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Von legaler kostenloser Musik und innovativen Werbeformen für den Smartphone-Markt

Fabien Roehlinger
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Das Internet ist frei, möchte man meinen. Ich bin mir sicher, dass das, selbst wenn einige Bundes-Trojaner-Debatten hitzig geführt werden, für Deutschland stimmt. Wäre die Geschichte des deutschen Internets ein Comic, und würde die Geschichte zur Zeit von Asterix & Obelix spielen, müsste man fragen: "Für das gesamte Internet? Nein, eine von unbeugsamen, fortschritt-feindlichen Alemannen besetzte Institution hört nicht auf die Musik-Video-Industrie zu malträtieren"...


GEMA - "Dieses Musikvideo ist wegen mir in Deinem Land nicht verfügbar"
Zugegeben, das klingt jetzt alles ein wenig drastisch. Auf der anderen Seite kann ich den Satz "Dieses Video ist in Deinem Land nicht verfügbar" nicht mehr hören bzw. lesen. Es könnte doch so einfach sein: GEMA und YouTube könnten sich einigen, indem Google einfach Geld für jeden Aufruf eines Videos auf den Tisch blättert.

Leider gestaltet sich die ganze Sache weitaus schwieriger. Der Erfolg von YouTube ist vor allem der Beliebtheit der Musikvideos geschuldet. Rund 50% des gesamten YouTube-Traffics wird durch das Abrufen dieser Content-Art verursacht. Nochmal zum Mitschreiben: 50 Prozent - das ist die Hälfte des gesamten YouTube-Aufkommens. Und ja, da sind auch die Videos von gut gelaunten DJs, Affen und Fröschen sowie Pleiten, Pech und Pannen dabei. Viel wichtiger ist jedoch, dass das hohe Aufkommen in den Anfängen eben so hoch war, dass nicht ausreichend Werbung ausgeliefert werden konnte. In der Konsequenz gab es viele Videos bzw. Künstler, die werbelos blieben - gewollt oder ungewollt.

Das aber ist natürlich ein Problem für die Künstler, die schließlich irgendwie von ihrer Musik leben wollen. Auf der einen Seite fehlen ihnen die Einnahmen aus den Werbeerlösen von Internet-Videos. Und auf der anderen Seite gehen die Verkäufe ihrer Songs zurück. Denn schließlich kann man ja die Musik völlig kostenlos im Netz hören.


Irgendjemand muss diese Party bezahlen - nur wer und wie?
Zurückkommend auf die oben genannte These, Google könne ja an sich ganz einfach pro Abruf Geld an die GEMA abführen, kann also gesagt werden, dass dem nicht so ist, will der Suchmaschinen-Riese nicht ins Risiko gehen. Auf der anderen Seite können die Künstler und Rechteinhaber auch nicht das Wachstum von YouTube finanzieren und mit der Gefahr leben, am Ende des Tages die Zeche für das Unternehmen aus Mountain View bezahlen zu müssen.

Am Ende des Tages kann man beide Seiten - Google bzw. YouTube, aber auch die GEMA - verstehen. Schwierig ist dabei nur, dass offenbar mit deutscher Gründlichkeit nach DER Patentlösung für dieses Problem gesucht wird. Denn in anderen Ländern ist dieses Problem längst vom Tisch und gelöst worden. Hierzulande eben leider noch nicht. Betrachtet man die Komplexität der Sache, als auch die Zeitspanne, in der man bereits "verhandelt", kann man davon ausgehen, dass das "Video-in-Deinem-Land-nicht-verfügbar"-Phänomen noch einige Jahre anhalten dürfte.


tape.tv: "Wir haben eine Vereinbarung mit der GEMA"
tape.tv ist eine interessante Alternative für alle Musikfreunde. Denn auf der Webseite der Anbieter können Musikvideos uneingeschränkt abgespielt werden. Möglich wird dies durch eine Vereinbarung mit den Musiklabels UND der GEMA. Diese Vereinbarung wurde vor allem dadurch möglich, dass tape.tv ein [für die GEMA] funktionierendes Geschäftsmodell hat. Denn anders als bei YouTube werden Musikvideos nicht on-demand ausgeliefert, sondern eher wie beim Fernsehen gebroadcastet. Ja, ich weiss, ein Anglizismus, der aber eben genau das Problem auf den Punkt bringt. Das tape.tv-Programm ist vorbestimmt, und damit sehr einfach und genau für die GEMA und für den Künstler abzurechnen.

Da man dieses Problem beseitigt hat, kann sich tape.tv voll und ganz seiner Vision widmen. Das Berliner Unternehmen hat sich zur Aufgabe gemacht, Musikfernsehen, so wie es die älteren Semester unter uns noch von MTV & Co. kannten, wieder für alle verfügbar zu machen. Die Idee von tape.tv ist dabei, dass Musik die Menschen findet. Das heißt so viel wie, dass tape.tv auch Künstler bringt, die man vielleicht noch nicht kennt. Neben dem gezielten Suchen nach Künstlern und Titeln kann man auch automatisch Titel vorgeschlagen bekommen. Hier werden mit verschiedenen Algorithmen Titel bzw. Videos passend zu Deinem Musikgeschmack angeboten.


