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Wie Google Android in den nächsten sechs Monaten zur wichtigsten App-Plattform aufbauen wird

Fabien Roehlinger
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Aktuell ist Android sicherlich noch nicht der erste Hafen für App-Entwickler. Das konnte man auch alleine an der Grafik, die Michael heute am Vormittag gepostet hat, sehen. Da wird deutlich, dass sich viele App-Entwickler noch nicht so richtig für Android begeistern können.

Eric Schmidt: „In sechs Monaten werden App-Entwickler Android als Plattform favorisieren“
Das könnte aber in sechs Monat bereits anders sein. Das zumindest spiegelt den Wortlaut von Eric Schmidt wieder, als er letzte Woche auf die Frage antwortete, was man dagegen unternehmen wolle, dass viele App-Entwickler ihre Apps nicht, oder nur unvollständig, auf Android portieren möchten. „App-Entwickler werden von großem Volumen angetrieben“, meinte Eric Schmidt. Was er damit meint ist, dass die Entwickler sich natürlich erstmal für die Plattform entscheiden, die ihnen am meisten Potential bietet. Aktuell entscheiden sich immer noch mehr Developer für iOS als Plattform - also das Betriebssystem, das hinter dem iPhone und dem iPad steht.

Theorie: Hinter Schmidt‘s Äußerungen steckt mehr
Eric Schmidt stützt seine Theorie auf der Tatsache, dass Android aufgrund seines offenen Systems in 2012 für (sehr) große Verbreitung sorgen wird. Nur: bereits heute hat Android nach übereinstimmenden Untersuchungen einen größeren Marktanteil als Apple (Story: Android überrollt Apple)

Viele Blogs und Seiten interpretieren die Äußerungen von Schmidt so, dass mit der neuen Version von Android, Ice Cream Sandwich, auch viele der bisherigen Android-Kinderkrankheiten verschwinden werden. Und das wiederum wird zu einer noch größeren Verbreitung von Android führen.

Es ist aber unwahrscheinlich, dass nur durch Ice Cream Sandwich alleine, Hardwarehersteller plötzlich anfangen werden, euphorisch weitere Geräte mit dem Google-Betriebssystem auf den Markt zu schmeißen. Und noch unwahrscheinlicher ist es, dass App-Entwickler nun in Begeisterungsstürme ausbrechen werden und von sich aus anfangen Android-Apps zu entwickeln, die qualitativ den Apps von Apple gleichziehen können.

Ich für meinen Teil habe einige Theorien entwickelt, die sowohl aus dem Interview, als auch durch Aktionen von Google aus der jüngeren Vergangenheit resultieren, warum Android wirklich einen Quantensprung vor sich hat.

Android wird ein Graphical User Editor und härtere Guidelines bekommen
Ein, aus meiner Sicht, fundamentales Problem bei Android, ist, dass alle Apps unterschiedlich aussehen. Das Problem ist dabei nicht die Vielfältigkeit, die man ja eigentlich noch begrüßen dürfte. Vielmehr war es von Anfang ein Problem, dass quasi jeder Entwickler quasi seine eigenen User Interface Elemente produziert und einsetzt. Das führt teilweise zu recht eigenwilligen Lösungen bei der Nutzerführung eines Produkts.

Bei Apple ist dies anders. App Entwickler haben dort ein Framework für User Interface Elemente, auf das zurückgegriffen werden kann. Auf diese Weise sehen alle Apps bei Apple zwar unterschiedlich aus, lassen sich aber von den Usern sehr ähnlich bedienen. Durch die Vorgaben von Apple schleichen sich auch deutlich weniger optische Ausrutscher ein, wie wir es bei Android teilweise entdecken können.

Mit Ice Cream Sandwich hat Android nicht nur einen gewaltigen Sprung aus technischer, sondern auch aus optischer Hinsicht gemacht. Mit dem neuen Chefdesigner Matias Duarte ist Android nicht nur ansprechender geworden, sondern lässt sich auch deutlich besser bedienen. Duarte sagt selber, dass die Leute "Android lieben" sollen. Damit er dieses Ziel schaffen kann, ist eine deutliche Steigerung bei der App-Qualität unabdingbar. 

Ich halte es für durchaus möglich, dass wir in 2012 ein ähnliches Framework wie bei Apple für Android-App-Entwickler bekommen. Nur so kann das "Look & Feel" der angebotenen Apps deutlich angehoben werden. 

Übrigens: Ich bin der festen Überzeugung, dass mit einer deutlichen Qualiätssteigerung bei den Apps auch die Zahlungsbereitschaft der Kunden steigen wird.

