walled gardens" bisher nicht. Natürlich konnte man keine Android Apps bei Apple laufen lassen. Aber es war egal ob man eine App mit einem Android HTC-, Samsung- oder LG-Device gekauft hat. Einmal gekauft, lief eine Android App quasi überall, solange man sie natürlich wieder über die eingekaufte Quelle neu geladen hat. Für Kunden von Hardware ist das natürlich der Optimalzustand. Auf diese Weise hatte man den höchsten Grad von Freiheit.

Warum schreibe ich hier in der Vergangenheit? Weil sich immer mehr abzeichnet, dass das Paradies - wenn man das so pathetisch sagen darf - durch den Biss in den Apfel in Gefahr gerät.

Amazon baut den ultimativen Android Walled Garden
Wenn es ein Internetunternehmen gibt, das etwas von eCommerce versteht, ist es amazon. Und ich bin mir sicher: der App Store - sofern er sich so nennen darf - wird ein voller Erfolg werden. Und das, obwohl amazon knallhart zu Entwicklern und auch zu seinen Kunden ist. Entwickler haben beispielsweise keinen Einfluss darauf zu welchem Preis ihre App tatsächlich verkauft wird. amazon kann vom normalen Preis im Android Market bis zu 50% Abschlag vornehmen ohne sich vorher die Erlaubnis vom Entwickler einholen zu müssen.

Kunden werden ebenfalls von einigen Features des amazon Appstores wenig begeistert sein. Heise.de hat beispielsweise kürzlich einen Test des Appstores durchgeführt und dabei herausgefunden, dass amazon alle App-Käufe knallhart an sich bindet. Im konkreten Fall war es so, dass Apps sich nicht mehr starten ließen, als man den amazon-Account deaktiviert hatte. Die über amazon gekauften Apps werden über ein eigenes DRM-System geschützt. Hierbei generiert laut Heise.de amazon einen Token, der periodisch mit den amazon-Servern kommuniziert. So kann verhindert werden, dass die App nicht illegal auf dem Telefon installiert wurde. Wenn man allerdings längere Zeit nicht online war - im Urlaub beispielsweise - wird man eine App nicht mehr verwenden können.

amazon versucht damit eine enge "Kundenbindung" zu erreichen. Das geht soweit, dass amazon Kunden sogar fragt, ob man bereits anderweitig gekaufte Apps mit dem amazon-Account verbinden möchte. Bejaht man die scheinbar harmlos wirkende Frage ("Diese Applikation ist auf ihrem Gerät bereits installiert, aber nicht mit ihrem Amazon-Account verbunden. Soll sie gelöscht und durch die Amazon-Version ersetzt werden?"), ist man unweigerlich auch bei dieser App mit dem eCommerce-Riesen "verheiratet". 

Heute amazon, morgen HTC - und übermorgen?
Dieses aggressive Verhalten bei der Kundenbindung unter Android dürfte nicht lange folgenlos bleiben. Wie bereits gesagt: erfolgreich umgesetzte walled gardens sind echte Kundenbindungsgaranten. Wer würde denn schon zukünftig nicht wenigstens im Android Store von amazon stöbern, wenn es bereits jede Menge Apps gibt, die man sich irgendwann dort zugelegt hat? Immerhin wäre das ganze eingesetzte Geld verloren, würde man amazon den Rücken zudrehen.

Digitaler Content bei Smartphones - also eBooks, Musik, Apps/Games und Filme - sind also echte Zugpferde. Das erkennen auch immer mehr die Hardwarehersteller. HTC beispielsweise macht sich auch immer mehr daran Zukäufe im digitalen Bereich zu tätigen. Hinzu kommt, dass HTC auch immer mehr dazu übergeht Apps auf die hauseigene Sense-Oberfläche zu portieren. Sprich: kauft man im HTC-Store eine angepasste App, ist man ebenfalls an den taiwanesischen Smartphone Hersteller gekoppelt. Und mit jedem Kauf wird das ein bißchen mehr... 

Es ist also sicherlich eine Frage der Zeit bis Telekommunikationsunternehmen und auch Hardwarehersteller auf diesen Zug aufspringen. Das Handeln mit Apps ist schließlich nicht nur ertragreich - es könnte sogar überlebenswichtig sein.

