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[Nimas Tellerrand] Längere Produktzyklen - Eine Überlegung

Nima Begli
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Eine Frage die ich häufiger von Bekannten höre, denen ich Android empfohlen habe, ist: "Wieso erscheinen eigentlich so viele Smartphones mit Android?" oder: "Wieso ist mein Smartphone nach gefühlten vier Wochen wieder veraltet?"

(c) aktuellekamera.de

Ich möchte mit diesem Blogeintrag meine persönliche Meinung vertreten und gleichzeitig wahrscheinlich für eine große Gruppe von Menschen sprechen, denen es - nach den oben geschilderten Erfahrungen - ebenso geht.

Im Endeffekt wird es doch immer wieder thematisiert. Das große Problem Androids ist gleichzeitig die größste Stärke: Die Vielfalt. Böse Zungen nennen es Fragmentierung oder nicht beherrschbares Monster. Fans nennen es eine Wohltat. Ich persönlich befinde mich immer zwischen diesen beiden Welten. Warum?

Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach. In meinen Augen ist die Vielfalt von Android wichtig, auch um zukünftigen Erfolg zu sicher. Dies liegt ganz einfach daran, dass Android von der Tatsache profitiert, dass es sehr anpassbar (was den großen Telekommunikationsfirmen zu Gute kommt) und gleichzeitig durch den Open-Source Status auch für alle Preisregionen verfügbar ist. Im Folgeschluss hat man also ein Betriebssystem mit massig Applikationen und großer Anpassbarkeit für eine gigantische Breite an Geräten. Sei es nun das Topmodell von Samsung und HTC oder das Low-End Modell beim Lidl - hergestellt von Huawei.

Jetzt könnte man der Frage auf den Grund gehen warum Android auch in Zukunft noch sehr erfolgreich sein wird oder warum Google keine Intention hat sein Betriebssystem als High-End Betriebssystem zu etablieren (Werbung, da wir für Google die Ware sind!). Ich möchte in diesem Blog jedoch auf einen anderen Aspekt eingehen. Fernab vom Betriebssystem und der Qualität der einzelnen Geräte. Jedoch einem Aspekt der maßgeblich an der Zufriedenheit der Kunden beteiligt ist und der bei Android deutlich im Argen liegt: Die Produktzyklen.

Ich weiß, ich weiß! Der Aufschrei unter den Technikaffinen unter uns ist gigantisch und auch ich kann es nicht ganz glauben, dass ich gerade weniger Geräte verlangt habe, aber wenn man darüber nachdenkt hätte eine solche Lösung viele Vorteile.
Zum einen würde mit der Einführung von größeren Abständen zwischen den Geräten die Bedeutung und der Wert des einzelnen Gerätes massiv zunehmen. Das beste unrühmliche Beispiel für diese Politik ist unter anderem HTC und auch Motorola. Wer erinnert sich noch an das Droid 3 oder das HTC Evo 3D? (Anm. Letzteres ist erst jetzt durch die Media Markt Aktion aus der Versenkung wiederauferstanden.) Ich meine was ist der effektive Nutzen für eine Firma innerhalb von einem Jahr 3-4 "Flagschiffe" auf den Markt zu werfen? Wie viel ist ein Gerät bei einer solch inflationären Handhabung überhaupt wert, wenn ich weiß, dass in 3-4 Monaten ein etwas besseres Smartphone erscheint mit maximal zwei verbesserten Features?

Die Zufriedenheit mit einem Gerät steigt in meinen Augen deutlich mit seiner Zukunftstauglichkeit. Denn bei Android verfolgt einen immer das Gefühl, dass das gekaufte Gerät gleich morgen vom selben Hersteller durch ein besseres Gerät ersetzt wird. Auch wenn mein neu erstandenes Liebstes nur zwei Monate auf dem Buckel hat.