Android bekommt den Vorzug vor dem iPhone
Natürlich hat das Berliner Unternehmen auch eine eigene App auf den Markt gebracht. Diese ist allerdings interessanterweise bisher nicht für das iPhone erschienen, sondern bislang nur für Android Smartphones verfügbar. Derzeit gibt es die tape-tv-Android-App allerdings auch noch nicht im Android Market. Der Internet-Musiksender hat nämlich eine exklusive Kooperation mit Samsung geschlossen und bietet seine App aktuell nur im Samsung App Store kostenlos zum Download an. Wer sich die App also anschauen bzw. testen möchte und ein Samsung-Android-Device besitzt, kann dies über die App "Samsung Apps" tun.


Innovative Werbeformen speziell für Smartphones
Der Smartphone-Markt wird für tape.tv natürlich ebenfalls immer wichtiger. Entsprechend wichtig ist den Machern ihre App auch. Was mich aber besonders bei meinem Besuch in der ehemaligen australischen Botschaft der DDR (kein Witz, genau in dieser residiert das Unternehmen) beeindruckt hat, ist mit welcher Kreativität, Passion und Liebe die Macher an jedes Detail gegangen sind. Da wäre zum Beispiel zu erwähnen, dass tape.tv eigene Konzerte veranstaltet. Die sind alles Andere als alltäglich. Die eine Reihe nennt sich "Über den Dächern", bei dem bekannte Künstler, aber auch Newcomer völlig unplugged ihre Musik zum Besten geben. Und dann gibt es noch Events vor maximal 200 Leuten, bei denen es Künstler fast schon zum Anfassen gibt. Wer diese Konzertreihen, wie "Über den Dächern" nicht schon mal zufällig bei ZDF Kultur gesehen hat, dem kann ich das nur wärmstens empfehlen!

Neben den Konzerten, der Art den Menschen Musik im Web oder in der App zu präsentieren und dem interessanten Interview mit charismatischen tape.tv-Chef Conrad Fritzsch, war für mich erstaunlich, wieviele Gedanken von den Musikliebhabern beim Berliner Unternehmen auch in das Thema "wie-baue-ich-erfolgreiche-Werbebanner-für-Smartphones" gesteckt wurden. Dabei wurde unter anderem eine Werbeform entwickelt, die tape.tv selber "FlipAd" nennt. Das Musikvideo wird für eine zeitlang gestaucht und darüber erscheint der der Werbebanner. Das Ganze ist so visuell, dass es als nicht störend empfunden wird, sobald die Einblendung kommt. Ich habe mich sogar schon selber dabei ertappt, dass ich es sogar ganz cool fand. Wenn es interessiert, wie so eine FlipAd-Werbung aussieht, kann sich diese mit einem Klick auf das Bild ansehen.

Wie schon geschrieben: Ich hatte ein sehr interessantes Interview mit Conrad, dem Chef von tape.tv. Für alle, die Musik mögen, sich das alte Musikfernsehen à la MTV zurückwünschen und die Beastie Boys lieben, denen sei dieses Video wärmstens ans Herz gelegt...

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Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Jonas Eisele 03.11.2011 Link

    Schöner Blog, aber ich mag deine Mütze nicht, Fabi ;D

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  • Fabien Roehlinger 03.11.2011 Link

    Das ist in Ordnung. :)

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  • Basti eM 03.11.2011 Link

    tape.tv ist echt top! Wenn man wahllos durch die Lieder geht, kommt oft (jedes 2. 3. Lied) Werbung. Wenn ich aber meine Lieblingsvideos shuffle, ist ganz wenig Werbung!

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  • Basti eM 03.11.2011 Link

    Ja deine Mütze gefällt mir auch nicht :)

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  • Bruce Wayne 03.11.2011 Link

    ich bin schon lange Hörer bei tape. tv und kann es nur empfehlen.

    für alle die kein samsung haben: im Browser die Mobile Seite öffnen. ist fast so wie die app.

    leider gibt es da lange nicht das komplette Angebot von tape.tv

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  • Ryan 03.11.2011 Link

    "Das aber ist natürlich ein Problem für die Künstler, die schließlich irgendwie von ihrer Musik leben wollen. Auf der einen Seite fehlen ihnen die Einnahmen aus den Werbeerlösen von Internet-Videos. Und auf der anderen Seite gehen die Verkäufe ihrer Songs zurück"

    Von was für Künstlern Musikern redest du denn?
    Wir verdienen kein Geld mehr durch CD's nur noch durch Merchandise/Konzerte.
    An der CD verdienen so viele leute: Vertrieb, Label, der Laden ders Verkauft.. da bleibt traurigerweise wenig für den Musiker.
    Also den Musikern selbst wäre das Grösstenteils ziemlich egal... den Labels/Vertreibern nur nicht...