Will Google wieder die Kontrolle über den Content erlangen - und... gerät deshalb alles außer Kontrolle?
Die Frage ist, wie Google mit dieser Tatsache umgeht. Walled gardens können an sich nicht im Interesse von Google sein. Immerhin würde auch Google einen erheblichen Einfluss verlieren was eigentlich alles mit ihrem Betriebssystem passiert. Außerdem will man sich sicherlich dauerhaft auch nicht die Butter vom Content-Brot nehmen lassen. Es ist also gut möglich, dass Google alleine schon deshalb den Sourcecode von Android 3.0 zurückhält und man auch heute lesen konnte, dass Google bestrebt ist wieder mehr Kontrolle über das beinahe außer Kontrolle geratene Android zu erlangen.

Zu welchem Preis aber geschieht dies? Es ist ein sehr schmaler Grad, den Google hier gehen kann. Android ist nur aus einem Grunde derzeit so erfolgreich: es ist Open Source, die Hardwarehersteller können es kostenlos verwenden und auf ihre Bedürfnisse anpassen. 

Hand auf's Herz: wieviele wissen von Euch wieviel Megapixel ihre Cam hat oder welche Geschwindigkeit ihre CPU hat
Mit Hardware lässt es sich kaum mehr differenzieren. Klar, es gibt einige Hardwareausnahmen, wie jetzt das XPERIA Play, das ganz bestimmte Käuferschichten anspricht. Aber in Wahrheit kann man heute mit Hardware die Masse nicht mehr erreichen. Vor einiger Zeit reichte es noch zu schreiben "...mit toller 2 Megapixel-Kamera...". Heute ist das den meisten Menschen herzlich egal. Wichtig ist, dass man Bilder machen kann. Das aber bietet schließlich quasi jedes Telefon! 

Die Hardwarehersteller stecken also in einem tiefen Dilemma, wenn sie nicht eigene Oberflächen, wie Sense & Co. anbieten können. Denn nur so können sie sich von der Konkurrenz differenzieren. Würde jeder die normale Android Oberfläche auf dem Telefon haben, wäre man als Telefonhersteller schlicht austauschbar. Das mag aus Kundensicht toll sein. Für die Hardwarehersteller wäre es eine Katastrophe. Würde so etwas tatsächlich von Google zukünftig gefordert werden - was ich nicht glaube - es wäre fatal für Android! Hersteller müssten sich schleunigst auf eigene Betriebssysteme konzentrieren, um hier nicht in Preisschlachten verwickelt zu werden. Denn das wäre unweigerlich die Folge daraus: es ginge nur noch darum, wer mir das Telefon mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Hardware baut. Das wiederum ist ein nicht kalkulierbares Risiko für die Unternehmen...

Android braucht vielleicht leichte Kontrolle - aber vor allem absolute Offenheit
Wie gesagt: ich kann mir nicht vorstellen, dass Google tatsächlich einen so harten Schritt plant. Aber dennoch sollten alle Befürworter der neuen Google-Kontrolle überlegen was das am Ende des Tages bedeuten könnte: das Abwenden der eigenen Strategie, der Verlust der großen Innovationstreiber und den Verlust der großen Supporter wie HTC, Samsung & Co. 

Wäre das der Fall: was wäre dann aus Android geworden? 
 

Wie auch immer: ich sehe gerade die oben beschriebenen Entwicklungen mit einer gewissen Sorge. Sowohl die neuen "walled gardens", als auch die Überlegungen restriktiver mit Partnern umzugehen. Es sei mir von daher erlaubt nochmal meinen weiter oben erwähnten Pathos auszukramen und - ganz in Berliner Manier und mit Augenzwinkern - zu sagen:

"Die Mauer muss weg!"

 

48 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Fabien Roehlinger
    • HALL OF FAME
    04.04.2011 Link zum Kommentar

    Wenn dem so ist, dann auf jeden Fall. Wobei wir das definitiv wenn ändern werden. Es war schon immer anders geplant. Genau das wollten wir nicht!

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  • Frank Heuser 03.04.2011 Link zum Kommentar

    ich nicht! ;-) ich hatte mir ja mal geschworen, nieeemals einen Secondary Market zu installieren, aber zum testen mache ich da mal eine Ausnahme:

    - AndroitPIT AppCenter heruntergeladen und installiert
    - neu registriert
    - PayPal-Guthaben aufgeladen
    - Verkaufswert Rechner über das AppCenter gekauft und installiert
    - App gestartet, funktioniert! (btw: nette App, würde ich gerne behalten, aaaaber siehe da:)

    - AndroidPIT AppCenter deinstalliert
    - Verkaufswert Rechner gestartet und nun bekomme ich folgende Meldung (die kommt übrigens auch im Offline-Modus):

    "Fehler beim Prüfen der Lizenz! Kommunikation mit AndroidPIT App-Center fehlgeschlagen! Bitte Installation prüfen! Start im FREE Modus..."