Der zweite Aspekt den ich hier ansprechen möchte ist die Differenzierung der einzelnen Geräte. Natürlich sollte es nicht nur ein Gerät geben, welches Jahr für Jahr verbessert wird. Dies kann sich vielleicht Apple leisten, aber dann würde man den gesamten Low-Budget-Markt übergehen. Viel eher würde ein angepasster Produktzyklus allen Preisklassen helfen. Denn durch den Vorgang, dass ehemalige Topgeräte günstiger werden, werden auch die jetzigen Low-Budget-Modelle sinnfreier. Wer kauft sich zum Beispiel jetzt noch ein Galaxy Mini? Zur Erinnerung dieses Gerät wurde Mitte letzten Jahres veröffentlicht. Und diejenigen die es sich gekauft haben (ich weiß wovon ich spreche, da ich für nahe Bekannte diesen Auftrag hatte) ärgern sich jetzt, da nach zwei Monaten das Ace genausoviel Wert ist wie das Mini. Manche mögen das jetzt als normalen Verlauf des Marktes bezeichnen. Ich nenne es eher eine Entwertung der Smartphones und der gesamten Smartphonebranche.

Ein Ansatz wäre hier die Kombination aus dem jährlichen Produktzyklus und der Alleinstellung der einzelnen Geräte. Man bringt jährlich vier/fünf Geräte raus. Eins mit Hardwaretastatur, ein etwas robusteres (Defy z.B.), ein Hardwaremonster und vielleicht ein/zwei innovative Konzepte. All diese könnte das Unternehmen auch, aufgrund freigewordener Ressourcen, entsprechend supporten und Updates zeitnaher und eventuell länger liefern. Auch die Vielfalt würde sich aufgrund der ganzen verschiedenen Hersteller nicht verringern. Man hätte im Jahr dann knapp 15-25 verschiedene Geräte zur Auswahl, welche durch die großen Konzerne hergestellt wurden und dies ist in meinen Augen erstrebenswerter als knapp 50 verschiedene Geräte zu veröffentlichen und dann nur die Hälfte zu supporten und davon nochmals die Hälfte nur mit rudimentären Updates.

Ich möchte hier an dieser Stelle wirklich nicht den Samsung-Fanboy spielen, aber in meinen Augen hat Samsung mit dem S2 gezeigt wie es geht. Das Flagschiffdevice wurde zur letzten MWC vorgestellt und nun im Februar wird wohl der Nachfolger kommen. Dies zeigt mir persönlich, dass Samsung sich Gedanken macht und auch das Smartphone nur raushaut, wenn es denn ernsthafte Verbesserungen der Hardware gibt. Denn mal ehrlich: Was bringen mir 0,1 Ghz pro Kern mehr, werte Manager bei HTC? Wer nimmt eine Marke ernst die pro Monat gefühlt zwei "Top-Smartphones" rausbringt?
Kommen wir aber wieder auf das S2 zurück und die Auswirkung die das auf den Verkauf des S3 haben könnte: Hier glaube ich nämlich, dass sich der gute Support und der längere Produktzyklus von Samsung lohnen wird und viele Leute zu diesem Smartphone greifen werden.

In meinen Augen kauft man nämlich wesentlich beruhigter ein Smartphone, eine Investition die nunmal einiges an Geld kostet und eigentlich ein reiner Luxusgegenstand ist, wenn man weiß, dass dieses für die nächsten 9-12 Monate DAS Vorzeigemodell der jeweiligen Firma im jeweiligen Preisbereich sein wird. Ich verstehe ja, dass die Techgeeks das anders sehen und das so mancher Blogeintrag wegfällt, aber der Otto-Normal-Verbraucher ist durch tägliche Ankündigungen eher irritiert, was man ganz gut in den Elektronikketten der Republik sehen kann.

Ein weiterer Punkt ist mir persönlich jedoch noch wichtig und sollte auch den Herstellern im Hinterkopf sein. Bisher war es nämlich so, dass es egal war wie wenig überlegt und differenziert ein Smartphone auf den Markt kam. Seine Entwicklungskosten hat es meistens wieder eingespielt. Jetzt bzw. in den nächsten Monate erreichen wir jedoch eine Phase in der ein Markt vorhanden ist der vorerst gesättigt sein wird. In Deutschland als auch in den USA binden sich nämlich viele per Vertrag an den Anbieter und allgemein ist die Tendenz ein Smartphone neu für mehrere hundert Euro zu kaufen gering. Viel eher nimmt man es subventioniert zum Vertrag hinzu und lebt in der Illusion dieses "geschenkt" zu kriegen, obwohl die monatlichen Raten regelmäßig vom Konto abgehen.
Nichtsdestotrotz sind durch den Boom der letzten zwölf Monate viele viele Menschen mit einem relativ neuen Smartphone "bedient" und der Kuchen ist zwar noch groß, aber das Potenzial wird in meinen Augen kleiner. Dies wird sich wie von vielen prognostiziert im Wachstum Androids und des Smartphonemarktes zeigen, aber auch in der Tatsache, dass nicht mehr jedes Smartphone ein Erfolg wird.