Google+ und Google Music - die Google-Plattform wächst und wird besser
Google baut seine Produktpalette weiter aus. Neben Google+ wurde auch Google Music in diesem Jahr vorgestellt. Mit den neuen Produkten wächst auch die Plattform und die Anzahl an potentiellen Kunden. Gerade Google+ dürfte sich in den nächsten Monaten dynamisch entwickeln. Das soziale Netzwerk des Suchmaschinenanbieters ist optimal bei Ice Cream Sandwich eingebunden. Auch wenn es jetzt noch langsam geht: Google+ wird über seine Einbindung auf der Google-Startseite, als auch durch die Android-Integration viele Millionen Menschen erreichen und sukzessive die Aktivität der Menschen dort ausbauen.

Google arbeitet an vielen weiteren Produkten, die nun sukzessive auf den Markt gebracht werden. Mit jedem der vielen neuen Produkte, werden auch neue Nutzerschichten erreicht. Nutzer, die man vorher eben noch nicht erreichen konnte. Oder zumindest nicht in der Häufigkeit. 

Noch ein wichtiger Punkt: Google arbeitet sehr viel an der stetigen Verbesserung seiner Produkte. Der Android Market hat einen großen Sprung nach vorne gemacht, es wurden neue Dinge, wie Provider-Billing, etc geschaffen und angeboten. Für 2012 kann man erwarten, dass sich bei Android und dem Market noch viel tun wird.

Google-TV - der Sprung ins Wohnzimmer
Für mich war beim Schmidt-Interview noch eine Sache besonders bemerkenswert. Die Aussage, Google-TV würde ab Sommer 2012 auf der Mehrheit aller TV-Geräte laufen, hat eine wirklich große Tragweite. Gelänge Google nämlich wirklich der Sprung in die Wohnzimmer, indem Google-TV in vielen Haushalten zu einem wichtigen Baustein beim Fernsehkonsum wird, könnte Google sein Ecosystem auch dorthin ausweiten. Ich halte es für wahrscheinlich, dass man nach Möglichkeiten suchen wird Apps auch auf TV-Geräten laufen lassen zu können.

Google formt seine Produkte zu einem Ecosystem aus einem Guss
Innovativ war Google schon immer. In diesem Jahr konnte man aber dennoch eine Änderung erleben. Zum Einen wurde das Design vieler Produkte angepasst oder optimiert. Und zum Anderen werden die Produkte ineinander verwoben. Bestes Beispiel: Google+. Auf dieser Seite findet man YouTube, es gibt einen Chat oder auch Google Talk. Durch die Kombination seiner Produkte, dem zentralen Zugang zu allem über die Google-Adresse und die stetige Verbesserung der Produkte wird auch die Nutzung all dieser sich deutlich verstärken. Irgendwann wird man auf Google+ Musik über Google Music, Filme über YouTube oder Chats über Google Talk durchführen können. Oder eben umgekehrt. 

Dies gilt natürlich auch für den gesamten Content, wie Apps. Auf den Endgeräten, auf denen Android Apps laufen werden, wird Google sie auch zum Download anbieten. Die Anzahl potentieller App-Käufer steigt also dramatisch an. 


Fazit
Android hat gerade seinen dritten Geburtstag hinter sich gebracht. Und man merkt, dass das Betriebssystem - oder vielmehr: Das Android-Ecosystem - nun erwachsen wird. Dass sich gerade viel in Sachen Android-App-Qualität tut, merkt man auch an dem Umstand, dass Entwicklern eine Art Nachhilfe geboten wird. Google will erreichen, dass die Qualität aller Produkte besser wird - auch die der Partner. In den nächsten 12 Monaten werden wir erleben wie aus dem unterschätzten Android ein professionelles Betriebs- und Ecosystem wird.

Android-Entwickler werden Geld verdienen. Und Eric Schmidt wird Recht behalten.

 

Hier noch einmal die Stelle des Interviews, an der Eric Schmidt gefragt wurde. Leider kann ich das Video nicht so einbetten, dass es genau an dieser Stelle startet. Deshalb der Link.

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Markus Gu 16.12.2011 Link

    "Android-Entwickler werden Geld verdienen. Und Eric Schmidt wird Recht behalten."

    Man kann das nur hoffen...

    Aber dazu müsste sich auch die Einstellung der User 180° drehen. Stichworte: Adblocker, Kopieren ist nicht Klauen, usw

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  • Fabien Roehlinger 16.12.2011 Link

    Ich denke, dass das Eine mit dem Anderen auch kommen wird. Natürlich liegt das Klauen auch daran, dass es unter Android schlicht und ergreifend möglich ist. Ich denke aber auch, dass mit einer steigenden Qualität und sozialen Features wie ein Game Center (das wird ja kommen!) App-Kunden auch auf die Kaufversionen setzen werden.