    Bekomme ich jetzt mein Geld zurück? ;-)

    0
  • Fabien Roehlinger
    • HALL OF FAME
    03.04.2011 Link zum Kommentar

    Davon gehe ich aus!

    0
  • Frank Heuser 03.04.2011 Link zum Kommentar

    @Fabien: Du schreibst, dass Apps, die im AndroidPIT App Center gekauft wurden, auch noch funktionieren, wenn man das App Center und seinen AndroidPit-Account löscht.

    Gilt das auch, wenn der Entwickler eure AndroidPIT Licensing Bibliothek verwendet hat?

    0
  • Benedikt K 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Das mit dem DRM im Amazon Appstore wusste ich auch nicht, somit werde ich ihn mir auch nicht holen! da bleib ich dabei mich mit gratis Apps durchzuschlagen bis PayPal im Market da ist. Beziehungsweise kaufe ich mir Apps, hier im AndroidPIT Appcenter, da ist mein Geld besser aufgehoben als im Arsch von Amazon.

    0
  • Jan-Paul Nachtwey 01.04.2011 Link zum Kommentar

    ich möchte nur mal kurz klarstellen: Amazon-Apps können sehr wohl offline genutzt werden. Der Amazon Appstore synchronisiert, wenn er online ist die Lizenzen. Man muss sich also keine Gedanken machen, dass be nem längeren Auslandsaufenthalt die Apps nicht mehr funktionieren.

    Ich verstehe ehrlich gesagt die Panik um den Amazon-Appstore nicht so recht. Es ist ein weiterer Appstore mit den gleichen Einschränkungen wie alle anderen Appstores auch.
    Der einzige Unterschied ist, für den Anwender, dass die Anwendungen kontrolliert werden, bevor sie in den Appstore gelangen. Das ist durchaus sinnvoll.
    Wenn ich ein Google Konto kündige sind Anwendungen, die gegen den Google-Lizenzserver prüfen auch nicht mehr lauffähig. Außerdem ist die Lizenzprüfung gegen den Appstore auch den Entwicklern überlassen und nicht standardmäßig Bestandteil jeder App.

    0
  • Luuu 01.04.2011 Link zum Kommentar

    @Andy
    Ich behaupte mal das es schon einen Unterschied macht ob ich bei dem Hersteller selber, oder bei einem Anbieter der nur eine sehr großes Stück vom Kuchen abhaben will gebunden bin =)
    Ausserdem wäre auch ein Gerät ohne den Android Market mit Amazon nicht besser dran, da dann noch immer der Punkt bleibt "Kein Online, keine App".
    Zumindest kann man daran nichts Positives finden und gerade dieser Punkt stört mich.

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  • User-Foto
    Baerli Baer 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Luchandor
    So viel zu lesen.. puuuh!

    :-D Dacht ich mir auch gerade.
    Ja, Offenheit is nicht alles...., schaumermal!:-)

    0
  • Marcus B. 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Sag ichs doch immer wieder: Gier ist der erste Schritt zum Abgrund.

    Wenn Android so in diese Richtung mutiert, ist das OS für mich gestorben.

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  • Georg Wiese 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Wunderbar geschrieben!

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  • Andy N. 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Beim Android Market bist Du aber genau so daran gebunden, nur dass Du die App Android Market nicht einfach so löschen kannst. Kauf Dir aber ein Gerät ohne den Android Market dann sieht es schon anders aus. Dann bietet Dir Amazon sogar weniger Bindung.
    Und bei einem 6 Wochen Aufenthalt wird sich ja wohl irgendwo ein WLAN finden lassen.

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  • Stupid Luchador 01.04.2011 Link zum Kommentar

    So viel zu lesen.. puuuh!

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  • Luuu 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Keiner bindet einen? Ich weiß ja nicht ob du den Text oben Aufmerksam gelesen hast, fakt ist aber das du die gekauften Apps, die ja dann eigentlich dein Eigentum sind, oder sagen wir mal, wo du das Recht erworben hast diese zu nutzen, nur solange nutzen kannst, wie auch dein Konto bei Amazon aktiv bleibt!
    Kein Konto ... keine Apps!
    Schon alleine das ist in meinen Augen eine starke Bindung.