Und hier müssen die Hersteller reagieren. Wenn sie so weitermachen wie bisher wird es in Zukunft die ersten richtig großen Flops geben und sollte sich dann so etwas häufen wird es eng. Mit einem jährlichen bzw. halbjährlichen Zyklus jedoch könnte man wirklich in Design, Verarbeitung und Entwicklung investieren und dann ein durchdachtes Gerät auf den Markt bringen, welches - Qualität vorausgesetzt - auch seine Käufer finden wird.
Auch eine Koordination mit Google wäre möglich, so dass diese ihre neue Softwareversion vorstellen und die Hersteller nicht noch veraltete Software auf den Markt werfen, sondern dann auch wirklich nach den 9-12 Monaten seit dem letzten großen Wurf, eine angepasste Palette an Geräten veröffentlicht.

Last but not least noch zu meinem persönlichen Lieblingsargument bei jeder Android vs. iPhone Diskussion: Dem Zubehör.
Was mir persönlich nämlich wirklich fehlt und weshalb ich eine längere Phase der smartphonefreien Zeit bevorzugen würde ist, dass ich die Hoffnung habe, dass die Zubehörhersteller sich auch den jeweiligen Androiden widmen, wenn diese garantiert länger als nur drei/vier Monate beworben werden.
Wenn man nämlich mal nachfragt warum es kein Zubehör für dieses und jenes Smartphone gibt, dann erhält man meistens die Antwort, dass es sich schlichtweg nicht rentiert für ein Smartphone wie das Desire HD ganze Zubehörregale herzustellen, da dieses nach kurzer Zeit vom Sensation, Sensation XE, Sensation XL und und und abgelöst wurde. Dies ist schade und ein deutlicher Nachteil zum Betriebssystem mit dem i vor dem Namen.
Lichtblick in dieser Angelegenheit ist wieder einmal Samsungs Galaxy S2, welches jedoch trotzdem deutlich weniger Zubehör zur Verfügung hat.

Fassen wir also zusammen:

Ich glaube, dass durch ein Ziehen der Produktzyklen die Kundenzufriedenheit steigt, die Auswahl an Smartphones nicht merklich abnimmt, die Vorteile von Android bestehen bleiben und trotzdem noch ein Konkurrenzkampf herrschen wird, der eventuell sogar zunimmt, da jeder sich im Zugzwang sieht einen wirklichen Generationssprung zu vollziehen. Jedoch ist besonder der erste Aspekt derjenige an dem Android deutlich arbeiten muss und dies könnte man hiermit einleiten. Wer weiß? Vielleicht ist dann sogar der rapide Wertverlust gestoppt.

Wie ist nun eure Meinung zu diesem Thema? Möchtet ihr weiterhin, dass die verschiedenen Hersteller fast monatlich Geräte ankündigen oder würdet ihr lieber längere Abstände zwischen den Geräten erleben?

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Kommentare

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  • de r. 18.01.2012 Link

    Toller Beitrag, wenn es nur so wäre. Die Kunden die jetzt keine Aktualisierungen mehr erhalten, würde es dann gar nicht mehr geben. Vielleicht jedenfalls. Jede Menge Elektromüll würde vermieden und in die verbesserten Modelle könnten dann mehr Einbauteile erhalten bei gleichen Kosten.

    0
  • Michael Veidt 17.01.2012 Link

    Also ich hab des Desire Z und würde mich wenigstens freuen wenns so gut wie des Desire HD laufen würde!