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  • Markus Gu 16.12.2011 Link

    Mich wundert es sowieso, dass eine Art "GameCenter" noch nicht Teil von Android ist, aber es wird sicher kommen, da hast du recht.

    Die Grundeinstellung von Usern unterscheidet sich bei Android und iPhone leider sehr. Ich bin mir nicht sicher ob sich das groß ändern kann.

    Es gibt mittlerweile viele hochwertige Apps und man merkt einen großen Qualitätsanstieg. Die fehlende Qualität lass ich aktuell nicht mehr als Argument für das nicht Kaufen von Apps gelten.

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  • Andreas V. 16.12.2011 Link

    Da müsste sich der Markt aber massiv ändern. Im Moment wird erwartet, dass die App nichts kostet und auch keine Werbung hat.
    Es gibt toll gemachte Apps mit Millionen von Downloads, die umsonst sind (Pulse, Springpad.....). Wie finanzieren sich diese Entwickler? Ein Teil Venture Capital, ein Teil verkaufen versteckt Inhalte etc.. Irgendwann wollen die auch mal cashen.
    Und dann Google, die für jede gut gemachte App dann eine eigene Version rausbringt.
    Meiner Ansicht nach ist das Ziel, der mit Geld und Macht in dem Spiel ein Ökosystem zu schaffen, in dem ein paar Player viel Geld über Inhalte und Klicks verdient. Kleine Entwickler spielen da keine Rolle. Wenn sich der Markt konsolidiert hat, werden diese Player versuchen, ihr Investment wieder reinzuholen. Die Bemühungen von Google den Entwicklern zu helfen und zu schützen sind sehr begrenzt. Kaum Infos, Raubkopien, etc... Und dann dieses Gefrickel beim GUI.

    Haben die dann überhaupt ein Interesse an einem GUI-Framework, das Entwicklern hilft, Apps zu entwickeln? Ich glaube nicht. Ich würde es mir anders wünschen. Die Worte von Schmidt sind deshalb für mich pure Augenwischerei. Die haben ein ganz anderes Interesse.

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  • Markus Gu 16.12.2011 Link

    Das Problem ist halt dass die Durchschnittsqualität einfach sehr niedrig ist. Es gibt einfach zu viele Apps, die mal eben nebenbei entwickelt wurden und in den Market gestellt werden.

    Wenn man diese Apps wegfiltern könnte, wäre die Qualität im Gesamten auch höher. ( ne Tittenbild App kann nunmal jeder Volksschüler machen - obwohl lt Foren ja sogar daran manche "Entwickler" scheitern ) :)

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  • Hans Dampf 16.12.2011 Link

    "Android-Entwickler werden Geld verdienen."

    Sind wir mal gespannt :)

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  • Stefan Medack 16.12.2011 Link

    Super Artikel. Ich kreuz alle Finger, dass der Eric recht behält und Android sich weiter so schön stetig verbessert :)

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  • Silvio Geisler 16.12.2011 Link

    Das klingt alles ein bisschen nach "Von Apple lernen heißt Siegen lernen".

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  • Michel Walluhn 16.12.2011 Link

    Ich bin kein Entwickler, aber was mich total nervt sind die meisten Kommentare im Market zu Anwendungen, anstatt dass dort sinnvolle nachrichten und Bewertungen abgegeben werden, wird einfach hingeschrieben z.B. "Schrott" nur weil ich mit der Anwendung nichts anfangen kann.Extrem ärgerlich für Entwickler, meiner Meinung nach.

    Ich hoffe ja noch immer darauf endlich Google Checkout endlich mal für Maestro oder EC freigeschaltet wird, da ich mir nicht extra eine Prepaid Credit Card zulegen möchte und bis dato nur auf die Free Angebote zurückgreifen kann.

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  • Fabien Roehlinger 16.12.2011 Link

    @Andreas V.: Welches Interesse sollte Google denn hier haben? Apps sind essentiell für den Erfolg von Android. Das, was Google durch den Verkauf von Apps verdienen kann, ist verhältnismäßig gering. Das interessiert Google nicht. Vielmehr geht es darum dieses Ecosystem zu schützen und eben UNBEDINGT Content-Anbieter zufrieden zu stellen.

