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Amazon erwägt Bezahldienst per NFC

Anton S.
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Vom Buchverkäufer zum Anbieter von Bezahldiensten? Apps verkauft Amazon bereits seit einigen Tagen und auch als Cloud Anbieter versucht sich der Online-Versandhändler zu beweisen. NFC (Near-Field-Communication) steht bereits in den Startlöchern und auch hier will Amazon vielleicht mitmischen. Auch Google und die Deutsche Telekom sind bereits mit ersten Kooperationen und Pilotprojekten an vorderster Front vertreten. Ein sich wohl lohnendes Geschäft. 

Die Near-Field-Communication hat ein riesiges Protential. Als Banken noch darüber nachdachten und Pläne schmiedeten, wie die Zahlungsabwicklung an der Kasse oder am Bahn-Automaten aussehen könnte, hat die Near-Field-Communication dieses Szenario schon vollständig abgedeckt. Mittlerweile ist NFC auch als mögliche Abwicklung für Zahlungen bekannt und wird in teilen Asiens bereits seit längerer Zeit eingesetzt. 

Konkurrenz wäre bereits da
Google sieht auch Potential in dieser Technologie und hat einige Testläufe in den USA gestartet und auch die Deutsche Telekom möchte noch in diesem Jahreinen Bezahldienst in Deutschland starten. Auch beachtlich ist, dass Apple in dieses Geschäft einsteigen möchte. Für Amazon als Online-Versandhändler ist der stationäre Handel jedoch die größte Konkurrenz und gerade hier stellt sich die Frage, ob es überhaupt Sinn macht diese mit einem bequemen und einfachzu bewerkstelligenden Bezahldienst auszustatten. Auf diese Frage wird Amazon in in den nächsten drei bis fünf Monaten eine Antwort finden müssen – viel mehr Zeit bleibt auch nicht wirklich.

Hardware fehlt noch
Und die wird bestimmt kommen. Seit einigen Tagen geistert zwar ein angeblicher Prototyp namens Amazon Blaze im Internet herum. Wahrhaftig handelt es sich bei diesem Gerät eher um eine gut gemachte Fälschung. Das einzige Gerät, das bisher die NFC-Technologie unterstützt ist das Google Nexus S. LG und weitere Hersteller möchten aber schnellstmöglich nachziehen, und somit vielleicht auch Amazon, oder etwa nicht?

Nicht zu verneinen ist, dass Bezahldienste ein riesiges Geschäft für die Anbieter dieser Dienste sind, der Händler hat jedoch oft wenig davon, außer, dass Kunden eventuell zu mehr Spontankäufen geleitet werden. "Geld ist nicht da, aber die Bankkarte habe ich dabei, also kaufen", in einem ähnlichen Kontext würde der Gedankengang eines potentiellen Kunden ablaufen. Was hat jedoch Amazon nun davon, dass Kunden woanders kaufen, als im eigenen Online-Store? 

"Kunden, die diesen Artikel kauften, kauften auch" ...
"Passendes Zubehör zu diesem Artikel", "Wird oft zusammen gekauft" oder auch "Was kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?". Das alles sind interessante Phrasen, die jedem Amazon-Shopper während seiner Tour durch die Amazon Kauflandschaft früher oder später zwangsweise begegnen werden. Ich kaufe Artikel A und bekomme gleichzeitig passende Angebote dazu angezeigt – klassisches Cross-Selling – und bei Amazon sehr erfolgreich.

Angenommen die Bezahlung in einem normalen Laden würde über ein Amazon NFC Dienst abgewickelt werden, hätte Amazon Vorteile davon? In erster Linie nicht, da die heutigen Bezahlvorgänge mittels Bankkarte nicht die genauen Produktnamen der gekauften Ware preisgeben. Lediglich eine kryptische Zahlenfolge und das aktuelle Datum samt Uhrzeit werden an die Bank übermittelt. Für eine solche Ausschöpfung der Informationen müssten beachtliche Änderungen hervorgehen, die weder die Kunden, noch die Geschäfte in Kauf nehmen würden – Datenschützer erst recht nicht. 

Back to Amazon
Laut Bloomberg ist auch noch ein weiteres Szenario denkbar. Auf der Suche nach einer passenden Jeans würde es reichen mit einer Amazon App den Barcode der Jeans zu scannen und würde sofort das Angebot bei Amazon finden und könnte es direkt bestellen. Interessante Idee, doch braucht man dafür wirklich NFC? Wohl eher nicht, denn Apps wie Barcode Scanner und Konsorten haben ähnliche Funktionen bereits heute und beschränken sich nicht nur auf einen Anbieter. 

Was der Shopping-Riese sich genau von einer möglichen Einführung eines NFC-Dienstes für Zahlungen erhofft, wird sich vielleicht in drei bis fünf Monaten klären. Und Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, somit ist der Einstieg, beziehungsweise der Anfangskampf mehrerer großer Unternehmen wünschenswert um Gebühren für Zahlungen niedrig zu halten. 
 

Kommentare

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  • Marcus B. 03.04.2011 Link

    Ich halt nich viel von diesem Amazon-Appstore und befürchte eine zu große maßgebliche Einmischung statt es als Bereicherung zu sehen..

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  • Simon F. 03.04.2011 Link

    Dass Amazon dann auch von Einkäufen, welche ich bei Dritten tätige bescheid wüsste, ginge mir etwas zu weit.
    Der Technologie bin ich nicht abgeneigt, sehe das aber eher für spontane kleinere Beträge an Automaten. Bei einem Busticket oder einem Snack aus dem Automaten wird wohl niemand Zubehör kaufen wollen.