    0
  • M. S. 17.01.2012 Link

    Für Otto Normalbürger sind auch Updates völlig irrelevant. Als bestes Beispiel ziehe ich jetzt einfach mal meine Frau heran. Der habe ich 2010 nen HTC Desire geschenkt, welches ja bekanntlich schon länger keine Updates mehr bekommt und sie vermisst bisher nichts. Sie ist mit dem, was das Gerät bietet, sehr zufrieden.
    Und auch ich gehöre ehrlich gesagt nicht zu der Fraktion derer, die ständig schauen, obs nen Update fürs SGS2 gibt. Was soll ich davon auch haben? Wirklich sinnvolle Erweiterungen, die mir Nutzen bringen, sind doch objektiv betrachtet eher selten. Klar freue ich mich auf ICS, aber das ist eher die Neugier. Die geht aber btw. nicht soweit, als dass ich mir irgendwelche Custom-ROMs flashen würde. Ich habe einfach keine Eile.
    Diejenigen, die nach jedem Update geifern, sind eh eher die verschwindend kleine Minderheit derer, die fleissig hier und in den anderen einschägigen Android-Foren posten. ;)

    0
  • Michael S. 17.01.2012 Link

    @ms:
    Ja, genauso sehe ich das nämlich auch. Warum sollte es jemanden interessieren ob ein Nachfolger kommt, wenn er mit seinem Gerät zufrieden ist. Ich bin mit meinem Desire HD auch zufrieden, mich hat der Nachfolger nicht gestört. Ein Hersteller muss halt am Ball bleiben und wenn neue Technik verfügbar ist (z.B. Dualcore) dann diese auch einbauen statt noch lang zu warten.



    @Nima:
    Ja klar, du kannst dir ein neues Betriebssystem nachkaufen, dafür musst du dann aber zahlen, das machst du beim Smartphone ja nicht und deswegen hat der Hersteller da weniger Anreiz. Ein Custom-ROM zu installieren ist aber auch nicht aufwändiger als eine neue Windows Version, von daher hält sich das ziemlich die Wage. Wenn du den Aufwand gehen willst, kannst du das mit Custom-ROMs, wenn nicht, dann wirst du ihn beim PC auch nicht gehen und lange beim alten OS bleiben. Deswegen haben ja noch so viele XP, was 10 (!) Jahre alt ist.

    Beim Desire HD gehe ich schon davon aus, dass da ein Update auf ICS kommt, andernfalls wäre ich htc sehr böse. Schlecht verkauft hat sich das Gerät ganz bestimmt nicht, man sieht es überall.

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  • Nima Begli
    • Mod
    17.01.2012 Link

    @M.S:

    Naja der Aspekt der Updates mag für dich jetzt nicht wichtig sein, aber auch nur weil du mit dem SGS 2 in der Nachbetrachtung das richtige Pferd ausgewählst hast. 10 Millionen mal oder mehr verkauft und Updates noch in Zukunft mehr als sicher.

    Andere die ein HTC HD oder ein Motorola ausgewählt haben geht es nicht so und ich glaube nicht, dass das einzig und allein an der Firmenphilosophie liegt, sondern auch an der Anzahl der rausgehauenen Geräte.

    @Michael:

    Weil eine Grafikkarte eine Komponente ist. Aber man kann selbst PCs nicht vergleichen, da bei diesen das Betriebssystem extern geliefert wird. Hier jedoch ist es ohne die "Zustimmung" von dem Hardwarehersteller nicht möglich einfach mal so zu updaten. Bzw. schon, aber das nennt man dann Root.

    0
  • M. S. 17.01.2012 Link

    Produktzyklen interessieren doch eigentlich nur, wenn ich mit meinem Smartphone nicht (mehr) zufrieden bin. Habe ich mich einmal für ein Gerät entschieden, ist es doch völlig wurst, was sonst noch so auf den Markt geworfen wird. So siehts grad mit meinem SGS2 aus. Ich war einer der Ersten, die es erhalten haben und seitdem bin ich völlig raus aus der Materie. Ich bin zufrieden, weil alles so funktioniert, wie ich es erwarte, alles (teilweise sogar mehr als) nen Tick besser ist als beim SGS, das ich vorher hatte und ich gerade nichts vermisse. Was interessieren mich also die anderen Geräte, die hier im Minutentakt gepostet werden? Insofern können die Hersteller da gern weitermachen wie bisher. ;)
    Insgesamt kann ich dem Tellerrandgucker nicht so recht zustimmen. Lediglich der Punkt bzgl. Zubehör hat imho nen gewissen Wahrheitsgehalt. Ich schaue teilweise schon recht neidisch in Richtung iPhone-Zubehör, gerade im Audiobereich. Aber das ist ne Sache, die sich wahrscheinlich nur beheben läßt, wenn sich ein großer oder gleich mehrere Android-Smartphone-Produzenten darauf einigen könnten, die Position der Micro-USB-Schnittstelle zu normen. Dann würde sich da sicher nen lohnenswerter Markt auftun.