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  • Philip :D 16.12.2011 Link

    Wenn dies eintrifft was Eric Schmidt da sagt, würd ich mich sehr freuen :D

    Android hat so viel Potenzial, aber teilweise ist der Market echt von Scheiße, sorry für die Ausdrucksweise, überflutet, wäre cool wenn mehr Qualität rein kommt :)
    Ich bin kein fanboy, finde iOS auch ganz cool, aber aufgrund der Offenheit und der Freiheiten die man einfach unbestrittener Weise hat, hab ich einen Androiden ;) wäre schon cool wenn Android in der "App" - Sache mehr an iOS rankommt (Qualität, Stabilität oder auch Fragmentierung) usw..

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  • Fabien Roehlinger 16.12.2011 Link

    Dass Google Qualität durchsetzen möchte, zeigt sich gerade am Offensichtlichsten wie YouTube verbessert wurde. Es wird ständig und stetig daran gearbeitet. Das Selbe wird auch bei Android und dem Market passieren.

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  • Philip :D 16.12.2011 Link

    Steht für mich ausser Frage das die das verbessern und ehrlich gesagt freu ich mich drauf ;-)

    würd auch gerne direkt 4.0 haben, aber mein stein2 ist erst n jahr alt :S

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  • Andy N. 16.12.2011 Link

    Schlechte APPs sind ja grundsätzlich nicht schlimm, solange es auch gute Apps gibt und diese nicht untergehen.

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  • Fän 16.12.2011 Link

    Auch ohne den Styleguide gibt es viele gute Apps, die sich optimal bedienen lassen. Trotzdem ist der durchschnittliche Androiduser offensichtlich (wenn es anders wäre,wäre der Artikel ja gegenstandslos) nicht so kaufbereit wie der durchschnittliche Applekunde.
    An der Einstellung der Benutzer kann Google gar nicht so viel ändern. Der Kunde muss einfach lernen, dass er hochwertigere Produkte bekommt, wenn er dafür Kohle ausgibt.
    Dazu müssen aber erstmal die kostenpflichtigen Produkte auch besser sein als die kostenlosen (wozu sollte ich Launcher Pro und AdwLauncher kaufen, wenn der Go Launcher besser ist) und dann müssen sie auch noch soviel besser sein, dass sich das Geld lohnt. Und selbst dann ist es ein langsamer Prozess der bei den Usern stattfinden muss und der wird 2012 lange nicht abgeschlossen sein.
    Wenn Google nächstes Jahr auf dem Gebiet mit Apple gleichzieht, dann können sie schon nen Korken knallen lassen. Überholen ist nicht drin.

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  • Rico 16.12.2011 Link

    Das klingt alles sehr vielversprechend und ist sehr zu begrüßen. Ich bin zb kein Freund von Werbung in apps, blocke diese zwar nicht aber klicke sie auch nicht an. Was größtenteils aber auch daran liegt, das ich kaum werbefinanzierte apps besitzt.

    Wenn mir eine app gut gefällt, dann hab ich auch mal die 1-3 euro dafür. Klar das läppert sich auch mit der zeit und ich will lieber nicht wissen, was ich schon an Geld für apps ausgegeben habe aber das ist ok.

    Man bekommt nunmal kaum was umsonst, bis gar nichts wenn man über gute Qualität redet und da zahle ich dann auch wie überall im Leben.

    Umso mehr bin ich schon gespannt auf das, was da noch so kommt ;-)

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  • Markus Gu 16.12.2011 Link

    google müsste halt mehr anbieten. es kann nicht sein, dass es keine prepaid karten gibt. das kann kein logistisches meisterwerk sein in den kernländern solche karten anzubieten. das würde schonmal
    1) werbung im supermarkt für den market bringen
    2) mehr user zum zahlen verleiten.

    mit provider billing haben sie schon etwas gutes gemacht, nur ist das noch viel zu wenig verbreitet.

    zum anderen hoffe ich nicht, dass das wachstum von android so rasant weitergeht. jetzt könnte es ruhig mal ein wenig stagnieren.

    angenommen android schießt jetzt auf 80% marktanteile, dann ist es halt mit den verbesserungen vorbei. nur die große konkurrenz von apple hat google angetrieben hier so gas zu geben. ich hoffe das bleibt noch lange so.

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  • Marcus B. 16.12.2011 Link

    Google hat durch die riesen Masse an Billig-Smartphones die falsche Kundschaft für Appentlwickler geschaffen.

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  • Philip :D 16.12.2011 Link

    sehe ich auch so wie Markus Gu. Was spricht denn gegen PayPal :(...viele haben halt einfach keine KK...mit prepaidkarten die dann vllt auch für Google Music / TV /Android irgendwann gelten, wäre doch perfekt :D

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  • Michi K. 16.12.2011 Link

    Hm, ich sehe das fast komplett anders. Beim Problem sind wir uns einig. Aber bei der Lösung gehe ich nicht konform.