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  • Mad Martin 04.04.2011 Link

    Ist die Jeans dann auch mit DRM muss man dann sein Kleider Schrank einscannen damit sie von amazon verwaltet werden. Kann man dann die Jeans auch noch nach Monaten anziehen wenn sie länger im Schrank war? Die apps von amazon sind doch so, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

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  • Martin Krischik 04.04.2011 Link

    Die Technologie ist bestimmt interessant. Aber Amazon — und auch Google — sind nicht die Firmen von denen ich das haben möchte.

    Beides sind Datenkraken und hier lassen sich einfach zu viele Informationen abgreifen.

    NFC Beizahltechniken müssen von Banken kommen die dem wenigen an Bankgeheimnis unterliefen das uns nach 9/11 geblieben ist.

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  • Vishna 04.04.2011 Link

    Wenn das die Banken übernehmen hast du aber das Problem das irgendwer es bezahlen muss. Der Kunde wird es kaum bezahlen. Das Geschäft wird dann den Preis erhöhen. Wenn Amazon aber die Kosten übernimmt dann wollen die natürlich auch etwas dafür haben und das sind dann halt deine Kaufgewohnheiten.

    Das ist wie beim TV. Will ich keine Werbung muss ich Premiere schauen und zahlen. Kostenlos gibts bei RTL und da werd ich mit Werbung zugebombt.

    Letzendlich muss jeder für sich entscheiden ob er die Bequemlichkeit von NFC und Karztenzahlung mit Preisgabe seiner Daten (mal mehr mal weniger) zulassen will.

    Schlimm wirds erst dann wenn man in keinem Laden mehr mit Geld zahlen könnte.

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  • Andy N. 04.04.2011 Link

    Könnte ich mir gut vorstellen, Amazon bietet bereits schon eine Kreditkarte an, der Weg zu einem NFC-Bezahlsystem wird dann auch nicht mehr der große Schritt sein.

    "Für Amazon als Online-Versandhändler ist der stationäre Handel jedoch die größte Konkurrenz und gerade hier stellt sich die Frage, ob es überhaupt Sinn macht diese mit einem bequemen und einfachzu bewerkstelligenden Bezahldienst auszustatten."

    Natürlich. So verdienen sie auch an Ware mit, die eh nicht bei Amazon gekauft worden wären.

    Google will ja auch sein System mit einem Gutschein- und Payback-System ausstatten. Allerdings glaub ich nicht, dass Google wie auch Amazon gleich die gesamten Daten auswertet, wenn dann eher so wie Payback das auch macht.
    Ich könnte mir auch vorstellen, dass jeder Service fern vom Bezahlen optional ist. Ich denke auch, dass das Bezahlsystem vereinheitlicht werden muss, sonst wird sich es nicht durchsetzen. Hinter NFC steckt ja auch eine Normierung, deshalb denke ich, dass es sehr wahrscheinlich ist, das es am Ende egal ist, mit welchem Anbieter man bezahlt, das was dahinter steckt wird immer das selbe sein.

    Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass zu sehr mit expliziten Daten gespielt wird. Mal vom Datenschutz abgesehen kann der Einzelhandel gar kein Interesse haben, dass Amazon sich die Daten für ihr System raus pickt.

    @Simon: Wenn in vielleicht mal in jedem Handy ein NFC-Chip eingebaut ist, ist doch kein extra Gerät mehr notwendig. Das ist ja auch die Idee hinter NFC.

    @Vishna: Bei bargeldloser Bezahlung zahlt immer der Verkäufer die Gebühr, das ist bei einer Kreditkarte, bei einer EC-Karte und einer Geldkarte der Fall, das wird hier auch nicht anders sein.

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  • Martin Krischik 04.04.2011 Link

    @Vishna: Ich habe PayTV (Sky ehemals Premiere) abonniert.

    Ich bin bereit für meine werbefreie Privatsphäre zu zahlen.

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  • Anton S. 04.04.2011 Link

    @Martin
    Ich teile Deine Meinung, dass sich Anbieter wie Apple, Google oder vielleicht auch Amazon nicht durchsetzen werden, zumindest nicht in Deutschland. Ein Großteil der Bevölkerung ist sehr konservativ orientiert und meidet oft sogar die Zahlung per Girocard an der Kasse. Ohne eine vertrauensvolle Bank als Kooperationspartner im Hintergrund sind alle bisherigen Bemühungen zum Scheitern verurteilt. Wenn es ums Geld geht werden sich viele keine Experimente leisten können und vertrauen doch lieber auf Altbewährtes. Chancen in Deutschland rechne ich da noch am ehesten der Deutschen Telekom aus.

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  • Andy N. 04.04.2011 Link

    Banken sind schon mehrmals an der Einführung solch eines Systems gescheitert. Wenn sie Erfolg haben wollen, dann meiner Meinung nur mit Unternehmen wie Google, Microsoft, Apple oder eben auch Amazon.
    Und wenn dann solch ein Bezahlsystem durchgesetzt wird, dann wird mit Sicherheit auch eine Bank dahinter sein, bei Goolge ist es zB Mastercard und Citigroup.
    Bei Amazon wäre zB Visa denkbar.

    Und in Deuschland verwenden doch auch viele PayPal, warum soll der Durchschnittsdeutsche Ebay trauen und Amazon nicht?

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