    Zum Thema "3 Wochen nicht Online sein" kann ich dir ein ganz einfaches Beispiel geben. Ein Freund von mir war letztes Jahr 6 Wochen in Australien und
    er war diese 6 Wochen nicht mit seinem Handy Online, sondern hatte sich dort eine Prepaid Karte eines Providers gekauft.
    Klar kann man jetzt sagen, dein Provider bietet bestimmt Tarife für das Ausland an oder nutze doch die Karte in deinem normalen Handy. Aber das will ich nicht!

    Sicher bist du momentan bei Amazon nicht gebunden, da deine Elektronik, MP3´s, CD/DVD etc. alles Güter sind die nicht unter der zwanghaften Kontrolle von Amazon stehen. Bei den Apps sieht es da dann aber anders aus.

    Amazon macht einen guten Job (in anderen Bereichen) und auch ich Kaufe dort, aber das muss nicht zwingend bedeuten das ich alles gut finde was die auf dem Markt bringen.

    Wo du deine Apps beziehst ist mir grundsätzlich egal, das muss jeder für sich entscheiden. Ich für meinen Teil werde keine Apps bei Amazon kaufen, auch wenn sie die Entwickler dazu "nötigen" dort alles früher einzustellen.
    Dann warte ich halt 1 - 2 Wochen bis es dort Verfügbar ist, wo ich keine Handschellen verpasst bekomme.

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  • Andy N. 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Zwischen "nur Online" und "3 Wochen nicht Online" ist aber sehr viel dazwischen. Das ich 3 Wochen Online sein muss würde ich aber gar nicht bemerken, da so lange Zeit mein Telefon nicht offline ist. Ich finde das ist ein guter Kompromiss zwischen Entwickler und Käufer.
    Im übrigen kann das genau so auch bei einer App aus dem Market sein. Auch Google ermöglicht es, dass der Entwickler so seine App schützt.

    Amazon kann auch keine Kunden gewinnen, wenn sie diesem nicht den größten Nutzen gibt. Ich kaufe nicht bei Amazon ein, weil ich gebunden bin. Ich bin auch kein bisschen gebunden, genau so gut könnte ich bei anderen Versandhändlern einkaufen (und ich versuche es auch immer wieder, also an Lust wo anders einzukaufen fehlt es mir nicht), die anderen Versandhändler wollen mich aber anscheinend nicht als Kunden, denn sie machen einem den Einkauf unnötig schwer. Am Ende entscheide ich mich wieder für Amazon, ganz ohne Zwang, aus freier Entscheidung.
    Genau so kann man seine App bei Amazon kaufen, genau so wie im Android Market. Keiner bindet einen.

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  • Luuu 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Amazon macht sehr viel richtig? Ja sicher, wenn es darum geht den meisten Profit zu machen oder den Kunden Handschellen anzulegen!
    Oder wie bewertest du das "Feature" das ich gekaufte Apps bei Amazon nur Online nutzen kann, oder wenn ich 3 Wochen nicht Online war, die App gar nicht mehr nutzen kann?
    Bei Amazon geht es nicht darum dem User/Kunden den größten Nutzen zu verpassen, sondern den Kunden so stark an sich zu binden, das du keine Lust/Möglichkeiten mehr hast woanders Einzukaufen.

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  • Michi K. 01.04.2011 Link zum Kommentar

    >>während Android sich rasend - gerade wegen seiner Offenheit - verbreitet<<

    Ist das so? bzw. was verstehst du unter "Offenheit". Das Android sich verbreitet hat weil es auf jedem Billiggerät läuft ist sicherlich richtig. Aber garantiert nicht, das die User es gekauft haben weil es offen ist. Es ist leider schwer nachzuprüfen, aber ich wette 70-80% der Android User wissen nicht ob ihr Gerät "offen" oder "geschlossen" ist oder haben es nur mal gehört können aber nicht erklären was "offen" überhaupt sein soll. Ein "geschlossenes" Android, das dennoch weiter so eine Modellvielfalt (vor allem im Billigbereich) bietet, würde sich also kaum langsamer verbreiten als das jetzige "offene" Modell.