    Da könnte man nämlich im Grunde für fast alle Argumente Gegenbeispiele liefern, die in der Vergangenheit gezeigt haben dass das Apps-laufen-überall Argument zwar theoretisch DAS Überargument ist, aber in der Praxis eben in der Regel genau das Gegenteil der Fall ist. Da reicht es eigentlich schon an Linux im Allgemeinen zu denken. Es ist kostenlos, Linux läuft überall, jeder kann es sich so machen wie er es braucht, Entwickler zahlen nichts, können frei entscheiden was wann wie und wo sie es anbieten, sind an niemanden gebunden, usw, usw.

    Und in der Praxis? Dümpelt Linux seit über 15 Jahren vor sich hin und es führt ein Nischendarsein beim Endanwender und ist bei Entwicklerfirmen unbeliebter als jedes andere OS.

    Oder eben wenn es um Verbreitung geht sind Symbian und Windows Mobile passende Beispiele, da sie auf dem selben Markt mitgespielt haben. Denn mit der Argumentationskette müsste Windows Mobile bei Entwicklern damals doch ein Traum gewesen sein. Es sind die gleichen Punkte die THEORETISCH attraktiv sein müssten. Aber praktisch war Windows Phone 7 am Anfang mit einem Bruchteil an Usern schon attraktiver für Entwickler als Windows Mobile zu seiner Höchstzeit. Trotz, oder meines Erachtens eher sogar viel mehr WEGEN, der ganzen Einschränkungen die sich theoretisch unattraktiver anhören.

    Anderes bekanntes Beispiel ist der Spielemarkt. Über 1 Mrd. PC User sind unattraktiver als 50 Mio PS3 bzw. xBox 360 User. Obwohl man unter Windows Desktops, Notebooks, MediaCenter, usw erreicht und bei der PS3 eben nur die PS3.

    Und noch ein Beispiel: Web Apps. HTML5, CSS3 und JS sind mittlerweile so mächtig das sie das meiste was sich heute "App" nennt THEORETISCH locker bewerkstelligen könnten. Und dann erreicht man theoretisch Alle Smartphones, alle Desktops, alle Notebooks, alle Konsolen, im Prinzip ALLES. Und dennoch haben WebApps gegen Apps keine Chance.

    Die Gründe dafür sind bei allen nahezu identisch. Denn je spezifischer man für ein Gerät entwickeln kann, desto besser wird das Ergebnis UND desto weniger Zeit braucht man. Oder andersrum: Je mehr unterschiedliche Geräte oder gar Geräteklassen, umso kleiner wird der gemeinsame Nenner. Und dieser Nenner ist im Grunde gleichbedeutend für "Qualität".

    Vor Jahren ging in der Entwicklergemeinde der Hype um Java rum. Läuft überall, einmal geschrieben und größtmögliche Reichweite, usw, usw. Und heute ist man -zurecht- weit weg von diesem Vorgehen. Der AppStore unter iOS hatte ja nicht aus Zufall so einen Erfolg. Das ist ja eben das Paradebeispiel für SPEZIFISCHE Software. Das einleuchtendste Beispiel ist dabei sicherlich das erstellen von Grafiken. Wenn ich EINE Auflösung habe kann ich eine feste Grafik bauen. Ab zwei muss ich schon anfangen zu tricksen. Und mit allen möglichen Seitenverhältnissen wird das eben immer mehr Arbeit, bei einem immer schlechterem Ergebnis. Oder man gucke sich mal an was aktuelle Spiele für eine Anforderung auf dem PC haben um so zu laufen, wie sie auf der miesen, 5 Jahre alten PS3/xBox360 Hardware laufen. Das kommt ja auch nicht von ungefähr oder weil die Entwickler schlecht sind. Sondern aufgrund der Fragmentierung.

    Mit einem Jailbreak kann man beim iPad iPhone Apps dazu bringen, das sie die volle Auflösung nutzen und nicht in diesem kleinen Simulator laufen. Und wenn man das mal macht sieht man wie es aussieht, wenn man nicht speziell entwickelt wird. Dabei läuft alles, "nur" die grafische Oberfläche ist anders. Und dennoch behaupte ich, wäre das iPad ein Megaflop geworden wenn die iPhone Apps alle auf diese Weise skaliert worden wären.

    Und unter Android soll das jetzt quasi der Rettungsanker für Qualitative Apps sein? Das widerspricht im Grunde allen Praxiserfahrungen der letzten 20 Jahre. Auch wenn es in der Theorie rosig klingt.