    0
  • Michael S. 17.01.2012 Link

    Das Tranformer Prime ist ein gutes Beispiel, da hast du recht. Der Nachfolger ist jetzt vorgestellt worden. Ich weiß nicht wann er kommt, aber so viel besser ist das neue Modell nun auch nicht. Es hat eine höhere Displayauflösung, OK, aber sonst ist es fast identisch.

    Aber was hätte ASUS machen sollen? ACER und Apple das Feld mit den Hochauflösenden Displays komplett alleine überlassen nur um einen größeren Abstand zwischen den Generationen zu haben?

    Bei PCs und gerade Grafikkarten ist es eben genau das Selbe. Da kommen auch alle paar Monate neue Modelle. Warum stört es dich da nicht, dass du ein altes hast? Da ist das neue dann doch auch besser.

    Wer sagt denn, dass man mit dem aktuellen Transformer Prime nicht mehr auskommen kann, wenn der Nachfolger kommt? Bei Grafikkarten geht das, hier nicht, warum? Das Tranformer Prime wird sicher noch lange Support von ASUS bekommen, die sind da mehr als Vorbildlich.

    Das Desire ist ärgerlich, aber wenn es technisch möglich gewesen wäre, dann hätte es da von htc auch ein Update auf ICS gegeben, da bin ich mir sicher. Samsung ist eine andere Geschichte...

    0
  • Nima Begli
    • Mod
    17.01.2012 Link

    Naja wie gesagt stimmt dies nicht wirklich. Denn ich behaupte nur, dass dieses Verhalten vielen Käufern vor den Kopf stößt.

    Bestes Beispiel das Transformer Prime. Das ist gerade mal 2 Monate auf dem Markt und in 3-4 Monaten kommen schon der deutlich verbesserte Nachfolger.

    Selbst bei PCs, Grafikkarten und sonstiger Elektronik haben wir nicht das gleiche Problem. Denn dort kann ich beruhigt mehrere Jahre mit einer Grafikkarte auskommen, da das Betriebssystem zugekauft werden kann. Bei Android habe ich das Problem, dass mein S1 oder mein Desire, welche der jetzigen Mittelklasse entsprechen keinen Support mehr erhalten werden.

    Und natürlich bringt es dem Hersteller mehr Geräte zu verkaufen, aber eines wird hier vergessen. Wenn ich unzufrieden bin mit meinem Gerät werde ich entweder den Hersteller oder das BS wechseln. Und in Zukunft gibt es einfach einen gesättigten Markt, der nicht mehr ein unbändiges Käuferpotenzial bietet...

    Ich behaupte ja nicht, dass die Hersteller keine Vielfalt anbieten sollten, aber ein zu viel an Geräten wirkt auf mich immer wie der Versuch alles an die Wand zu werfen um zu schauen was kleben bleibt. Egal ob der Anteil der schlecht verkauften Geräte hoch sind und deren Kunden unzufrieden.

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  • Michael S. 17.01.2012 Link

    @Michi K.
    Das mit dem Verschleiß würde ich jetzt nicht unterstreichen. Autos werden durchschnittlich etwa 12- 14 Jahre lang gefahren, wie lange halten Handys? Handys verschleißen zwar nicht, aber dennoch werden sie viel kürzer genutzt als Autos. Der Wertverlust müsste also viel höher sein. Rechnen wir den Verlust eines Autos, das nach 4 Jahren etwa die Hälfte kostet (also nach weniger als 1/3 seiner Lebenszeit) mit dem eines Handys, dann müsste das nach etwa einem Jahr schon die Hälfte wert sein. Bei den normalen Geräten kommt das ganz gut hin, bei Apple nicht, deswegen ist Apple kein realistischer Vergleichwert, weil die Werstabilität nichts mit Verschleiß oder Technik zu tun haben, sondern nur mit der Marke.

    VW bringt sehr oft einen neuen Golf, viel öfter als andere Hersteller (Der Audi A3 basiert z.B. noch auf den Golf 4, seitdem hat VW 3 neue Modelle gebracht!). Daher ist es eher umgekehrt wie du sagst, VW bringt sehr oft neue Modelle, wie es eben Samsung und htc auch machen.

