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„Soziale Netzwerke sind wie die Todsünden“ – ein Interview mit LinkedIn Co-Gründer Reid Hoffman

Kamal Nicholas
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Reid Hoffman ist einer der Begründer und heutiger Venture Capitalist des professionellen Online-Netzwerkes LinkedIn. Und obwohl er – oder vielleicht auch gerade deshalb – seine Karriere vor allem im Bereich soziale Netzwerke gemacht hat, sind seine Worte diesen gegenüber alles andere als glimpflich. Denn für ihn ist eins ganz klar: Die sozialen Netzwerke funktionieren am besten, wenn sie sich einer der sieben Todsünden bedienen.

Für Hoffman ist Silicon Valley ein Ort, an dem es nur zwei Geschwindigkeiten gibt: Die eine wäre „volle Kraft voraus“, die andere „absoluter Stillstand“. Derzeit befinden wir uns in ersterer. Eine ähnliche Situation gab es bereits mit der ersten großen Tech-Blase Ende der 90er Jahre, allerdings habe sich im Gegensatz zur damaligen „Bubble“ einiges verändert, vor allem die Akzeptanz des Internets als allgegenwärtiges Mittel und der Wissenstand der Nutzer zeugen von einem anderen Umgang damit. Damals war das Internet, oder auch das so stark nach 90ern klingende „Cyberspace“, ein eher abstrakter Raum. Heutzutage mit dem Web 2.0 jedoch ist jeder irgendwie ein Inhalt-generierender Teil des Prozesses und die Nutzer verstehen das von Entwicklern und Programmierern Gegebene wesentlich besser. Das würde es vor allem Startups ohne einen wirklichen Mehrwert sehr schwer machen, Fuß zu fassen.

Prognosen, was funktionieren könnte, werden zwar getroffen, doch heißt das noch lange nicht, dass diese auch tatsächlich Erfolg verzeichnen. Also sehen Investoren sich dem Problem gegenübergestellt, wie richtige Entscheidungen getroffen werden können. Da es aber kaum Anhaltspunkte gibt, so Hoffman, wird einfach keine wirklich Entscheidung getroffen, sondern einfach wahllos überall investiert, um so auch ja keinen Hype zu verpassen.

Nach Hofmann gibt es aber etwas, das wirklich funktioniert. Und das ist, wenn soziale Netzwerke eine der sieben Todsünden ansprechen. So ist Facebook beispielsweise gleichzusetzen mit Superbia, was für Hochmut oder Eitelkeit steht. Die soziale Gaming-Plattform Zynga ist gleichzusetzen mit Acedia. Das deutsche Äquivalent dieses Begriffes ist am besten mit Trägheit oder dem gerne verwendeten Begriff Faulheit gleichsetzen. Und auch LinkedIn bekommt sein Fett weg, denn lauft Hoffman stehe dieses Social Network für Avaritis, die Habgier bzw. den Geiz. Todsünden 2.0 sozusagen.

Was die anderen vier Todsünden betrifft, gibt Reid Hoffman leider keine weiteren Beispiele, aber mir fällt da doch noch was ein: Luxuria, besser bekannt als Wollust, wäre vielleicht so etwas wie..., naja, ihr wisst schon. Aber wieso mache eigentlich nur ich mir hier Gedanken? Wie wäre es denn, wenn ihr uns ein paar soziale Netzwerke vorschlagt, die einer der anderen Todsünden entspricht? Zur Auswahl stehen noch folgende drei Kandidaten: Ira oder auch Zorn, Gula, bei uns besser bekannt als Völlerei und der gute alte Neid, im lateinischen bekannt als Invidia.
Reid Hoffman's Ausfühungen gesamte Ausführungen sind wirklich sehr interessant und können hier in ihrer Ganzheit hier gelesen werden.

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Kommentare

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  • Frank K. 11.07.2011 Link

    isharegossip ist auf jeden fall eine von diesen. entweder ira oder invidia, je nachdem wie man es interpretiert.

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  • crystal life 11.07.2011 Link

    ebay > gula ?!

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  • Matteck M. 11.07.2011 Link

    Superbia (Eitelkeit) = Facebook, stimme ich voll und ganz zu!!! Irgendwie muss sich jeder heutzutage der Welt präsentieren.

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  • Klaus 11.07.2011 Link

    Ich würde sagen allein die Nutzung eines solchen Netzwerkes ist eine Todsünde^^.

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  • Bergstraesser 11.07.2011 Link

    Haben wir diese (oder ähnliche) Sprüche nicht auch schon in den 90ern gehört. Damals war das Internet angeblich ein Tummelplatz für Perverse, die den ganzen Tag nur Schmuddelkram gesucht haben. Später waren es die Raubkopierer, die den gesetzlosen Raum Internet zum illegalen Tausch von Musik und Videos nutzten. Heute sind es eben die Naiven, die Selbstdarsteller und die Datenphobiker, welche die einzige Wahrheit zu Facebook und Co. für sich gepachtet haben.

    Damals wie heute liegt die Wahrheit sicher irgendwo in der Mitte. Der überwiegende Teil der Nutzer geht mit dem Medium Internet wohl rationaler um, als wir "Poweruser" uns das vorstellen können. Aber natürlich ist das aus redaktioneller Sicht die langweiligste Gruppe.

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  • Pyr13l 11.07.2011 Link

    Facebook passt doch besser zu Gier. So viel Daten wie die von dir wollen?
    Aber die User passen wiederum zu Eitelkeit. Zumindest die die ich kenne. Ein Grund mehr warum ich nicht bei Facebook bin. Gespann bin ich welcher Todsünde sich Google+ bedient... xD

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  • Achim Hilscher 11.07.2011 Link

    Heißt es nicht "Venture Capitalist"?

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  • Thor Ben 12.07.2011 Link

    Kamal, vielen Dank für deinen Blog ! Es macht wirklich Spaß zu lesen, weiter so !

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  • Kamal Nicholas 12.07.2011 Link

    Hi Achim, du hast natürlich recht. Und danke Thorben, freut mich, sowas zu lesen.

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  • André R. 12.07.2011 Link

    Interessanter Denkansatz!

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