    Was ich genau so sehe ist die Wichtigkeit eines guten Frameworks. Aber hier gibt es noch ein anderes Problem. Selbst wenn Google ein super Framework hinbekommt, so muss sich die Basis, sprich ICS, erstmal verbreiten. Und da habe ich so meine Zweifel, das es eine ausreichende Basis mittelfristig zur Verfügung steht. Man muss ja sehen, das es jetzt knapp 200 Mio. Android User gibt, und die neuste Version gerade mal bei der Hälfte läuft obwohl sie schon 1 Jahr alt ist. Und viel wichtiger: 80% der User haben das Gerät im letzten Jahr gekauft, also mehr als die Hälfte aller Geräte wurde mit veraltetem OS ausgeliefert. Das wird sich im nächsten Jahr nicht ändern, gerade weil ICS ja mehr Anforderungen braucht als es beim Sprung von 2.1 auf 2.2 oder 2.3 der Fall war. Und jetzt gibt es eben schon eine gewisse Masse. Wenn ICS in einem Jahr mehr Anteile hat als 2.3 heute würde mich das sehr stark überraschen.

    Aber da kann man ja mal abwarten. Auf jeden Fall ist eine große Userbasis kein Indiz für Potential oder Attraktivität. Es ist lediglich die theoretisch maximale Obergrenze an USern. Wesentlich wichtiger ist aber die praktische Menge und eben vor allem das Verhältnis:

    Aufwand vs. Ergebnis vs. Ertrag

    Und da sehe ICH keine Besserung der Situation sondern eben eine Verschlimmerung der Fragmentierung, an der bis jetzt immer qualitative Umsetzungen gescheitert sind. Siehe App Situation bei Symbian oder Windows Mobile (auch wenn es natürlich noch weitere Gründe gibt/gab)

    Noch etwas anderes:
    ICS wird zwar schöner, aber zum einen bekommt ja Google selbst keinen Konsistenten Look in seinen Apps hin, zum anderen werden die Hersteller 100%ig ihre Aufsätze drüber bügeln. Und viele Entwickler halten sich auch für den Nabel der Welt und lassen sich nicht reinreden und Entwickeln ihr App so wie sie es für richtig halten. Eine gemeinsame Linie wird also nicht nur schwer zu finden, sondern vor allem schwer durchzusetzen sein.

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  • User-Foto
    Leif Sikorski 16.12.2011 Link

    Graphical User Editor und Guidelines - hm glaube ich nicht so dran. Guidelines würde ihnen sicher zu sehr gegen das offene Konzept gehen. Und zum Editor - dazu würde für meinen Geschmack nicht der Vortrag vom November passen wo den Leuten die do's and don'ts beigebracht werden sollen um flüssige Anwendungen mit vorhandenen Mitteln (und einigen neuen ICS Tools) zu programmieren.
    http://marakana.com/forums/android/general/570.html

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  • N. T. 16.12.2011 Link

    Ein guter Zug von google wäre es beispielsweise, wenn sie im market eine andere art der bezahlung möglich machen. Das man dort nur mit der Karte bezahlen kann, finde ich gar nicht gut.
    Ein Guthabenbon, den man überall kaufen kann, würde den market weiter nach vorne bringen!

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  • Fabien Roehlinger 16.12.2011 Link

    Eine Wertkarte halte ich übrigens für sehr wahrscheinlich, mit der man dann Musik oder Apps kaufen kann.

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  • Schippi 16.12.2011 Link

    Wenn Google im Market endlich PayPal zulässt, kaufe ich auch öfter ^^

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  • Leo|R 16.12.2011 Link

    wenn mehr apps gekauft werden sollen, sollte die Zeit zum zurückgeben der Apps wieder auf 24h erhöht werden. 15min reichen oft nicht zum ausgiebigen testen.
    Oder die Entwickler sollten mehr Trial oder Demoversionen anbieten. Wer kauft denn gerne die Katze im Sack?

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  • Rene Denkewitz 16.12.2011 Link

    Ein Framework für GUI? Wow, da hat Google mal eine Idee! Daß da noch keiner drauf gekommen ist?!

    Moment mal, da gab's doch mal was... NextStep, 1995...

    Bin mal gespannt, ob Android sich verbessert oder eine dumme Resourcen-Zusammenklickerei bleibt. Will man mal was Flexibleres machen, geht das bislang nur mit sehr hohen Aufwand. Einer der Gründe, warum iOS bei Entwicklern beliebter ist.

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  • sven s. 16.12.2011 Link

    ohne paypal oder gutscheine werden sie nie an Apple vorbei kommen

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  • Tobias Eckert 16.12.2011 Link

    Ein besseres UI Framework wird denke ich wenig ausmachen. Es gibt heute schon sehr viele schöne Apps und trotzdem kauft sie niemand. Und um eine einheitliche UI Gestaltung in den Apps durchzusetzen muss der Market zwangsweise nach Apple-Art moderiert werden. Von selbst setzt sich das nicht durch. Mal schauen wie das bei Amazon mit dem Kindle laufen wird.