    >>Meine These ist, dass es der Content ist, mit dem man dauerhaft Kunden an sich bindet. Allerdings nur dann, wenn man dafür sorgt, dass sogenannte "walled gardens" entstehen.<<

    Auch das kann ich so nicht nachvollziehen. Denn wie du ja sagst, wenn ich von Android zu WinPhone, iOS, Symbian, WebOS, BB, o.ä. wechsel, gehen meine Apps auch verloren. Im Vergleich zum iPhone bleibt also nur der "Vorteil", das man zwischen verschiedenen Modell und Herstellern wechseln kann ohne Inhalte zu verlieren. Das liegt aber nur daran, das Apple nur ein Modell anbietet, nicht am "walled Garden". Denn WinPhone7 ist auch so ein walled Garden und du kannst trotzdem zwischen zig Modellen und Hersteller hin und her wechseln, ohne das der Content verloren geht. Exakt so wie bei Android. Natürlich bindet das Kunden, weil sie sich eben gewöhnen und weil sie nicht alles neu kaufen müssen, aber es hat absolut nichts mit offen oder geschlossen zu tun. Das ist auf dem gleichen Level. Bei Ausgaben von 100 Euro an Android Apps wechselt man auch nicht so leicht zu WebOS, obwohl es beides offene System sind.

    Im Grunde geht es immer nur um Attraktivität. Sowohl für den USer als auch für den Entwickler. Es ist ein altes Märchen, das offene Systeme für Entwickler attraktiver sind als geschlossene. Ganz und gar nicht. Denn diese Offenheit sorgt doch für die ganzen Probleme für Entwickler. Fragmentierung im Hardware-, OS-Versionen- und sonstigen Anpassungen Bereich die höhere Entwicklungszeiten verursachen, User die nicht gerne im Markt suchen aufgrund des vielen Mülls, leichte Möglichkeit von Raubkopien, extrem viele User von Billiggeräten die den Markt eh nicht nutzen und/oder veraltete Hard-und Software nutzen, erhöhter Aufwand dadurch das man nicht einfach nur die App einreichen braucht sondern sich zusätzlich noch um einen eigenen Vertrieb und um die Präsenz in anderen Märkten kümmern muss um Wettbewerbsfähig zu bleiben, usw. Das alles ist der Offenheit geschuldet und aus Entwicklersicht eher die Hölle als ein Paradies. (die Offenheit ansich, nicht irgendeine spezielle Plattform).

    Und aus Usersicht wird dann ein Schuh draus. Wenn die Software Qualitätsmäßig mangelhaft ist wird sie nicht gekauft, wenn der User sie nicht findet weil er keine Lust hat zig Markets zu durchsuchen wird sie nicht gekauft, wenn er bei der Suche nur Müll findet (siehe oben das Angry Birds Beispiel) statt ein App wird sie nicht gekauft. Wenn man frustriert ist weil viel Sachen für die eigene OS-Version nicht laufen und man keine Updates bekommt obwohl das Gerät erst ein Jahr alt ist wird sie nicht gekauft, usw. Und welche Vorteile hat der User aus der Offenheit? Er kann Apps installieren die es bei WinPhone oder iOS nicht in den Markt schaffen. Toll. Das wären? Gibt es da überhaupt noch eine nennenswerte Anzahl von wichtigen Funktionen? Hand aufs Herz, 90% von dem was es nicht in den iOS AppStore oder WinPhone Market schafft, will man doch überhaupt gar nicht haben (Crapsoftware, Themas, Klingeltöne, Hollo-World Apps, usw). Und auch das es unter iOS und WinPhone 7 StyleGuides für Entwickler gibt ist doch für User zu 100% ein Vorteil, wenn man dieses WischiWaschi unter Android sieht. Was wiederum dann auch für Entwickler ein Vorteil ist, wenn die User glücklicher sind über die Interfaces. Die wenigsten Entwickler sind schliesslich auch gleichzeitig gute Designer UND Usability Experten!

    Oder anders: Wenn Android "offen" bleibt, dann hat es Qualitativ den Kampf gegen alle anderen verloren. Da können die Marktanteile noch so groß sein. Das Problem ist ja, das man als Käufer eines 500-700€ Smartphone extrem darunter leidet und Qualitativ unter WinPhone oder iOS wesentlich mehr geboten bekommt. Dann bleibt nur noch der Billigmarkt und Android wird zum nächsten Symbian oder WinMobile. Und damit für Entwickler unattraktiv.