    Wenn es aus Kunensicht ein Nachteil ist, dass die Hersteller so oft neue Geräte bringen, warum kommt dann bei jeder Vorstellung von Samsung wieder "jetzt muss htc nachziehen" oder umgekehrt? Widerspricht sich das nicht?

    2 Tage später kommt bestimmt nicht etwas viel besseres. Das Sensation ist jetzt auch schon über ein halbes Jahr das Spitzenmodell von htc und das S2 das von Samsung. Bei SE, LG usw. sieht es kaum anders aus.

    Ich habe viel eher das Gefühl hier wird ein Problem herbeigeredet, weil jemand stinig war, dass htc das Sensation mit Beats gebracht hat. Das sind die, die sich aufregen, weil sie mit dem neuesten angeben wollen, nicht die, die sauer sind, weil das neue so viel besser ist.

    0
  • Michi K. 17.01.2012 Link

    @Michael S.

    Ein Neuwagen verliert viel an Wert, das ist richtig, er verschleißt ja auch mehr als andere Geräte. Auf der anderen Seite ist der Anteil prozentual gesehen relativ gering. Stell dir mal vor, VW würde jedes halbe Jahr einen neuen Golf vorstellen, wie schnell der Wert der Vorgänger verlieren würde. Man ist also schon davon betroffen was der Hersteller mit dem Gerät macht (Nachfolger rausbringen, Preis senken), selbst wenn man es schon verkauft hat.

    Klar, aus Herstellersicht gibt es da gar keine Wahl, habe ich ja oben schon beschrieben. Aus Kundensicht ist es eben ein Nachteil, das sind ja zwei verschiedene Positionen.

    Auch das mit dem "immer etwas neues" ist natürlich überall so, aber nirgends so extrem wie in der Handybranche bzw. auf dem Android Markt. Wenn nach ca. einem halben Jahr etwas neues kommt, interessiert das niemanden mehr. Wenn 2 Tage später etwas viel besseres kommt ist man angepisst. Ist halt schon eine Sache der Frequenz.

    0
  • Skyman 17.01.2012 Link

    Das unterschreibe ich dir so, ohne wenn und aber ..... und wie immer ein Superblog von dir!

    0
  • Michael S. 17.01.2012 Link

    - Ja gut, aber das mit dem Wertverlust ist ja immer und überall so. Schau mal wie viel Wert ein Auto in en ersten beiden Jahren verliert. Bei Apple ist das vielleicht anders, aber das liegt ganz sicher nicht an den längeren Produktzyklen.

    Und ich sage ja nicht, dass es keine Nachteile hat, ich sage nur, dass die Hersteller fast keine andere Wahl haben.

    - Das mit den längeren Updates stimmt, da hast du recht, aber würde ein Hersteller mehr verkaufen, wenn er weniger neue Geräte brächte? Ich denke er würde weniger verkaufen, weil ein anderer Hersteller ein besseres bringt. SE ist ein gutes Beispiel dafür.

    - Wie gesagt, dass man sich ärgert nicht noch etwas gewartet zu haben ist in jeder Branche so, man könnte immer warten auf das nächste Notebook, nächste Facelift meines Autos usw.
    Das ist kein Problem der Produktzyklen, sondern tritt immer überall auf, wo es Fortschritt gibt.

    0
  • Michi K. 17.01.2012 Link

    @Michael S.

    Jein. Es wird natürlich nicht schlechter. Aber es hat dennoch Nachteile:

    - Das eigene Gerät verliert an Wert. Wenn ich ein 400€ Gerät kaufe und der Neupreis um 50€ gesenkt wird, verliert mein Gerät auch mindestens 50€ an Wert. Bei einem Nachfolgergerät ist der Verlust noch extremer, da die Nachfrage ja schwindet.

    - Der Support wird schlechter. Je weniger das Gerät kaufen was ich besitze, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit das ich Updates erhalte. Genau so geringer ist die Chance, das sich Entwickler bei ihren Apps speziell um mein Gerät kümmern, das ich bei Problemen genug Antworten im Netz finde oder das die Community ROMs für mein Gerät rausbringt. Angenommen ein Hersteller würde statt 12 Geräten der gleichen Kategorie nur 1 pro Jahr rausbringen, dann wäre die Wahrscheinlichkeit mindestens 12 mal höher, eher sogar weitaus mehr, aufgrund der langen Aktualität.