    Michi K. oben hat mit dem Vergleich Linux / Windows / PS3 oben voll getroffen.

    Um Android für Entwickler attraktiver zu machen muss es für Kunden einfacher sein Apps zu kaufen. Das hätte Google schon lange umsetzen können. Wahrscheinlich verdienen sie besser an der Werbung.

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  • marcelx86 16.12.2011 Link

    Ich würde mir gerne apps kaufen ich hab nur keine Kreditkarte :( wenn das über paypal gehen würde wer das natürlich super

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  • Sebastian Görick 16.12.2011 Link

    PayPal ist scheisse!!! Die haben nun zum 2. Mal mein Konto gesperrt OHNE Grund.

    Nun soll ich von einer alten Kreditkarte die ich seit 2 Jahren nicht mehr habe die KK Nummer eingeben, ich hatte sie halt noch nicht raus gelöscht.

    Der Support meldet sich auch nicht. Dieser verdammte drecksladen

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  • ilias 16.12.2011 Link

    Ich habe eine Kreditkarte. Weigere mich aber mit der zu bezahlen wegen der Sicherheit. Zu viele Schadprogramme. Guthabenkarten wie bei itunes wären toll. Die lassen sich auch sehr gut verschenken. Den Punkt hat google wohl nicht bedacht.
    Ich hefenfalls warte bis das iPhone5 und iPad3 raus ist. Dann verkazf ich meine Androiden un wechsel zu Apple.

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  • Andy N. 16.12.2011 Link

    Die Kreditkartendaten bekommt nur Google, sonst keiner.
    Google Checkout ist eine sehr sicheres Zahlungsverfahren.

    Google wird wohl auch nie PayPal als Zahlungsmethode einführen. Wäre schon sehr peinlich, immerhin hat Google Google Checkout. Außerdem müssten sie unnötig Gebühren zahlen.
    Da bleibt nur zu hoffen, dass sie bald auch andere Zahlungsmethoden wie Überweisung zulassen.

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  • Hugo Strange 17.12.2011 Link

    An und für sich ist die Offenheit von Android ja toll. Dadurch entstehen aber auch folgende Probleme:

    -Die dadurch entstandene Fragmentierung der Hardware sowie der Software führte einfach zu einer geringeren Basis für den Absatz von Apps
    -Das umständliche Bezahlverfahren
    -Der zusätzliche und höhere Aufwand beim Entwickeln einer App als bei der Konkurrenz
    -bescheidene Updatepolitk

    -und der in meinen Augen wichtigste Grund, die User selbst. Ein iOS User sucht sich sein Produkt unter anderem oder garade wegen der qualitativ und quantitativ hochwertigen Apps aus. Ein iOS-User hat den Vorteil, dass wenn er sich ein Produkt kauft nicht nur das über Jahre hinweg zuverlässig mit updates versorgt wird sondern auch nahezu alle Apps benutzen kann. Wechselt er sein Phone braucht er sich da auch keine Gedanken machen. Bzw. kann sich sicher sein alles mit zu übernehmen und das alles genauso weiterfunktioniert. Deswegen ist ein iOS oder zukünftig evtl. auch die Windows User eher dazu bereit für eine App was springen zu lassen. Dadurch ist die App einfach mehr wert den man auch bereit ist zu zahlen.
    Kann man das als Androidnutzer auch sagen?! Ich glaube nicht, so schade es ist. Aber so ist es nun einmal. Wenn verwundert es dann, dass Apps auf Android so einen viel schwereren Absatzmarkt vorfinden als auf iOS oder Windows.

    Und alle obigen Punkte in den nächsten 6 Monaten zu ändern scheint mir ein wenig unrealistisch.

    Meine Einschätzung

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  • Hugo Strange 17.12.2011 Link

    Doppelpost

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  • Marcel 17.12.2011 Link

    Prepaid im Marke und es würden doppelt so viele Apps verkauft werden.

    0
  • nightfire 17.12.2011 Link

    @sebastion Görick das Problem kenne ich, hab auch noch 3 alte Kreditkarten drinnen die ich nimmer raus bekomme. Man kann auch nicht einfach so die Daten der alten aktuallisieren. Paypal ist schon richtig schlecht gemacht, ich frag mich warum so viele darauf bestehen.