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  • Fabien Roehlinger 03.11.2011 Link

    @Ryan: Das stimmt. Die Inhaber der Masterrechte habe ich hier nicht aufgeführt. Allerdings gibt es schon einige Künstler, die eben an CD-Verkäufen - und auch Werbeeinblendungen - verdienen. Und zwar nicht wenig! Bei Superhits kann es durchaus vorkommen, dass dieses Video rund 100 Mio mal abgerufen wird. Dem stehen dann rund 500.000 Euro Werbeeinnahmen gegenüber.

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  • Ryan 03.11.2011 Link

    Aber dann redest du ja eher von den Künstler die es eigendlich nicht nötig hätten, aber gern mal noch n paar millionen mehr kassieren ;)

    Gegen die Werbeeinnahmen sag ich ja auch nix ;)
    Sondern die CD "Einnahmen" (Wegen den Verkäufen die Zurückgehn)

    CD-Verkäufe sind nur wichtig um das Label davon zu überzeugen die Band/Musiker auch weiterhin unter Vertrag zu haben (für ein nächstes Album)

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  • Heiko M. 03.11.2011 Link

    Komm lasst uns lieber über Fabis Mütze reden :P

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  • Heiko M. 03.11.2011 Link

    Hat was vom guten alten Louis de funes ;-)

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  • Fabien Roehlinger 03.11.2011 Link
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  • Fabien Roehlinger 03.11.2011 Link

    Und überhaupt: Die Mütze ist geil! Die habe ich in NYC erstanden und liebe sie heiß und innig.

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  • Sven R. 03.11.2011 Link

    ...die Mütze steht ihm doch...aber egal...wird denn das Galaxy Nexus auch Zugriff auf die Samsung-Apps haben?

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  • Fabien Roehlinger 03.11.2011 Link

    Ich denke nicht. Das ist ein Phone, das eigentlich von Google gepublished wird.

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  • Sven R. 03.11.2011 Link

    ja gut, aber ist ja von Samsung gebaut...wäre toll, wenn es mit diesem dann auch möglich wäre diese App zu insten....ansonsten wie meistens ein toller Blog...

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  • Fabien Roehlinger 03.11.2011 Link

    Merci!

    Ja, das stimmt. Die tape.tv App wird aber in einigen Wochen für alle Androidianer zugänglich sein.

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  • Sven R. 03.11.2011 Link

    ach so ok....na dann isses ja wurscht....bin ich ja echt gespannt drauf...ich muss mal erwähnen, dass eure Blogs zusammen mit denen von Mobiflip wirklich klasse sind und ich zu einem Blogfan geworden bin....kann es kaum abwarten den nächsten zu lesen...Danke an euer klasse Team...

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  • Yannic B. 03.11.2011 Link

    die mütze find ich geil!

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  • Jens Marauhn 03.11.2011 Link

    Feigling, steh doch wenigstens zu deinen Wettschulden..... :-))

    Das sieht wenigstens besser aus wie so eine Opa Mütze, die kannste in 20 Jahren aufsetzen. ;-))

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  • Sascha 03.11.2011 Link

    Mit Mütze hat Fabi etwas von Professor Layton ;-) Der Mann kann einfach alles tragen.

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  • Simon V 03.11.2011 Link

    Fabi, wo gibt's die Mütze? Ich find' die schick!

    Gleich mal tape.tv ausprobieren.

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  • M. Soika 03.11.2011 Link

    Solang die Gema ein bisschen einlenkt (Warum klappt das Gebührensystem in jedem anderen Land nur nicht in DE??)
    Werd ich einfach youtube mittels Proxy oder hidemyass.com benutzen um Musikvideos anzuschauen.

    Der leidtragende ist hier dann nur noch der Künstler verschuldet durch die GEMA.

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  • Andy N. 04.11.2011 Link

    "Ich hasse Suchen"

    Daran leiden fast alle Internetservices. Ich will aus 3-4 Inhalte auswählen, die zu mir passen. Ich will keine 1000de Inhalte, die ich durchsuchen muss, und vieles mir nicht gefallt.

    Ich würde mir wünschen, wenn hier sich mal wirklich etwas andern würde. Auch qualitative Inhalte, die mit Werbung finanziert werden fehlen.

    Ich würde mich freuen, wenn tape.TV hier tönen Wegen vorgibt.

    Zudem finden ich Android als Plattform ideal. Damit ist man auf Telefon, Tablets und Fernsehen (GoogleTV) zugleich.

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  • David M 04.11.2011 Link

    An dieser Stelle möchte ich auch auf simfy.de hinweisen, da gibts Musik ohne Video!

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  • Becks R 07.11.2011 Link

    was soll diesen "a-man" oder wie das heisst sein, welches der conrad da erwähnt hat(aka da kann man sich auch richtig bashen)? :x

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