    - Weniger Zubehör. Aus dem gleichen Grund gibt es auch weniger Zubehör, wenn überhaupt. Und wenn mein Gerät nicht mehr Aktuell ist, finde ich sogar nichtmal mehr überhaupt eine Hülle o.ä. spezifisches

    - Psychisches Ärgernis. Ist zwar unnötig, aber dennoch nachvollziehbar, dass sich jeder ärgert nicht noch etwas gewartet zu haben bis entweder der Preis sinkt oder man etwas besseres fürs gleiche Geld bekommt. Klar ist es überall so, aber je länger der Zyklus (z.b. bei Autos), desto besser ist das vorherzusehen und man ärgert sich eher über sich selbst, weil man sich nicht genug informiert hat. Bei schnellen Zyklen kann man aber nichts machen.

    0
  • Michael S. 17.01.2012 Link

    Ihr müsst mal sehen wie Kunden ihre Geräte kaufen. Gut, die, die hier in Foren und Blogs regelmäßig lesen mögen es zu viel finden, wenn htc jedes halbe Jahr ein Flagschiff bringt, aber ich finde es ist nicht zu viel und ein normaler Kunde interessiert sich gar nicht dafür. Der geht in den Laden und holt sich das, was gerade das Beste ist. Den ist doch egal wie lange das Gerät auf dem Markt ist. Deswegen muss htc nachziehen wenn Samsung was bringt, ist doch ganz klar.

    Und nein, das Sensation XE ist kein neues Modell, es ist etwa sowas wie ein Facelift bei den Autoherstellern.

    Wer sich aufregt, dass sein Gerät nach einem viertel Jahr wieder veraltet ist, der hat wohl noch nie einen PC gekauft. Ist doch überall so. Aber wo ist das Problem? Wird ein Gerät schlechter, wenn ein Nachfolger kommt?

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  • Michi K. 17.01.2012 Link

    Erstmal: Super Blog!

    Aber leider sehen viele das wieder nur aus Kundensicht und vergessen, dass es den Herstellern nicht um das Wohl der Kunden geht, sondern darum so viel Geld wie möglich zu machen.

    Die meisten Kunden sind ja die 0815-User, die eh keine Ahnung haben wann was kommt und wie lange ein Gerät schon auf dem Markt ist. Im Grunde muss man sich das doch so vorstellen, das die im MediaMarkt am Tisch mit den Smarthones/Handys stehen, oder das Prospekt vom Anbieter mit den zu Verfügung stehenden Modellen zur Vertragsverlängerung anschauen und sich dann jeweils ein Modell aussuchen. Und da kommt es dann nur darauf an, was in der Preisklasse des jeweiligen Käufers am "besten" ist. Natürlich geht es erstmal um den Geschmack des Users (Größe z.b.), aber wenn dort im Prospekt z.b. ein Samsung für 400€ drin ist was das bietet was der User will, und dann z.b. ein HTC was ähnlich ist, genau so viel kostet, aber einen Tick besser ist, warum sollte der User dann das Samsung nehmen?

    Mit anderen Worten: Der Markt ist ein Haifischbecken, man MUSS ständig auf die Konkurrenz reagieren. Sei es mit Preisreduzierungen oder mit neuen Modellen. Und wenn es nur mini-Änderungen sind, wie bei der ganzen Galaxy Reihe. Und das eben in allen Preisklassen.

    Die User die auf so etwas wie Beständigkeit, Zubehörmarkt, Support, usw achten würden (und unbedingt Android nutzen wollen!), sind einfach zu wenige als das irgendein Hersteller das Risiko eingehen könnte das Haifischbecken zu verlassen um von diesen zu leben.

    Noch kurz ein Wort zu Google. Die wären die einzigen die Mindestanforderungen festlegen könnten oder die Hersteller dazu bringen könnten die Zyklen zu verlängern und die Produktmasse zu verringern. ABER: Selbst wenn das mit dem Open-Source Gedenken irgendwie vereinbar wäre, WOLLEN sie das ja überhaupt gar nicht, denn gerade durch de vielen Modelle und die Billigmodelle machen sie ja den Gewinn. Wenn dann würden sie also eher noch genau das fördern.