    Das "Paradies" was du beschreibst ist nur ein theoretisches was in der Praxis einfach nicht klappen KANN. So wie eine Anarchie. Ohne Frage die fairste und beste Staatsform, aber da sie aufgrund des Menschen nicht umsetzbar ist, ist es in der Praxis die denkbar schlechteste.

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  • Stefan K. 01.04.2011 Link zum Kommentar

    BTW: Ich hab bisher so gut wie keine App im Market gefunden, die nicht auf meinem SGS läuft.

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  • Stefan K. 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Die User hier, die ihren Account bei Amazon kündigen nur wegen deren App-Store-Restriktionen, kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Was hat denn der Android App Store mit dem Rest von Amazons Angebot zu tun, kann mir das mal einer erklären? Ich begreif es jedenfalls echt nicht. oO

    Und Sense ist ja wirklich gut und größtenteils sehr durchdacht, nur kann ich den x-ten Aufguss der HD2-Hardware nicht mehr sehen, der Nachfolger eines Gerätes unterscheidet sich meistens nur durch eine kleine Verbesserung. Zudem rennt ein HTC-Gerät mit einem alternativen Launcher wie LauncherPro oder ADW wie von einem anderen Stern.



    Ich selber hätte jedenfalls kein Problem damit, in verschiedenen Stores einzukaufen, solange ich nicht komplett an einen Anbieter gebunden bleibe.

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  • Christoph M. 01.04.2011 Link zum Kommentar

    @ Fabien: Ich kann die Apps zwar weiter nutzen, bekomme aber keine Updates....
    Also doch eine Art Barriere. ;-)

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  • Andy N. 01.04.2011 Link zum Kommentar

    Wenn Google ihren Markt nicht deutlich aufräumt, werde ich bei Amazon kaufen. Der Android Markt wirkt komplett verwahrlost. Wenn ich zB nach Angry Birds suche, dann möchte ich nicht unzählige Themes für 99 cent angezeigt bekommen. Das gehört nicht in einen Market, einmal weil es extrem stört und zum anderen weil die dazu da sind den User zu täuschen.

    Amazon dagegen macht meiner Meinung sehr viel richtig. Und wie man es am neuen Cloud Service sieht, wird das Angebot auch ständig verbessert. Ich schätze Amazon auch so ein, dass wenn es etwas gibt, was den Kunden stört (und damit mein ich jetzt nicht irgendwelche Geeks, die eine bestimmte Vorstellung vom Internet haben), dass es dann auch verändert wird.

    Insgesamt sehe ich da auch kein Problem. Google wird jetzt bestimmt keine anderen Anbieter ausschließen und der User hat jede Freiheit, die er nur bekommen kann. Er ist frei, ob er bei Google, bei Amazon oder AndroidPit einkauft. Wo ist da das Problem?
    Und wenn ich mich zB für ein eBook Anbieter entscheide, dann doch für den, der am meisten bietet. Dann ist es mir auch egal, dass ich mich an den binde, wahrscheinlich würden eh die wenigsten bei verschiedenen kaufen.

    Und Apple ist mit seinem App Store immer noch in einer ganz anderen Welt. Hier gibt es keine anderen Anbieter und Apps werden aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt.

    Ich sehe es auch nicht, dass Hardwarehersteller sich nicht von anderen unterscheiden können. Erst mal natürlich durch eine UI wie Sense mit Features, die es sonst nicht gibt (HTC will ja auch Internetdienste anbieten), dass naheliegendste ist aber doch den Kunden durch ein besonderes Design oder Funktion (besonders robust, wasserfest, etc...) zu gewinnen. Selbst externe Festplatten werden mit einem besonderen Design beworben, für mich also unverständlich, warum das bei Telefonen so wenig beachtet wird. Das Telefon gehört bei vielen zum Lifestyle dazu. Apple hat das vorgemacht und hier haben selbst die Ohrstöpsel eine Bedeutung.
    Aber das wichtigste ist doch den Kunden durch einen besonders guten Service zu behalten und dazu gehören zeitnahe Updates.

    @Mario:
    Es gibt bereits Hardwarevorgaben. Sind auch nötig, ansonsten macht man es dem Entwickler besonders schwer und der Kunde ist unzufrieden, weil viele Apps nicht richtig funktioniert.
    Meiner Meinung treibt es zB Samsung zu weit. Schaut man sich die Bewertungen an, so haben gerade Samsung-User Probleme mit der App.

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