    Stellt euch doch nicht so an, geht in die Tanke, holt euch ne wegschmeiss Kreditkarte und kauft euch Apps. Nein lieber wird über Monate oder Jahre gemeckert das was geändert werden soll. Ich versteh nicht was daran so schwer ist? Ich mein Paysafe Karten und Itunes karten werden doch auch gekauft. Die Prepaid oder Wegschmeiss Kreditkarten kann man sogar noch für andere Dinge verwenden

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  • Simon F. 17.12.2011 Link

    Dies sind Quasi selbsterfüllende Prophezeiungen.
    Wenn genug Entwickler dies glauben, kann das durchaus zutreffen.
    Apple hat es ja genau so gelöst. Die Fragmentierung gibt es inzwischen bei Apple auch, fehlerhafte Apps auch und sogar Raubkopien. Die bieten sich an, weil man iOS fast zwingend Jailbreaken muss.
    Der Appstore ist auch nicht übersichtlicher.

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  • GLINGOO 17.12.2011 Link

    Weiter so GOOGLE !!!

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  • Dirlan 18.12.2011 Link

    schaut einfach mal die laufapp "runstar" an - wenn das keinen schönes Design ist?
    oder auch den "business calendar" - Hammer! sogar drag'n'drop geht...

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  • Fabien Roehlinger 18.12.2011 Link

    Es ist natürlich so, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Es ist aber leider nicht der Durchschnitt.

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  • Simon F. 18.12.2011 Link

    Über das Design will ich nicht streiten. Ich finde Webviews, welche ziemlich sicher auf allen Geräten laufen gar nicht schlecht.
    Androids Bedienkonzept wird von den meisten Apps toll umgesetzt. Ich liebe vor allem die durchgängig verfügbare Zurück-Taste, welche bei iOS fehlt oder teilweise komisch beschriftet ist. Bei der Youtub App ist die Schaltfläche beispielsweise mit "Fertig" beschrieben. Ausserdem ist die Schaltfläche nicht durchgängig an derselben Position. Ich verstehe nicht, wieso dies immer so gelobt wird.

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  • BlackPit 18.12.2011 Link

    ich denke dass der Eric Schmidt da schon recht hat, denn es gibt einige Apps mittlerweile die ihre ERSTEN Updates für die AndroidPlattform ausrollen: Siehe DB Navigator und Meino2, und dass sind jetzt nur 2 die mir zufällig auf Anhieb einfallen... und das wird denke ich immer mehr werden

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  • Jörg Roth 18.12.2011 Link

    "Übrigens: Ich bin der festen Überzeugung, dass mit einer deutlichen Qualiätssteigerung bei den Apps auch die Zahlungsbereitschaft der Kunden steigen wird."

    Als Besitzer eines iPhones und eines Android-Tabletts (ich habe keine Berührungsängste), wäre meine Zahlungsbereitschaft schon längst gestiegen, wenn es vernünftige Bezahlmöglichkeiten für Android-Apps geben würde. Eine Kreditkarte besitze ich nicht (wie die meisten Europäer) und werde mir auch keine anschaffen, man kann nicht per Paypal oder Click and Buy zahlen und es gibt auch keine Aufladekarten. Aus diesem Grund habe ich auch noch kein einziges kostenpflichtiges App auf meinem Android-Pad und mich beim Smartphone gegen Android und für iOS entschieden, weil ich hier problemlos auf verschiedene Arten bezahlen kann (iTunes-Karten, Click and Buy usw.). Apple hat schnell begriffen, das die Europäer beim Bezahlverhalten keine Amis sind, bei denen ja jeder von Geburt an schon mindestens 5 Kreditkarten besitzt.
    Da muss Google schnellstens umdenken, sonst wird sich auch mit einer Qualitätssteigerung der Apps nicht am Zahlungsverhalten ändern. Für mich sind die dürftigen Zahlungsvarianten, noch ein ganz klarer Grund gegen Android und ich bin nicht der einzige der so denkt. In meinem Bekanntenkreis hätten sich einige lieber ein schönes Androidsmartphone geholt, haben aber dem iPhone oder neuerdings sogar Windows Phone den Vorzug gegeben.
    Ich persönlich finde alle drei Systeme interessant, entscheide mich aber im Endeffekt meistens für das was für mich am bequemsten ist.
    Ohne vernünftige Bezahlstrukturen, wird Android in der Beziehung nie an iOS vorbeiziehen, es wird dann alles einfach nur so ähnlich wie bei Linux laufen, wo man mit kommerzieller Software auch nicht viel Gewinn erwarten kann.

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  • Busty Perry 18.12.2011 Link

    netter blog... vielen dank!

    warum wird der neue market eigentlich so gefeiert??? ich finde den absolut überladen und langsam.

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