    Siehe T-Mobile-USA. 90% aller verkauften Smartphones bei denen sind Androiden. Und warum? Einmal weil es kein iPhone gibt und dann, weil eben 80% aller angeboten Geräte (also auch im Katalog für die Vertragsverlängerer) mit Android laufen. Im Bereich unter 300$ sind es sogar 99%. Das ist genau die Situation die Google will und diese erreicht man eben durch kurze Produktzyklen und so vielen Modellen wie möglich.

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  • CrowdSourcer 17.01.2012 Link

    Sehr guter Artikel, doch...
    ...die Hersteller werden sich wohl kaum auf längere Produktzyklen verständigen können (/wollen). Hier müsste von Google (ähnlich wie beim Thema Design) Druck aufgebaut werden: Wenn ein Hersteller nicht im Stande ist, mind. X Monate einen vernünftigen Support zu gewährleisten, wird er eben von Googles Android-Ökosystem ausgeschlossen.
    So müssen die Hersteller für den Support Ressourcen binden und werden somit zwangsläufig weniger (und womöglich besser konzipierte) Geräte auf den Markt bringen.

    Ich hatte auch ein Gerät von HTC incl. böser Support-Überraschung- nie wieder - seither ausschließlich die Android-Referenz-Geräte.
    Was nutzt mir die tollste Oberfläche, wenn ich langfristig dadurch ein einziges Sicherheitsrisiko in der Tasche habe. Hier schaffen sich die Hersteller Alleinstellungsmerkmale auf Kosten der Kunden - FAIL!

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  • Martin Kraus 17.01.2012 Link

    Soweit so gut. Ich finde viel von dem was angesprochen wurde stimmt, doch trifft das, meiner Meinung nach, nur auf die Kunden zu die auch wirklich smartphones a la sgs 2 und Sensation xe wollen, jemand der, wie ich, ein desire s (ich bin total zufrieden), ace oder wave 3 besitzt weiß doch wahrscheinlich genau das sein smartphone nicht zu der top Garde im mobilen Endgerätbereich gehört.
    Das der Markt "überflutet "ist trifft es trotz alle dem total zu

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  • Thomas B. 17.01.2012 Link

    Es gab mal eine Zeit da war htc "der" Anbieter von android Phones. Dann kam Samsung, htc merkte den Druck und erhöhte die Produktion.
    Getreu den Motto, man muss brüllen damit man nicht vergessen wird.
    Gut, Samsung ist jetzt erster, noch.
    Wer wird der nächste erste sein, der den Markt füllt mir Tausende von phones ?
    Das Rad dreht sich weiter, bis einige abspringen oder runterfallen.
    Hm, kommt mir irgendwie auf der Arbeit bekannt vor.

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  • Michael Peters 17.01.2012 Link

    Auch wenn viele anderer Meinung sein mögen. Die angeprangerten Punkte haben doch kaum etwas mit Produktzyklen zu tun.
    Was hier moniert wird ist die Vielzahl vonm Geräten und die daraus resultierenden Probleme.
    Produktzyklus ist für mich, das die Entwicklung eines Phones beim Hersteller zu schnell ist, dadurch fehlerhaft auf den Markt kommen und nach einem Jahr die nächste Generation (!) auf den Markt kommt.
    Siehe HTC. Eine wahre Flut von Phones. Die sogenannten Flagschiffe unterscheiden sich aber defacto kaum voneinander. Mein Sensation ist baugleich zum Sensation XE. Das XE ist ein Derivat vom Sensation und kein neu entwickeltes Phone. Damit kein neuer Produktzyklus.

    Ansonsten stimme ich sheidy zu. Schaut mal in den Spiegel, oder wenn ihr einer der wenigen nicht Angesteckten seid, schaut eure Bekannten an.
    ICS ist nichts wirklich Neues, Fast alles kann ich mit Apps haben, meist sogar besser. Trotzdem gibt es einen wahren Hype und Leute nehmen sogar instabile Betas, nur damit Ihr Phone ICS hat.
    Das wir es mit einer schnell lebenden Branche zu tun haben kommt von den Verbrauchern selbst. Und die, die sich darüber aufregen, sind die, die sie auch befeuern. Viele Bekannten von mir laufen noch mit alten Nokia Barren herum. Das reicht für die und sie sind damit glücklich.

    Wenn euch die Schnelllebigkeit stört, kauft euch veraltete, dadurch total billige smartphones und wollt selbst nicht immer das Neuste haben.

    0
  • Thomas B. 17.01.2012 Link

    Du sagst es.

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